DBB-Damen unterliegen in Schweden nach gutem Start27. Juni 2012

Die deutsche Damen-Nationalmannschaft steht vor der kurzen Pause der EM-Qualifikation und den verbleibenden vier Spielen der Gruppe D mit dem Rücken zur Wand. Im wichtigen Spiel beim direkten Konkurrenten Schweden musste das Team von Bundestrainer Andreas Wagner in eine 58:68 (18:10, 16:23, 10:21, 14:14)-Niederlage einwilligen. Anne Breitreiner war die erfolgreichste deutsche Werferin (19 Punkte). Mit nunmehr zwei Siegen und zwei Niederlagen haben die ING-DiBa-Korbjägerinnen zwar weiterhin alle Möglichkeiten zu einer Qualifikation, müssen aber aber ab kommenden Mittwoch eine erfolgreichere Rückrunde spielen. Nur die ersten beiden Teams qualifizieren sich für die Europameisterschaft 2013 in Frankreich.

Wagner ließ die “Starting Five” unverändert und brachte zu Beginn Tina Menz, Sarah Austmann, Anne Breitreier, Romy Bär und Katharina Fikiel. Starke Verteidigung der Deutschen verhinderte anfangs die so gefürchtete hohe Trefferquote der Schwedinnen in deren Heimspielen. Die abprallenden Bälle sicherte sich allesamt Romy Bär, während vorne Fikiel und Austmann zur 6:4-Führung punkteten (4. Min.). Nur zwei der ersten 15 schwedischen Würfe fanden ihr Ziel und die DBB-Auswahl hätte zu diesem Zeitpunkt durchaus höher führen können (4:8, 7. Min.). Schweden versuchte sich in einer Auszeit neu zu besinnen. Als Breitreiner zum 10:4 erfolgreich war, störten bis dahin eigentlich nur die vier Ballverluste. Und es lief weiter gut für die DBB-Korbjägerinnen, die durch Bär zum 12:4 kamen, ein “and one” aber verpassten. Schwedens in den bisherigen Spielen überragende Akteurin, Frida Eldebrink, beendete die Wurfflaute der Skandinavierinnen nach fast sechs punktlosen Minuten. Aber Charmaine Callahan (Foto) war gleich wieder zur Stelle. Nach dem ersten Viertel lagen die Gäste mit 18:10 vorne.

Auch im zweiten Viertel war das Bestreben der DBB-Auswahl, die offensiven Qualitäten der Skandinavierinnen nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, spürbar. Mit voller Intensität verteidigte das Wagner-Team. Dennoch kamen die Gastgeberinnen heran, weil es Deutschland in dieser Phase versäumte, die Lücken in der schwedischen Verteidigung so konsequent wie zu Beginn zu nutzen (18:17, 14. Min.). Fast sechs Minuten vergingen im zweiten Spielabschnitt, ehe das DBB-Team wieder punkten konnte (21:19, Breitreiner). Eldebrink hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon längst zur spielbestimmenden schwedischen Akteurin gesteigert und bereits zwölf Punkte auf ihrem Konto, während dem deutschen Team die zehn Ballverluste weh taten. Schweden übernahm die Führung und Austmann kassierte schon ihr drittes Foul, kurz später auch Callahan. Eine schwierige Phase für die Deutschen, in der der 3er von Doro Richter genau zum richtigen Zeitpunkt kam (26:25, 17. Min.). Schweden ließ jetzt aber nicht locker, beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe und konnten sich bis zum Gang in die Kabinen keinen größeren Vorteil mehr verschaffen. Wie schon im Heimspiel gegen Bulgarien übernahm Breitreiner viel Verantwortung und hielt ihr Team mit wichtigen Pnkten im Spiel (34:33). In vielen Statistiken (Wurfquote, Rebounds) lag Deutschland zur Pause vorne, nur bei den Ballverlusten und Fouls hatte Schweden eine deutlich bessere Bilanz vorzuweisen. Auch Richter hatte sich wenige Sekunden vor der Halbzeitsirene noch ihr drittes Foul eingefangen.

Die knapp 1.000 Zuschauer sahen zu Beginn des dritten Viertels ein Gastgeberteam, dass schnell die ersten sechs Punkte erzielte (34:39, 22. Min.) und nur durch eine deutsche Auszeit gestoppt werden konnte. Doch es lief weiter wenig zusammen für Deutschland und so war der 3er von Bär zum 37:43 (24. Min.) enorm wichtig. Die Wurfquoten der beiden Teams hatten sich nahezu angeglichen und es war Bär, die Deutschland in diesen Minuten “am leben” hielt (40:45, “and one”, 26. Min.). Die deutschen Spielerinnen bemühten sich mit letztem Einsatz darum, den Anschluss an die Gastgeberinnen nicht zu verlieren, mussten aber die vierten Fouls von Callahan und Richter hinnehmen (44:49, 28. Min.). Bis zum Viertelende vergrößerte Schweden den Abstand wieder etwas, die deutschen Würfe wollten einfach nicht fallen (44:54).

Schweden befand sich nun voll im Rhythmus und kontrollierte das Spiel. Pia Mankertz machte mit ihrem 3er zum 49:56 nach 33 Minuten wieder Hoffnung auf ein positives Ende für das DBB-Team. Endlich traf auch die bis dahin völlig glücklose Austmann (51:56), verbuchte aber umgehend auch ihr viertes Foul. Wieder ließ Deutschland einige Chancen ungenutzt verstreichen, biss sich aber immer wieder in die Partie und kämpfte schließlich auch um ein gutes Ergebnis, das für einen möglichen direkten Vergleich noch alle Chancen ließ (53:58, 37. Min.). Richter schied mit Höchstfoulzahl aus, ihr folgte kurz später Callahan und wieder vergab das DBB-Team mehrere Würfe. Drei Minuten vor dem Ende behauptete Schweden seine Führung (53:61).  Bei noch 1´22 Minuten auf der Uhr netzte Breitreiner einen 3er zum 58:63 ein, aber mehr war nicht mehr drin und die Schwedinnen kamen zum 68:58-Erfolg.

“25 Ballverluste sind in einem solchen Spiel einfach zu viel. Diese Ballverluste haben uns immer dann zurückgeworfen, wenn wir wieder etwas dran waren. So kam Schweden zu leichten Punkten, die uns weh getan haben. Außerdem hatten wir vorne und hinten eine Menge unglücklicher Aktionen, die als Foul geahndet wurden. Das soll aber überhaupt kein Vorwurf an die Schiedsrichter sein, die tragen keine Schuld. Wir müssen uns nun sammeln und nächste Woche mit Volldampf in Rumänien bestehen. Der Sieger des Spiels wird den ersten Verfolgerplatz haben, das ist unser Ziel”, blickte Andreas Wagner schnell wieder nach vorne.

Deutschland
Romy Bär (Challes les Eaux/Frankreich, 14), Anne Breitreiner (Villeneuve d´Ascq/Frankreich, 19), Dorothea Richter (Heli Donau Ries, 3), Pia Mankertz (BG ´89 Avides Hurricanes, 3), Sarah Austmann (evo NB Oberhausen, 4), Roli-Ann Haldin (Wolfenbüttel Wildcats), Tina Menz (BC pharmaserv Marburg), Svenja Greunke (Rhein Main Baskets / TV Langen, 3), Stephanie Wagner (Rhein Main Baskets), Katharina Fikiel (Wolfenbüttel Wildcats, 8), Charmaine Callahan (Wolfenbüttel Wildcats, 4), Sonja Greinacher (Gonzaga University/USA).

Nächstes Spiel in der EM-Qualifikation
Mittwoch, 4. Juli 2012, 18.00 Uhr, : Rumänien – Deutschland

Weitere Informationen und Statistiken unter www.fibaeurope.com

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