DBB-Damen gewinnen Nervenschlacht10. September 2008

Szittya-Team verlässt nach 74:72-Erfolg den Abstiegsrang – Tolle Mannschaftsleistung bringt den Sieg

Riesen-Jubel nach dem Schlusspfiff in Cardiff: nach dem 74:72 (19:20, 26:18, 8:21, 21:13)-Erfolg gegen Großbritannien haben die DBB-Damen die drohende Abstiegsrunde abgewendet. Damit hat die deutsche Damen-Nationalmannschaft nach einem von Verletzungssorgen und Absagen geprägten Sommer 2008 das noch bestmögliche Resultat herausgeholt und sich eine hervorragende Ausgangsposition für die Teilnahme an der zusätzlichen Qualifikationsrunde im Januar 2009 erkämpft. Im entscheidenden Spiel gegen den direkten Konkurrenten Großbritannien behielten die deutschen Damen dank einer überragenden Anne Breitreiner (24 Punkte) die Nerven und siegten verdient. Den entscheidenden Dreipunktewurf versenkte Sarah Austmann in der Schlussminute.

DBB-Bundestrainer Imre Szittya vertraute mit Dorothea Richter, Sarah Austmann, Anne Breitreiner, Cornelia Janzon und Lisa Koop derselben Starting Five, die vor vier Tagen in Berlin überraschend gegen die Ukaine gewonnen hatte. Die Anfangsphase gehörte jedoch der Nationalmannschaft Großbritanniens, die für das entscheidende Gruppenspiel auch wieder auf Sarah McKay zurückgreifen konnte. Nach vier Minuten hatten sich die Gastgeberinnen auf 10:3 abgesetzt, zudem handelte sich Cornelia Janzon ihr zweites persönliches Foul ein. Verwandelte Freiwürfe von Lisa Koop (Foto oben rechts) und weitere Punkte von der eingewechselten Katharina Kühn egalisierten den Fehlstart der DBB-Damen beinahe (7:10, 5. Min.). Die in der Anfangsphase grandios aufspielende Anne Breitreiner traf zwei Dreier zur umjubelten ersten deutschen Führung (17:15, 8. Min.). Die deutsche Flügelspielerin erzielte im ersten Viertel bereits 13 Punkte und war von ihren Gegenspielerinnen kaum zu stoppen. Nach turbulenten ersten zehn Minuten lagen die Großbritannierinnen hauchdünn mit 20:19 in Front.

Im zweiten Spielabschnitt lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch: nachdem Großbritannien die knappe Führung zunächst ausbauen konnten, eroberte sich Deutschland nach Breitreiner und Koop-Punkten diese zurück (26:24, 12. Min.). In den zweiten zehn Minuten war Anne Breitreiner (Foto unten links) zwar nach wie vor die überragende Spielerin im DBB-Team, sie bekam aber, wie im Vorfeld von Bundestrainer Imre Szittya gefordert, tatkräftige Unterstützung. Lea Mersch traf nach Kühn-Pass einen wichtigen Dreier zum 31:29, Centerin Kühn legte dann noch selber nach und so konnten sich die deutschen Damen nach einem weiteren Treffer von Dorothea Richter mit vier Punkten (35:31, 15. Min.) etwas absetzen. Die ING-DiBa-Korbjägerinnen konnten ihren Vorsprung nach einem technischen Foul gegen die Bank Großbritanniens weiter ausbauen – Breitreiner (Foto rechts) traf beide Würfe zum 43:35. Nach weiteren Treffern von der Linie hatten die nervenstarken deutschen Basketballerinnen in der ersten Halbzeit eine lupenreine Freiwurfbilanz (14 von 14 Würfen) vorzuweisen – angesichts der Brisanz der Partie eine außerordenltliche Leistung. Megan Moody traf für die Gastgeberinnen noch einmal aus der Distanz – dennoch gingen die DBB-Damen mit einer 45:38-Führung im Rücken in die Halbzeitpause.

Die zweite Halbzeit des Endspiels in Gruppe A reihten sich zunächst Ballverluste und Fehlwürfen auf beiden Seiten aneinander. Als erste Mannschaft fand Großbritannien wieder zu seinem Wurfglück zurück und verkürzte durch Kimberly Butler auf 43:47 (23. Min.). Deutschland agierte in dieser Phase etwas unkonzentrierter als noch in den ersten Hälfte; so rief DBB-Bundestrainer Imre Szittya seine Spielerinnen zu einer Auszeit zusammen. Die DBB-Damen hatten in der vierten Minute des dritten Viertels bereits die Mannschaftsfoulgrenze erreicht – von der Linie konnte Johannah Lindham Großbritannien auf drei Punkte heranbringen (44:47). Doch damit nicht genug: die Flaute im DBB-Angriff hielt an, was die Spielerinnen von Mark Clark eiskalt ausnutzten und das Spiel durch Freiwürfe drehten. Nach 27 Spielminuten lag der Gastgeber auf einmal mit 50:47 vorne. Katja Bavendam übernahm in dieser Phase die Verantwortung und beendete die Durststrecker Deutschlands. Das Szittya-Team kämpfte sich in beeindruckender Manier wieder auf 53:54 (29. Min.) heran; so war der Dreipunktewurf von Stefanie Collins kurz vor dem Ende des Viertels, der einen 53:59-Rückstand zur Folge hatte, extrem schmerzhaft für Deutschland. 

Das Schlussviertel begann wie der dritte Spielabschnitt aufgehörte: mit einem Dreier für die Gastgeberinnen, die sich dadurch auf 62:53 absetzten. Die deutschen Damen zeigten Einsatz und steckten nicht auf: Janzon von der Freiwurflinie und Annika Danckert mit einem wichtigen Dreier brachten das DBB-Team wieder auf 57:62 (33. Min.) heran. Ebenso wichtig war Danckerts Steal vier Minuten vor Ende der Partie, den Lisa Koop nach Richter-Pass zum 65:66 verwandelte. Doch Megan Moody kam für Großbritannien immer wieder aus der Distanz zu Würfen und verhinderte so den erneuten Führungswechsel zu Gunsten der DBB-Damen. Sarah Austmann traf dann den erlösenden Wurf für Deutschland, der den 74:72-Sieg sicherte.

DBB-Bundestrainer Imre Szittya hob nach dem Spiel die Mannschaftsleistung hervor: “Wir sind in der zweiten Halbzeit durch Kampf ins Spiel zurückgekommen. In der ersten Halbzeit war Anne Breitreiner für uns überragend, das Spiel haben wir aber im letzten Abschnitt als Team gewonnen”, so der glückliche deutsche Cheftrainer kurz nach Spielende.

Die DBB-Damen haben durch den Sieg die “rote Laterne” der Gruppe A an Großbritannien abgegeben. Gesichert für die zusätzliche Qualifikationsrunde im Januar 2009 planen können die DBB-Damen allerdings noch nicht. Nur im Falle einer Niederlage Großbritanniens am kommenden Spieltag in Israel können sich die deutschen Damen ebenfalls eine Niederlage im Heimspiel gegen Litauen leisten. Gewinnt Deutschland, ist der Nicht-Abstieg ohnehin gesichtert.

Für Deutschland spielten:
Lea Mersch (evo NB Oberhausen, 5), Sarah Austmann (evo NB Oberhausen, 5), Katja Bavendam (Botas Spor/Türkei, 6), Anne Breitreiner (KSSSE AZS PWSZ Gorzow/Polen, 24), Annika Danckert (BBV Leipzig, 7), Magdalena von Geyr (TSV Wasserburg), Cornelia Janzon (BBV Leipzig, 3), Alexandra Müller (BG WWK Donau-Ries), Lisa Koop (BC Pharmaserv Marburg, 8), Sabine Loewe (Basket Club Bolzano/Italien), Katharina Kühn (TSV Wasserburg, 8) und Dorothea Richter (ohne Verein, 8).

Weitere Informationen zur EM-Qualifikation finden Sie auf der Turnier-Homepage

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