DBB-Damen unterliegen der Ukraine7. Januar 2009

Ausfälle können nicht kompensiert werden, Romy Bär erhält zu wenig Unterstützung – Nach der Auftaktniederlage in der EM-Qualifikation sind nun drei Siege Pflicht

Die deutsche Damen-Nationalmannschaft ist mit einer Niederlage in die zusätzliche EM-Qualifikationsrunde gestartet. In Kiew unterlag das Team von Bundestrainer Imre Szittya der gastgebenden Ukraine mit 47:73 (11:29, 13:19, 15:10, 8:15). Damit steht nahezu fest, dass die kommenden drei Spiele allesamt gewonnen werden müssen und zudem auch der direkte Vergleich mit der Ukraine positiv entschieden werden muss, wenn die Ukraine daheim gegen Bulgarien gewinnen sollte. Weiter geht es für die deutschen Damen am kommenden Samstag, 10. Januar 2009, um 18.00 Uhr in der Hagener Ischelandhalle gegen Bulgarien.

In der eiskalten Halle in Kiew vor nur rund 150 Zuschauern begann die stark ersatzgeschwächte deutsche Mannschaft, die auf die Leistungsträgerinnen Linda Fröhlich, Anne Breitreiner und Sarah Austmann verzichten musste, mit Lea Mersch, Alexandra Müller (Foto oben rechts), Romy Bär, Petra Gläser und Katja Bavendam in der Anfangsformation. Bär traf direkt einen schnellen Dreier, doch dann übernahm die Ukraine das Kommando und setzte sich bis zur ersten deutschen Auszeit nach vier Minuten auf 6:13 ab. Auch in der Folge leistete sich die deutsche Auswahl zu viele Fouls und Ballverluste. Bereits frühzeitig drohte die Ukraine auf und davon zu ziehen (8:20, 7. Min.). Bis dahin hatte Olexandra Gorbunova schon zehn Punkte auf ihrem Konto. Böse Erinnerungen an den letzten Auftritt der Damen in der Ukraine wurden wach (39:93 in der ersten Runde der EM-Qualifikation im Sommer 2008).

Früh wechselte Imre Szittya viel durch, aber ohne die passende Formation zu finden. Die Ukraine dominierte weiterhin eindeutig (8:27, 8. Min.). Nach den ersten ernüchternden zehn Spielminuten, in denen auf deutscher Seite kaum etwas zusammen lief, war die Hoffnung auf ein erträgliches Resultat geschrumpft (11:29). Nur 23 Prozent Wurfquote und bereits sechs Ballverluste waren bezeichnend für den Auftritt des DBB-Teams. Petra Gläser „fing“ sich nach zwölf Minuten ihr drittes Foul, kaum ein Wurf der deutschen Spielerinnen fand sein Ziel und die Ukraine enteilte immer weiter (13:32, 14. Min.). Einzig Romy Bär (Foto links) deutete ihre Korbgefährlichkeit an. Der Abstand blieb nun einige Minuten konstant, sicher auch, weil sich Gorbunova nach ihren 15 Punkten zum Auftakt eine Verschnaufspause gönnte (20:42, 17. Min.). Die deutsche Mannschaft bemühte sich nach Kräften, irgendwie in das Spiel zu finden und den Rückstand zu reduzieren, um sich für das Rückspiel noch Chancen zu bewahren. Bis zum Seitenwechsel waren diese Bemühungen aber nicht von Erfolg gekrönt (24:48). 

Zu Beginn des 3. Viertels punktete Bär – die deutsche Offensive bestand nahezu ausschließlich aus ihr – ein ums andere Mal und brachte die Deutschen sogar minimal heran (34:54, 24. Min.). Doch da hatten Gläser und auch Lea Mersch bereits vier Fouls auf ihrem Konto. Lisa Koop verkürzte seit längerer Zeit einmal wieder auf weniger als 20 Punkte Rückstand (37:55, 29. Min.). Der Ukraine fiel in dieser Phase der Partie nicht mehr sehr viel ein, während sich die Szittya-Crew ganz langsam besser zurecht fand (39:58, 30. Min.).

Im Schlussabschnitt hielt die starke Romy Bär Deutschland zunächst weiter im Spiel, zumindest was den konstant bleibenden Rückstand angeht. Den deutschen Damen gelang es aber trotz großen Kampfes nicht, sich näher an die Gastgeberinnen heran zu spielen. Im Gegenteil, die Ukraine gewann gegen die nun auch kräftemäßig etwas nachlassenden DBB-Akteurinnen wieder an Vorspung (43:69, 35. Min.). Die Wurfquote, die sich zwischenzeitlich etwas stabilisiert hatte, verschlechterte sich zunehmend und lag zu diesem Zeitpunkt bei 27 Prozent (16/60). Außerdem war man jetzt bei den Rebounds deutlich unterlegen und viel höher foulbelastet. Bis zum Spielende änderte sich nicht mehr viel, so dass Deutschland in die deutliche Niederlage einwilligen musste (47:73).

„Es reicht auf diesem Niveau nicht, nur ein Viertel auf hohem Niveau zu spielen und eine ganze Hälfte zu verschlafen. Wir haben viel zu spät angefangen zu verteidigen und auch zu viele leichte Würfe in der Offensive vergeben. Man hat heute deutlich gemerkt, dass uns ganz viel internationale Erfahrung gefehlt hat“, resümierte Imre Szittya enttäuscht.

Für Deutschland spielten:
Lea Mersch (evo NB Oberhausen, 2), Stina Barnert (TV Saarlouis Royals, 4), Lisa Koop (BC pharmaserv Marburg, 5), Sandra Weber (BC phamaserv Marburg), Katja Bavendam (ohne Verein, 1), Alexandra Müller (BG WWK Donau-Ries, 2), Annika Danckert (BBV Leipzig, 2), Corry Berger (TSV Wasserburg, 3), Petra Gläser (evo NB Oberhausen, 2), Birte Thimm (evo NB Oberhausen, 2), Romy Bär (TV Saarlouis Royals, 21), Katharina Kühn (TSV Wasserburg, 3).

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