EM-Quali: Großer Kampf reicht DBB-Damen nicht15. Juni 2014

Nach drei Spieltagen in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2015 in Rumänien und Ungarn muss die deutsche Damenbasketball-Nationalmannschaft fast alle Hoffnungen auf eine EM-Teilnahme im kommenden Jahr begraben. Nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Montenegro unterlag das Team von Bundestrainerin Alexandra Maerz heute in der Hagener ENERVIE Arena der Ukraine mit 72:81 (16:23, 17:20, 21:18, 18:20).

Am kommenden Dienstag geht es gegen den gleichen Gegner weiter (Di., 17. Juni 2014, 19.30 Uhr, ENERVIE Arena). Es müssen am besten alle drei noch folgenden Spiele (und der direkte Vergleich gegen die Ukraine) gewonnen werden, um noch eine Chance auf die Qualifikation zu haben, denn nur die Gruppensieger und die fünf besten Gruppenzweiten der sechs Qualifikationsgruppen schaffen den Sprung zur EM. Auf deutscher Seite punktete heute einmal mehr Romy Bär am besten (27).

Eine Hiobsbotschaft ereilte das deutsche Team bereits weit vor dem Beginn. Katharina Fikiel konnte mit einem entzündeten Mückenstich am Fuß und der damit verbundenen Einnahme vonn Antibiotika nicht eingesetzt werden. Dafür war die zuletzt angeschlagene Ama Degbeon wieder mit von der Partie.

4:10 hieß es nach knapp vier Minuten, Deutschland hatte einen besseren Zwischenstand durch das Vergeben vermeintlich einfacher Würfe verpasst. Ein hohes Tempo legten beide Teams vor und die DBB-Auswahl fand nach und nach ins Spiel (11:12, “and one” Anne Breitreiner, 6. Min.). Sonja Greinacher (Foto) besorgte die Führung, die etwa 900 Zuschauer gingen begeistert mit. Die Topscorerin der Ukraine, Alina Iagupova, sah sich wechselnden Gegenspielerinnen gegenüber, sie sollte müde gemacht werden. Zunächst aber war sie die bestimmende Kraft in der ukrainischen Offense (16:19, 10 Punkte Iagupova, 9. Min.).

Sehr abgeklärt und unaufgeregt wirkten die Gäste, während die ING-DiBa-Korbjägerinnen bisweilen zu hektisch und zu schnell im Abschluss agierten. Dann musste Iagupova mit zwei Fouls auf die Bank, aber die Ukraine konnte den Vorsprung dennoch ausbauen (18:29, 14. Min.). Es wollte einfach kein Rhythmus ins deutsche Spiel, und noch dazu handelte sich Lisa Koop bereits ihr drittes Foul ein. Ireti Aojo (Foto unten) netzte von weit draußen zum 24:34 ein (17. Min.) und Romy Bär legte zum 26:34 nach. Amojo brachte Leben in die deutschen Reihen, wurde aber bei einem “and one” mit Schrittfehler zurückgepfiffen. Das Publikum stand hundertprozentig hinter ihrer Mannschaft, die zum Seitenwechsel noch in Schlagdistanz lag (33:43). Noch hatte kein deutscher Dreier sein Ziel gefunden, während die Ukrainerinnen “fünf von zehn” getroffen hatten.

Der Start ins dritte Viertel gelang den Deutschen, die durch Bär und Svenja Bunckhorst schnell auf 37:43 heran kamen. Doch das DBB-Team konnte das kurze Momentum nicht nutzen. Es gestattete den Gästen in der Folge zu viele zweite Chancen, die hochprozentig genutzt wurden (37:49, 24. Min.). Die erneut starke Bär wehrte sich energisch, erhielt aber zu wenig Unterstützung.

Es kam Pech hinzu, denn einige Würfe drehten sich ganz knapp wieder aus dem ukrainischen Korb. Der Moral der Deutschen tat das aber keinen Abbruch, sie kämpften weiter mit vollem Einsatz um den Anschluss. Der Dreier von Bär nach 27 Minuten bedeutete das 47:56, aber immer, wenn die deutsche Mannschaft etwas an einem Comeback schnupperte, wurde sie durch eiskalte Aktionen der Osteuropäerinnen oder durch eigene Fehler auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Bär wurde zur herausragenden Alleinunterhalterin im deutschen Spiel (52:59, 30. Min.), Greinacher machte mit der Sirene zum Ende des dritte Viertels das 54:61. Deutschland mobilisierte ale Kräfte, Amojo traf zum 58:63 (32. Min.). Es fehlten nur ein, zwei Szenen zugunsten der Deutschen, und die Begegnung wäre jetzt gekippt. Doch augenscheinlich ohne Nerven befreite sich die Ukraine (58:67, 33. Min.). Letztlich reichte der unbändige Kampfgeist der DBB-Auswahl, um den hoch foulbelasteten Gegner noch in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen (70:74, 38. Min.). Den Sieg ließen sich die Gäste aber nicht mehr nehmen.

“Wir müssen noch einmal genau hingucken, was da am Schluss passiert ist, als wir drauf und dran waren, das Spiel zu drehen. Es hat aber zu lange gedauert, bis wir wirklich dran geglaubt haben. Immer, wenn wir Zug zum Korb zeigen, sind wir erfolgreich. Das haben wir zu selten gezeigt. Wir müssen jetzt unbedingt den direkten Vergleich holen, wenn wir noch eine Chance haben wollen. Das Publikum war heute toll, das hat sich die Mannschaft verdient. Vielleicht kann Katharina Fikiel am Dienstag wieder spielen”, war die Bundestrainerin nach Spielende weit davon entfernt, den Kopf in den Sand zu stecken.

Für Deutschland spielten:
Romy Bär (Union Lyon Basket Feminin/FRA, 27), Anne Breitreiner (TSV Wasserburg, 3), Svenja Brunckhorst (TSV Wasserburg, 8), Lisa Koop (Herner TC, 2), Finja Schaake (BC pharmaserv Marburg, 2), Nelli Dietrich (TV Langen / Rhein-Main Baskets, dnp), Stephanie Wagner (TSV Wasserburg), Margret Skuballa (BC pharmaserv Marburg, 11), Sonja Greinacher (Gonzaga University/USA, 4), Ama Degbeon (Bender Baskets Grünberg/BC pharmaserv Marburg, 2), Ireti Amojo (ohne Verein, 6), Tina Menz (ChemCats Chemnitz, 7).

Ergebnisse Gruppe D
Montenegro – Deutschland: 63:52
Ukraine – Finnland: 83:49
Finnland – Ukraine 52:75
Deutschland – Montenegro 48:60
Deutschland – Ukraine 72:81
Montenegro – Finnland 75:72

Tabelle Gruppe D
1. Ukraine 3/0 6 239:173
2. Montenegro 3/0 6 198:172
3. Deutschland 0/3 3 172:204
4. Finnland 0/3 3 173:233

Statistiken etc. unter diesem Link

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