DBB-Damen unterliegen Litauen nach großem Kampf13. September 2008

Deutschland dennoch in zusätzlicher Qualifikationsrunde

Nach dem Spiel in Marburg jubelten die DBB-Damen trotz der 67:57 (18:19, 12:11, 14:19, 13:19)-Niederlage. Nach großem Kampf hatte sich die Mannschaft von DBB-Bundestrainer Imre Szittya den erfahrenen Spielerinnen aus Litauen geschlagen geben müssen. Vor gut 800 Zuschauern in Marburg waren Anne Breitreiner mit 17 Punkten und Dorothea Richter (Foto) mit 12 Punkten die besten Korbjägerinnen für Deutschland.

Doch wie bereits angekündigt, richtete sich der Blick der DBB-Damen nicht nur auf das eigene Spiel, sondern auch auf die anderen Partien in den weiteren EM-Qualifikationsgruppen: großes Aufatmen gab es in der DBB-Delegation nach dem hauchdünnen 72:71-Sieg Frankreichs in Rumänien. Da sich Bulgarien jedoch gegen Serbien durchsetzen konnte, hatte sich eine Mannschaft – immer ausgehend von einer deutschen Niederlage – an den DBB-Damen vorbeigespielt. Etwas vor dem deutschen Spiel startete die Partie Polen gegen Bosnien-Herzegownia, die Polen gewann und damit Bosnien-Herzegowina ebenfalls hinter Deutschland blieb. So kam es zum zeitgleichen Showdown Deutschlands mit Großbritannien, die bei einem Sieg und gleichzeitiger deutscher Niederlage noch am DBB-Team vorbeiziehen konnten.

Doch nun zum Geschehen in Marburg: DBB-Bundestrainer Imre Szittya startete mit seiner Stammformation in die Partie: Dorothea Richter, Sarah Austmann, Anne Breitreiner, Cornelia Janzon und Lisa Koop starteten für Deutschland. “Lokalmatadorin” Lisa Koop und Anne Breitreiner trafen zur 4:0-Führung für die ING-DiBa-Korbjägerinnen. Dorothea Richter baute den Vorsprung der DBB-Damen mit einem Dreipunktspiel aus; zum 10:3 nach vier Minuten traf die glänzend aufgelegte Breitreiner aus der Distanz. Entnervt nahm der litauische Trainer nach Punkten von Cornelia Janzon eine Auszeit. Die Ansprache zeigte seine Wirkung: angeführt von Rima Valentiene mit zwei Dreiern erzielte Litauen elf Punkte in Folge und kämpfte sich so die Führung zurück (14:12, 6. Min.). Im weiteren Verlauf des ersten Spielabschnitts sahen die Marburger Zuschauer eine spannende Begegnung mit vielen Führungswechseln. Nach zehn Spielminuten lagen die Gäste aus Litauen knapp mit 19:18 in Front.

Im zweiten Viertel entwickelte sich ein sehr physisches Spiel, mit dem die deutschen Damen anders als bei der Hinspielniederlage viel besser zu Recht kamen. Obwohl Katja Bavendam, Katharina Kühn und Cornelia Janzon unter den Körben viel einstecken mussten, konterten sie durch Punkte. Janzon traf von der Freiwurflinie zum 24:23-Führung (16. Min.). Wie schon im Heimspiel gegen die Ukraine am vergangenen Samstag zeigte die Mannschaft von DBB-Bundestrainer Imre Szittya eine starke defensive Leistung. Mehrfach setzten sie die litauischen Spielerinnen so sehr unter Druck, dass die ihren Angriff nicht in 24 Sekunden beenden konnten. Im Angriff haderten die deutschen Damen jedoch mit ihrer Dreierquote (nur zwei von zehn), so dass das DBB-Team zur Halbzeit nur knapp mit 30:29 führte.

Litauen spielte in der zweiten Hälfte extrem stark auf und legte einen 10:0-Lauf hin. Dorothea Richter beendete in der 24. Minute die Flaute für die deutsche Mannschaft und traf zwei Freiwürfe. Trotz des Rückstands steckte das Szittya-Team jedoch nicht auf und kämpfte weiter. Nun fielen auch endlich die Dreipunktewürfe der DBB-Damen: Alexandra Müller traf eine gute Minute vor Ende des dritten Spielabschnitts zum 44:42 für Deutschland. Diana Razmaite traf allerdings im direkten Gegenzug. Routiniert spielten die Litauerinnen in der Schlussminute des dritten Viertels die deutsche Defensive auseinander, so dass Deutschland vor den letzten zehn Minuten mit 44:48 zurück lag.

Auch im abschließenden Viertel gelang den Spielerinnen Litauens der bessere Start. Doch die DBB-Damen wussten erneut durch ihr hohes Engagement dagegen zu halten. Lisa Koop setzte entscheidend nach und punktete zum 48:52 aus deutscher Sicht. Das Spiel blieb weiterhin knapp. Richter traf zum umjubelten 57:61 – zu diesem Zeitpunkt kam auch die erlösende Nachricht aus Israel. Die Gastgeberinnen gewannen mit 75:69 gegen Großbritannien. Damit konnte sich das DBB-Team sogar eine Niederlage leisten, gegen die sie sich aber vehement stemmte. Doch der große Kampfgeist der DBB-Damen wurde am Ende nicht mit einem Überraschungssieg belohnt: mit 57:67 unterlagen sie Litauen, die ihrerseits damit die direkte EM-Qualifikation sicherte.

DBB-Bundestrainer Imre Szittya war kurz nach Spielende voll des Lobes für seine Mannschaft: “Unser Team hat eine großartige Moral bewiesen, mit der wir zwei Siege erreicht haben. Auch heute haben wir bis zum Ende gekämpft, aber die Karft hat nach dem langen Sommer nicht mehr ganz gereicht. Gerade wenn man die zahlreichen Rückschläge bedenkt, die wir in diesem langen Sommer bekommen haben, ist das eine tolle Leistung. Ein riesengroßes Kompliment an die gesamte Delegation!”

Gegen wen die deutschen Basketballerinnen in der zusätzlichen Qualifikationsrunde im Januar 2009 antreten, entscheidet sich am 15. Oktober 2008 in Riga.

Für Deutschland spielten:
Lea Mersch (evo NB Oberhausen, 2), Sarah Austmann (evo NB Oberhausen, 4), Katja Bavendam (Botas Spor/Türkei, 2), Anne Breitreiner (KSSSE AZS PWSZ Gorzow/Polen, 17), Annika Danckert (BBV Leipzig, 2), Magdalena von Geyr (TSV Wasserburg), Cornelia Janzon (BBV Leipzig, 3), Alexandra Müller (BG WWK Donau-Ries, 5), Lisa Koop (BC Pharmaserv Marburg, 6), Sabine Loewe (Basket Club Bolzano/Italien), Katharina Kühn (TSV Wasserburg, 4) und Dorothea Richter (ohne Verein, 12).

Weitere Informationen zur EM-Qualifikation finden Sie auf der Turnier-Homepage

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