DBB-Damen verlieren in Großbritannien26. August 2010

59:77-Niederlage – Deutschland vor dem letzten Spiel auf Schützenhilfe angewiesen
Die deutsche Damen-Nationalmannschaft hat das schwere Auswärtsspiel beim Gruppenersten der EM-Qualifikationsgruppe D verloren. In Liverpool unterlagen die DBB-Damen vor 1500 Zuschauern mit 59:77 (11:20, 13:27, 21:12, 14:18) und müssen nun am Sonntag in der Slowakischen Republik gewinnen und zugleich auf Schützenhilfe von Großbritannien gegen die Ukraine hoffen. Deutschland geriet erneut im Anfangsviertel deutlich in Rückstand und schaffte es im weiteren Spielverlauf nicht, der Partie noch einmal eine Wendung zu geben. Roli-Ann Nikagbatse (Foto rechts) war die beste Werferin des Teams und kam auf 14 Punkte.

DBB-Bundestrainer Imre Szittya wählte wie schon im siegreichen Spiel gegen die Slowakische Republik eine kleine Formation und begann mit Dorothea Richter, Anne Breitreiner, Sarah Austmann, Romy Bär und Linda Fröhlich. Die deutsche Starting Five musste zwar vier schnelle Punkte der Gastgeberinnen hinnehmen, blieb aber durch Punkte von Breitreiner und Richter im Spiel (3:6, 3. Min.). Deutschland kam in den Anfangsminuten kaum zu Rebounds, sodass sich Großbritannien zweite Chancen im Angriff erarbeiten konnte und diese dann auch nutzte. Beim Stand vom 3:10 griff DBB-Bundestrainer Szittya durch und nahm eine Auszeit. Doch auch die Unterbrechung konnten die Britinnen, bei denen Julie Page acht der ersten zwölf Punkte machte, zunächst nicht stoppen. Die DBB-Damen kämpften verbissen und verkürzten den Rückstand nach Punkten von Romy Bär und Sarah Austmann auf 7:14 (6. Min.). Vor allem Bär übernahm in dieser Phase Verantwortung, agierte fehlerfrei von der Freiwurflinie und führte Deutschland bis auf 11:16 heran. Kurz vor Viertelende fingen sich die DBB-Damen aber noch vier Punkte der Britinnen, sodass der Rückstand wieder größer wurde (11:20).

Denkbar unglücklich begann auch der zweite Spielabschnitt für die DBB-Damen: Während die Würfe der deutschen Mannschaft nicht fielen, trafen die Britinnen zunächst einen Dreipunktewurf und legten dann mit einem Drei-Punkt-Spiel nach (11:26, 12. Min.). Die Punkte von Breitreiner (Foto links) und Petra Gläser halfen wenig, da Page nach wie vor das Spiel für Großbritannien dominierte (15:28). Doch Deutschland gab nicht auf und zwang den britischen Cheftrainer Tom Maher nach guten Aktionen von Breitreiner und Richter zu einer Auszeit (19:30, 16. Min.). Doch auch sein Gegenüber konnte die Unterbrechung gut gebrauchen, war seine bisher dominanteste Spielerin Linda Fröhlich doch bisher offensiv noch gar nicht in Erscheinung getreten. Doch Großbritannien nahm Fröhlich auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit aus dem Spiel. Nach zwanzig schwachen Minuten lag die deutsche Mannschaft bereits deutlich mit 24:47 hinten. Die DBB-Damen hatten erhebliche Probleme im Ballvortrag (elf Ballverluste gegenüber vier bei den Britinnen) und haderten zudem mit einer schwachen Wurfquote (31 Prozent).

Die DBB-Damen kamen motiviert aus der Kabine und waren bemüht, den Rückstand peu a peu zu verringern. Linda Fröhlichs Pechsträne endete, als sie einen umjubelten Dreipunktewurf traf und gemeinsam mit der stark aufspielenden Roli-Ann Nikagbatse führte sie Deutschland wieder heran (41:55, 27. Min.). Auch defensiv spielten die DBB-Damen nun aggressiver und zwangen die Britinnen zu Fehlern in Spielaufbau (sieben Ballverluste im dritten Viertel). Zum Ende des dritten Viertels streikte das Live-Scouting aus Großbritannien – Deutschland ging mit einer Differenz von 14 Punkten in das Schlußviertel (45:59).

Die Marschroute war klar: So schnell wie möglich musste der Rückstand verringert werden, nicht nur um vielleicht noch die Chance zu haben, das Spiel zu drehen, sondern auch um sich in einem möglichen Dreiervergleich mit der Ukraine behaupten zu können. Vor allem Margret Skuballa setzte nun Akzente für die deutsche Mannschaft und war mit fünf Punkten in Folge an der deutschen Aufholjagd massiv beteiligt (50:62). Danach folgten zehn unbeantwortete Punkte der Britinnen, die Deutschland ins Herz trafen. Zudem verließ mit Anne Breitreiner (fünftes persönliches Foul) eine der wenigen verlässlichen Offensiv-Kräfte am heutigen Tag das Spielfeld. In den letzten Spielminuten nahm Nikagbatse das Heft in die Hand und zeigte ihre Gefährlichkeit im Angriff (57:75, 38. Min.). Damit avancierte die Flügelspielerin zur Topscorerin der deutschen Mannschaft, die deutliche Niederlage konnte sie jedoch auch nicht mehr abwenden. Deutschland unterlag nach schwacher erster Halbzeit mit 59:77 und muss nun im letzten Spiel in der Slowakischen Republik gewinnen und gleichzeitig auf eine Niederlage der wiedererstarkten Ukrainerinnen gegen die schon qualifizierten Britinnen hoffen.

DBB-Bundestrainer Imre Szittya meinte nach dem Spiel: “Wir haben extra mit einer kleinen Aufstellung begonnen, um von Anfang an die Intensität ins Spiel zu bringen. Doch die Britinnen haben ihre Vorteile sehr gut ausgenutzt und extrem physisch gespielt. Dorothea Richter hat angeschlagen gespielt und Sarah Austmann hat sich zu Beginn der zweiten Halbzeit am Knöchel verletzt, dennoch haben wir im dritten Viertel endlich das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Großbritannien hat verdient gewonnen, auch weil sie Linda Fröhlich sehr gut verteidigt haben. Wir müssen uns jetzt auf das Spiel in der Slowakei konzentrieren und dort gewinnen.”


Für Deutschland spielten:

Roli-Ann Nikagbatse (ohne Verein, 14), Anne Breitreiner (Club Athletico Faenza/Italien, 12), Dorothea Richter (HELI Donau-Ries, 3), Lisa Koop (BC pharmaserv Marburg), Sarah Austmann (evo NB Oberhausen, 2), Stina Barnert (TV Saarlouis Royals, 2), Romy Bär (Challes les Eaux/Frankreich, 10), Margret Skuballa (BC pharmaserv Marburg, 7), Birte Thimm (evo NB Oberhausen), Linda Fröhlich (Ros Caseres Valencia/Spanien, 3), Katja Bavendam (Hondarribia-Irun/Spanien, 2 und Petra Gläser (ohne Verein, 4).

Die bisherigen Ergebnisse der EM-Qualifikation / Gruppe D:

Ukraine – Deutschland: 56:60
Großbritannien – Slowakische Republik: 67:76

Deutschland – Großbritannien: 63:72
Slowakische Republik – Ukraine: 82:53

Deutschland – Slowakische Republik: 63:58 n.V.
Großbritannien – Ukraine: 57:49

Deutschland – Ukraine: 69:74
Slowakische Republik – Großbritannien: 63:70

Großbritannien – Deutschland: 77:59
Ukraine – Slowakische Republik: 80:78

Aktuelle Tabelle nach vier Spieltagen:  

1. Großbritannien – 4:1
2. Slowakische Republik – 2:3
3. Deutschland 2:3
4. Ukraine – 2:3

Um sich für die Europameisterschaft 2011 in Polen zu qualifizieren, muss Deutschland mindestens Gruppenzweiter werden.

Die verbleibenden EM-Qualifikationsspiele:

Ukraine – Großbritannien
29. August 2010, 14 Uhr deutscher Zeit

Slowakische Republik – Deutschland in Kosice
29. August 2010, 19 Uhr deutscher Zeit

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