Die deutschen Damen vor der EM-Quali30. August 2004

Kurzporträts der Spielerinnen

Das letzte Vorbereitungsspiel ist gespielt, jetzt wird es ernst für die deutschen Damen. Ab dem 8. September versucht das Team von Bundestrainer Olaf Stolz, die EM-Qualifikation gegen Rumänien, Israel und Belgien erfolgreich hinter sich zu bringen. Im Vorfeld stellen wir die einzelnen Spielerinnen in Kurzporträts vor.

Guards: Eines der Nesthäkchen im Team ist Aufbauspielerin Alexandra Müller, die in diesem Sommer ihre Jugend mit gesammelter Auslandserfahrung ausgleichen will. Das letzte Jahr verbrachte sie noch auf dem College in Chicago, wo sie auch mit ihrem sicheren Händchen von jenseits der Dreipunkte-Linie beeindrucken konnte. Ihr guter Schuss und ihre solide Defense leiden aber manchmal noch unter ihrer Druckanfälligkeit, die in manchen Spielen zum Vorschein kommt. Die nächste Saison verbringt die 21-jährige BWL-Studentin bei der BSG Ludwigsburg.
Mit Katja Munck findet sich im deutschen Team eine Schnellangriff-Spezialistin, die sich langsam in die Starting Five des Nationalteams vortasten will. Den nötigen Willen zeigte sie unter anderem in einem Vorbereitungsspiel gegen Polen, wo sie mit 17 Punkten zur deutschen Topscorerin avancierte. Die 25-jährige Bankkauffrau ist die wohl rasanteste Nationalspielerin, ab und an fehlt es ihr aber noch an der nötigen Verteidigungscleverness und der – für ihre Position essentiellen – Übersicht. Neben dem Nationalteam spielt sie für den TSV Wasserburg und steckt mitten im BWL-Examen.
Auch Dorothea Richter gehört zu den Youngstern im Nationalteam, trotzdem ist die kreative Aufbauspielerin Nummer eins auf der Point Guard Position. Ihre Stärken lagen zu Beginn noch in der Defense, doch sie lernte, auch auf Grund von internationaler Erfahrung, kluge Pässe zu spielen und sich in den richtigen Momenten für den Zug zum Korb zu entscheiden. Die Sportstudentin überzeugt immer wieder mit einer überraschenden Kreativität und Abgebrühtheit. Bundestrainer Olaf Stolz baut vor allem in den Spielen gegen Israel und Rumänien auf die Verteidigung der 21-Jährigen.
In Person von Andrea „Hardi“ Harder findet man die erfahrenste Spielerin auf der Guard-Position. Seit nunmehr neun Jahren spielt sie im A-Kader der Nationalmannschaft, hatte einen großen Anteil an EM-Bronze von 1997. Desweiteren gewann die Freiberuflerin im Jahr 1996 den Europapokal mit ihrem damaligen Verein BTV Wuppertal. Nach 138 Länderspielen ist die 27-Jährige zum Herz der Mannschaft geworden und gibt dem Team mit ihrem Einsatz und ihrer Unerschrockenheit immer wieder neue positive Impulse. Sowohl Andrea Harder als auch die bereits genannte Katja Munck können auch auf dem Flügel spielen.

Forwards: Mit Anne Breitreiner findet man eine der deutschen Nachwuchshoffnungen auf der kleinen Flügelposition. Die erst 20-Jährige erzielte im DBBL-Finale diesen Jahres überragende 18 Punkte im Schnitt. Auf Grund ihrer soliden Verteidigung und ihrem guten Wurf spielt sie eine tragende Rolle beim Deutschen Meiser TSV Wasserburg. Nicht umsonst bezeichnet Stolz die Studentin als „Rohdiamant“, dem die „Zukunft gehört“.
Noch sehr frisch im Nationalteam ist Annika Danckert von der BG 74 Göttingen, trotzdem wird auch sie als Rohdiamant angesehen. Die 23-Jährige ist sehr athletisch und wird, wegen ihrer Fähigkeit aufzuposten, öfter auf der großen Flügelposition wiedergefunden. Hauptsächlich muss sie in diesem Sommer lernen ihre Vorsicht und Ängstlichkeit abzulegen, um so ihre Rolle im Team besser wahrnehmen zu können.
Mit 121 Länderspielen gehört auch Tini Ishaque zum „alten Eisen“ der DBB-Damen, auch dank ihr war die erfolgreiche EM von 1997 möglich. Ihre Erfahrung, ihre Motivation, aber vor allem ihr Können in Verteidigung und Angriff werden die deutsche Auswahl diesen Sommer wieder weiter voran bringen.
Zur Zeit verletzt, aber laut Olaf Stolz bis zur EM-Qualifikation wieder fit, ist Leistungsträgerin Sophie von Saldern. Die 31-Jährige ist eine der wenigen Profi-Basketballerinnen in Deutschland. In ihrem Lebenslauf tauchen viele Auslandsstationen (USA, Australien, Spanien, Italien) auf. Ihre Erfahrung macht sie innerhalb der Mannschaft zu einer Leitfigur, ohne die das Team sich deutlich verschlechtert.
Das Ausnahmetalent Linda Fröhlich spielte als eine der wenigen Deutschen auch in der WNBA, seitdem ist sie Profi, zuletzt in Italien bei Rovereto. Während sie dort mit zwölf Punkten und acht Rebounds pro Spiel beeindruckte, arbeitete sie vornehmlich an ihrem Rebounding und entwickelte sich auch in andern Belangen weiter. Die 25-Jährige fühlt sich sowohl unter dem Korb als auch auf dem Flügel wohl, wird vielleicht auf Grund des Ausfalls von Lubica Schulze diesen Sommer mehr auf der Center-Position eingesetzt werden.

Die Center: Marlies Askamp trägt den Meisterring der WNBA, sie feierte in ihrer Laufbahn neun Mal die Meisterschaft am Ende einer Saison, sie wurde 1997 zum MVP der EM in Ungarn gewählt. Trotz ihrer 34 Jahre ist sie nach wie vor die beste deutsche Centerin und wenn Olaf Stolz behauptet, „zu Marlies muss man nichts mehr sagen“, kann man ihm nur Recht geben. Denn sie beeindruckt nicht nur mit einer großen Karriere, sondern auch mit der Tatsache, dass sie ihr Jura-Studium „nebenbei“ bewältigt hat und nun mitten im Examen steht.
Ein weiteres „Küken” in Reihen des A-Kaders ist die erst 22-jährige Corry Berger. Die BWL-Studentin mit dem Blick für gute Situationen sucht diesen Sommer die internationale Herausforderung, die sie nicht zuletzt mit ihrem guten Mitteldistanzwurf bewältigen kann.
Den Ausfall von Schultze zu kompensieren, fällt aber vornehmlich in den Zuständigkeitsbereich von Petra Gläser und Katharina Kühn. Beide Spielerinnen entspringen der jüngeren Garde des Nationalteams, sodass in ihrer Entwicklung der Weg nach oben noch offen ist. Petra Gläser begann ihre Karriere als Schwimmerin, verlor ihr Herz aber später an den Basketball. Obwohl sie am College (University of Long Beach) zum Defensive Player of the Year gewählt wurde, konnte die 22-Jährige diese Eigenschaft noch nicht mit in die Mannschaft einbringen. Dort fiel sie eher durch einen sicheren Mitteldistanzwurf und gute Pässe auf.
Nachdem Katharina Kühn alle Nachwuchsteams des DBB durchlaufen hatte und dort mit ihren Scorerqualitäten beeindruckte, fand sie vor zwei Jahren den Weg in den A-Kader. Seitdem legte sie vor allem in der Reboundarbeit zu und half mit fünf Punkten pro Spiel. Diesen Sommer sollte es ihr gelingen, sich in der Verteidigung mehr zu engagieren und abgeklärter zu spielen, zumal auf ihren Schultern mehr Verantwortung lastet.

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