DBB-Damen unterliegen Finnland1. Juni 2013

Die deutsche Damen-Nationalmannschaft hat trotz großartigen Kampfgeistes ihren letzten offiziellen Test vor der am Freitag beginnenden EM-Qualifikation (in Israel gegen Israel, Mazedonien und Portugal) nicht erfolgreich bestreiten können (Morgen inoffizielles Testspiel). Gegen Finnland unterlag die Mannschaft von Bundestrainerin Alexandra Maerz mit 72:79 (24:21, 10:14, 19:18, 19:26). Knapp 1.000 Zuschauer in der ausverkauften Lindenhalle in Wolfenbüttel boten einen glänzenden Rahmen für die spannende Partie, der auf deutscher Seite Anne Breitreiner mit 24 Punkten den dicksten Stempel aufdrückte.

Vor dem Spiel wurden die langjährige Kapitänin Dorothea Richter von DBB-Vizepräsident Dr. Wolfgang Hilgert aus dem Kreis der Nationalmannschaft verabschiedet und Margret “Maggie” Skuballa” für ihr 50. Länderspiel geehrt. Außerdem erhielten die hochschwangere Sarah Zierhut (ehem. Austmann) sowie die mit einem Handbruch nur zuschauende Lisa Koop Blumensträuße. Für Koop rückte Katharina Fikiel in die deutsche Startformation, der auch noch Tina Menz, Anne Breitreiner, Skuballa und Birte Thimm angehörten. Den besseren Start gegen eine aufgeregt wirkende deutsche Mannschaft erwischten die Finninnen (2:5, 2. Min.). Breitreiner hielt mit ihren Punkten und Assists allerdings schnell und wirkungsvoll dagegen (9:6, 5. Min.). Das Trommelfeuer der lautstarken Fans spornte die ING-DiBa-Korbjägerinnen offenbar an, denn Breitreiner erhöhte nach sechs Minuten per Dreier auf 16:9. Ganz stark auch Skuballa, die sich zum 18:13 und 22:15 durchsetzte (9. Min.). Ein turbulentes erstes Viertel ging mit 24:21 zu Ende.

Die überragende Breitreiner blieb der Dreh- und Angelpunkt ihrer Mannschaft, die in der Defensive allerdings jetzt einige Schwächen zeigte. Zu offensiv verteidigte man im Passweg, zu oft fehlte die Hilfe, sodass Finnland zu einigen einfachen “backdoor”-Punkten kam. Die DBB-Korbjägerinnen fanden offensiv aber eine glänzende Mischung zwischen Distanzwürfen und Zug zum Korb und blieben so vorne (31:25, 14. Min.). Es war eine wahre Freude, dem ideen- und variantenreichen Offensivspiel des DBB-Teams zuzuschauen, in das in den Folgeminuten ein kleiner “Bruch” kam, den Finnland zunächst aber nicht nutzen konnte (34:27, 17. Min.). Doch dann hieß es 34:32 (19. Min.) und Deutschland drohte den Vorsprung noch vor der Pause zu verspielen. Ein finnischer Dreier traf zum 34:35, der Verlauf der ersten Hälfte wurde in den letzten beiden Spielminuten des zweiten Viertels quasi auf den Kopf gestellt.

Nach dem Seitenwechsel ging Deutschland wieder in Führung (40:37, 24. Min.), das ganze Spiel war jetzt aber deutlich “zäher” als vor der Pause. Wahrscheinlich der ideale Test für die kommenden Aufgaben beider Mannschaften. Finnland schlug zurück und es entwickelte sich eine extrem umkämpfte Partie, die nur sehr wenig Freundschaftscharakter besaß (42:42, 26. Min.). Breitreiners Dreier “swishte” zum 47:42 durch die Reuse (27. Min.), die Halle stand wieder Kopf. Gegen die körperlich beeindruckenden Finninnen behauptete die DBB-Auswahl zu diesem Zeitpunkt auch die Reboundhoheit, ein weiteres Indiz für den unbändigen Kampfgeist der Maerz-Truppe (51:45, 28. Min.).  Nach drei Vierteln hieß es 53:53.

Fikiel machte die ersten vier Punkte des DBB-Teams im Schlussviertel und verhinderte damit, dass sich Finnland absetzen konnte (57:59, 32. Min.). Doch das Momentum war nun auf die Seite Finnlands gewechselt (57:62, 33. Min.). Dann fasste sich Tina Menz ein Herz und drückte völlig unbedrängt hinter der Dreierlinie ab: 60:62. Minna Sten antwortete postwendend ebenfalls von “downtown” und Maerz rief ihre Mannschaft zur Auszeit zusammen. Finnland wirkte sehr abgeklärt und konterte die intensiven deutschen Defensebemühungen konsequent (64:68, 35. Min.). Der offene Schlagabtausch sah Finnland auch vier Minuten vor dem Ende noch knapp vorne (66:70). Mit letztem Einsatz wehrten sich die Gastgeberinnen, die aber jetzt immer wieder einen halben Schritt zu spät kamen. Das 66:74 durch Finnlands Beste, Taru Tuukkanen, bedeutete eine Vorentscheidung (2´39). Deutschland gelangen noch einige Ballgewinne, aber der entscheidende Punch in der Offense fehlte jetzt. An der Freiwurflinie gaben sich die Skandinavierinnen zudem kaum eine Blöße (70:77, 1´04). So blieb es bei einer misslungenen Generalprobe für die EM-Qualifikation. Bekanntlich muss das ja kein schlechtes Zeichen sein.

“Ich denke, wir haben uns sehr gut verkauft und ein attraktives Spiel gezeigt. Jetzt sind alle gefragt, um uns in der kurzen verbleibenden Zeit in die Lage zu versetzen, solche Spiele erfolgreich zu Ende zu spielen. Wir bleiben bei unserem Tempobasketball, müssen uns aber wegen der Verletzung von Lisa Koop so kurz vor Schluss der Vorbereitung wieder neu sortieren. Das ist schwierig, aber wir werden alles daran setzen, dass uns das rechtzeitig zur EM-Qualifikation gelingt,” meinte Bundestrainerin Alexandra Maerz nach dem Spiel.

Für Deutschland spielten:
Lea Mersch (ohne Verein, 2), Anne Breitreiner (TSV Wasserburg, 24), Birte Thimm (evo NB Oberhausen, 6), Finja Schaake (Bender Baskets Grünberg / BC Pharmaserv Marburg), Margret Skuballa (BC Pharmaserv Marburg, 14), Stephanie Wagner (TV Langen/Rhein Main Baskets, 5), Tina Menz (BC Pharmaserv Marburg, 5), Ama Degbeon (Bender Baskets Grünberg), Judith Schmidt (Eisvögel USC Freiburg), Christina Schnorr (SV Halle Lions), Katharina Fikiel (TSV Wasserburg, 12), Svenja Brunckhorst (TSV Wasserburg, 4).

Finnland:
Vilma Kesänen 6, Heta Korpivaara 2, Linda-Lotta Lehtoranta 15, Anni Mäkitalo 2, Sofia Pelander, Reetta Piipari 12, Dionne Pounds 11, Minna Sten 5, Tiina Sten, Taru Tuukkanen 26, Hanna Vapamaa, Anniina Äijänen.

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