DBB-Damen auch in Kroatien siegreich13. September 2006

72:61 nach Zitterspiel – Deutliche Führung nach der Pause fast noch verspielt – 80 deutsche Fans in Sibenik
Die deutsche Damen-Nationalmannschaft hat ihr drittes EM-Qualifikationsspiel in Kroatien mit 72:61 (20:9, 19:21, 10:21, 23:10) gewonnen, steht damit nach der Hälfte der Qualifikation mit einer weißen Weste da und bereits mit einem Bein in der Tür zur Europameisterschaft im kommenden Jahr in Chieti/Italien. Am kommenden Samstag beginnt mit dem Spiel in Danzig/Polen die „Rückrunde“ der Qualifikationsgruppe C. Die Gruppensieger und die vier besten Gruppenzweiten der fünf Qualifikationsgruppen (Drei Vierer- und zwei Dreiergruppen) qualifizieren sich für die EM.

Vor nur rund 200 Zuschauern in Sibenik, darunter 80 deutschen Touristen, die das deutsche Teamhotel eigens mit Bussen zur Halle gebracht hatte, begann die Partie für die deutsche Mannschaft wie in Schweden: mit zwei schnellen Dreiern, dieses Mal von Dorothea Richter und Alexandra Müller (6:2, 2. Min.). Anne Breitreiner erhöhte auf 10:2, Linda Fröhlich (Foto) reboundete bereits wieder fleißig. Nach acht Spielminuten hatte sie sage und schreibe acht Rebounds geholt, aber noch keine Punkte erzielt (14:8). „Alles richtig gemacht“, so das Urteil über die deutschen Anfangsminuten. Nach dem 1. Viertel führte die Mannschaft von Bundestrainer Olaf Stolz mit 20:9, die elf Rebounds von Fröhlich dürften ihres Gleichen suchen.

Nach dem 23:9 per Fröhlich-Dreier (11. Min.) wachten die Kroatinnen auf und hielten wirksamer dagegen, während die deutsche Mannschaft ein wenig den Faden verlor (28:20, 14. Min.). Doch schon traf die jetzt auch in der Offensive überzeugende Fröhlich ihren 2. Dreier, ließ den zwischenzeitlichen Aufwind der Gastgeberinnen erschlaffen und erhielt nach neun Punkten und 14 Rebounds ihre erste Pause auf der Bank. Die für sie ins Spiel gekommene Susanne Kernl führte sich mit vier Punkten gleich prächtig ein (35:21, 16. Min.). Noch vor dem Seitenwechsel kämpfte sich Kroatien heran. Das DBB-Team leistete sich in dieser Phase einige haarsträubende Fehler und musste dafür „bezahlen“ (37:30). Doch zur Beruhigung der Nerven traf Doro Richter fünf Sekunden vor der Sirene zum 39:30.

Punkt um Punkt holte Kroatien nach der Pause auf (41:39, 24. Min.). Die deutsche Mannschaft zollte jetzt ihrer miserablen Wurfquote aus dem Zweierbereich (bis dato 29 Prozent) sowie zunehmenden Ballverlusten Tribut, während dem Gegner um die starke Playmakerin Sandra Popovic einige Minuten lang beinahe Alles gelang. Olaf Stolz versuchte den Lauf der Kroatinnen mit einer Auszeit zu stoppen. Die kroatische Führung nach 27 Minuten wandelten Anne Breitreiner und Alexandra Müller umgehend wieder in ein 46:44 für Deutschland um (28. Min.). Das Spiel stand jetzt buchstäblich auf des Messers Schneide. Natalie Gohrke kassierte ihr 4. Foul, die fälligen Freiwürfe verwandelte Kroatien zum Ausgleich. Zum Entsetzen der deutschen Fans gingen die Gastgeberinnen wieder in Führung (46:48, 29. Min.). Fröhlich konterte, aber der Dreier von Ana Lelas zum 49:51 aus deutscher Sicht mit der Schlusssirene des 3. Viertels tat weh.

Die starke Alexandra Müller holte mit ihrem 4. Dreier die deutsche Führung zurück (32. Min.). Die folgenden sieben Würfe fanden in der nun sehr hektischen Partie auf beiden Seiten ihr Ziel nicht, ehe Fröhlich nach 34 Minuten mit ihrem ersten Treffer aus der Zweierdistanz im zehnten Versuch das 54:51 besorgte. Dieses Mal nahm Kroatien eine Auszeit. Kroatien glich wieder aus, Fröhlich holte wieder die deutsche Führung zurück, Kroatien glich wieder aus, Fröhlich war erneut zur Stelle (58:56, 36. Min.). Dann traf auch die mit vielen Ballverlusten unglücklich agierende Anne Breitreiner wieder. Fast schon überflüssig zu erwähnen, dass Kroatien durch einen weiteren Lelas-Dreier umgehend antwortete (60:59, 37. Min.). Der Dreier von Doro Richter zum 63:59 tat dem deutschen Team sehr gut und war für Kroatien eine bittere Pille. Natalie Gohrke legte 100 Sekunden vor dem Ende zum 65:59 nach. Die Entscheidung? Jawohl, denn genau eine Minute vor Schluss machte Doro Richter mit einem Freiwurftreffer mehr oder weniger alles klar (68:61). Der Dreier von Breitreiner war dann noch das Sahnehäubchen auf den Erfolg.

Deutschland:
Corry Berger (NB Oberhausen), Anne Breitreiner (Ros Caceres Valencia/Spanien, 13), Annika Danckert (ohne Verein), Linda Fröhlich (Fenerbahce Istanbul/Türkei, Indiana Fever/WNBA, 19/22 Rebounds), Petra Gläser (ohne Verein, 6), Natalie Gohrke (BG Dorsten, 4), Susanne Kernl (Visby Ladies/Schweden, 4), Lisa Koop (University Winthorp/USA), Alexandra Müller (TSV Wasserburg, 16), Hicran Özen (BC Marburg), Dorothea Richter (BG Dorsten, 10), Alexandra Keil (BC Marburg).

Statistik auf www.fibaeurope.com 

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