DBB-Damen unterliegen Israel nach großem Kampf7. Juni 2013

Die deutsche Damen-Nationalmannschaft hat das erste von drei Turnierspielen um die vorzeitige Qualifikation zur Europameisterschaft 2015 in Israel verloren. Das Team von DBB-Bundestrainerin Alexandra Maerz unterlag den Gastgeberinnen mit 57:68 (17:15, 11:15, 15:22, 14:16). Deutschland agierte gegen die favorisierten Israelinnen lange Zeit auf Augenhöhe, hatte in der zweiten Spielhälfte gegen die treffsicheren und cleveren Gastgeberinnen allerdings nichts mehr entgegenzusetzen. Am morgigen Samstag ist gegen Portugal (17 Uhr deutscher Zeit) ein Sieg Pflicht, will man noch eine Chance auf den Gruppensieg und so auf die finalen Spiele der vorzeitigen Qualifikation haben. In der heutigen Partie zeichnete sich Katharina Fikiel (Foto, neun Punkte und zwölf Rebounds) als beste Werferin für Deutschland aus.

Mit Tina Menz, Anne Breitreiner, Maggi Skuballa, Birte Thimm und Katharina Fikiel schickte DBB-Bundestrainerin Alexandra Maerz ihr bewährtes Personal in die Partie. Den besseren Start erwischten aber die gastgebenden Israelinnen: mit fünf schnellen Punkten erspielten sie sich eine kleine Führung, ehe Fikiel und Breitreiner für den Anschluss aus deutscher Sicht sorgten (4:7, 3. Min.). Im weiteren Verlauf des Spiels zeigte sich auf beiden Seiten die Nervosität, die in dieser wichtigen Auftaktpartie vorherrschte. Ein Freiwurf-Treffer von Fikiel beendete dann die minutenlange, punktelose Phase, doch aus Israel traf und behielt so die Führung. Maerz brachte Svenja Bruckhorst und Stephanie Wagner in die Begegnung, doch auch sie konnten nicht verhindern, dass Israel erstmals aus der Distanz traf und so weiter davonzog (5:13, 7. Min.). Nach der deutschen Auszeit erspielten sich die DBB-Damen zwar weiterhin gute Wurfchancen – doch es fiel nur wenig durch die Reuse. Das Duo Breitreiner und Brunckhorst schaffte nach zwei schönen Co-Produktionen und gutem Einsatz in der Verteidigung den 10:15-Anschluss. Wagner, die von Lea Mersch bedient wurde, tat es ihnen nach und schon war Deutschland wieder im Spiel: 12:15. Das Momentum kippte nun zu Gunsten der DBB-Damen: Menz glich per Dreipunktewurf aus und Mersch beendete den beeindruckenden 12:0-Lauf Deutschlands, der nur von der Viertelpause gestoppt werden konnte (17:15).

Auch im zweiten Viertel konnte die deutsche Mannschaft die Führung behaupten: dank gut sortierter Verteidigung gelang es der Mannschaft von Bundestrainerin Maerz immer wieder, Schnellangriffe zu laufen und diese auch erfolgreich abzuschließen (Wagner, Mersch). Israel zeiget sich nach wie vor beeindruckt vom Tempo des DBB-Teams, punktete in dieser Phase allerdings auch wieder. Nach 13 kurzweiligen Spielminuten stand es 21:21. Die Umstellung des Israelinnen auf Zonen-Verteidigung brachte dann den Führungswechsel zu Gunsten der Gastgeberinnen, die die deutsche Mannschaft vor eine schwierige Aufgabe stellten. Menz’ Freiwürfe zum 25:27-Zwischenstand waren nach mehreren Angriffen ohne Punkte immens wichtig. Nun wechselte auch die deutsche Mannschaft auf eine Zonen-Verteidigung und konnte dieses hochintensive und spannende Spiel erneut ausgleichen (Wagner, 27:27). Zum Seitenwechsel blieb die Begegnung ausgeglichen, mit minimalen Vorteilen für Israel: 28:30.

Entscheidung in der zweiten Halbzeit

Deutschlands Mannschaftskapitänin, Tina Menz, eröffnete die zweite Halbzeit mit ihren Punkten zum erneuten Ausgleich – es sollte der letzte Gleichstand an diesem Nachmittag bleiben. Israels Doron führte ihr Team mit vier unbeantworteten Zählern wieder leicht davon, Deutschland tat sich nun offensiv sehr schwer: viele Würfe wurden vergeben, es mehrten sich die Ballverluste und Israel schaffte es immer wieder, durch Schnellangriffe erfolgreich zu sein und Punkt um Punkt davonzuziehen. Als Israels Führung zweistellig wurde, brachte Maerz die Youngster Ama Degbeon und Judith Schmidt in die Partie, die unbekümmert aufspielten und frech punkten konnten. Degbeon schaffte mit der Sirene zur Viertelpause den 43:52-Anschluss und gab Deutschland so vor Beginn der letzten zehn Minuten noch einmal Hoffnung.

Mit einer starken Verteidigung als Basis gingen die DBB-Damen das Schlussviertel an; Israel gelang vier Minuten kein Korberfolg, während Mersch und Brunckhorst wichtige Zähler zur Aufholjagd beitrugen (46:52, 33. Min.). Israel nahm eine Auszeit, denn Deutschland schickte sich an, der Begegnung noch einmal eine entscheidende Wende zu geben. Bezeichnenderweise traf Doron auch erst von der Freiwurflinie – erstmals für ihr Team im finalen Abschnitt. Doch den beiden Freiwurf-Treffern folgte ein deutscher Ballverlust, sodass Doron erneut punkten konnte und Israel wieder zweistellig führte (46:56, 35. Min.). Maerz nahm eine Auszeit, justierte ihr Team und konnte sich danach über zwei gelungene Aktionen (Fikiel-Korb nach Brunckhorst-Pass und Ballgewinn nach Offensiv-Foul-Annahme Mersch). Doch aus der Distanz blieb der Korb für die DBB-Damen wie vernagelt, zudem musste Deutschland in der Schlussphase auf Breitreiner verzichten, die mit ihrem fünften persönlichen Foul auf der Bank Platz nehmen musste. Finja Schaake traf zweieinhalb Minuten vor Spielende einen Dreipunktewurf, doch Israels Antwort folgte prompt (65:52, 38. Min.). Da Israel clever agierte und Deutschland kein Mittel mehr fand, musste das jungen Team von Bundestrainerin Maerz nach großem Kampf und intensivem Spiel in die 57:68-Niederlage einwilligen. Beim morgigen Spiel gegen Portugal muss Deutschland gewinnen, um noch eine Chance auf das einzige vorzeitige Ticket für die EM 2015 zu haben.

“Man hat heute gemerkt, dass wir eine international sehr unerfahrene Mannschaft haben und dass großer Druck auf den Führungsspielerinnen liegt. Israel hat sehr entschlossen und aggressiv gespielt und es uns so schwierig gemacht, da unser Selbstvertrauen natürlich auch von der Leistung unserer Führungsspielerinnen abhängt. Sie haben das im bisherigen Verlauf des Sommers super gemacht; das ist auch kein Vorwurf, aber die Nervosität und die Unsicherheit hat man gemerkt. Morgen gegen Portugal wollen wir nur auf uns gucken, den Kopf nicht in den Sand stecken und befreiter sein als heute. Dann haben wir eine Chance!”, so Bundestrainerin Alexandra Maerz nach dem Spiel.

Für Deutschland spielten:
Lea Mersch (ohne Verein, 6), Anne Breitreiner (TSV Wasserburg, 9), Birte Thimm (evo NB Oberhausen), Finja Schaake (Bender Baskets Grünberg / BC Pharmaserv Marburg, 3), Julia Schindler (Eisvögel USC Freiburg),  Stephanie Wagner (TV Langen/Rhein Main Baskets, 7), Tina Menz (BC Pharmaserv Marburg, 9),  Judith Schmidt (Eisvögel USC Freiburg, 2), Ama Degbeon (Bender Baskets Grünberg, 4), Katharina Fikiel (TSV Wasserburg, 9 Punkte, 12 Rebounds), Svenja Brunckhorst (TSV Wasserburg, 8 ) und Margret Skuballa (BC Pharmaserv Marburg).

Die weiteren Spieltermine der DBB-Damen in Israel (deutscher Zeit):
Samstag, 8. Juni 2013, 17:00 Uhr, Deutschland – Portugal
Sonntag, 9. Juni 2013, 19:45 Uhr, Deutschland – Mazedonien

Weitere News

31. Mai 2016

DBB U16-Jugendpokal 2016: TTL Basketball Bamberg triumphiert

Knapper Finalerfolg gegen ALBA

31. Mai 2016

Trauer um Hans-Dieter Krebs

Basketball-Pionier verstarb im Alter von 84 Jahren

KrebsHans-Diter-500

30. Mai 2016

Die SG Langen ist Deutscher Meister der Ü50 Herren 2016

Finale: SG Langen - SG Telgte 40:33

DBB auf Flickr

Bitte anklicken, um die Slideshow zu öffnen.