DBB-Damen gegen Polen mit 56:66-Niederlage4. September 2005

Chance aufs EM-Viertelfinale nur noch winzigster theoretischer Natur
Die deutschen Damennationalmannschaft bleibt bei der Europameisterschaft in Bursa/Türkei ohne Erfolg. Gegen Polen unterlagen die ING-DiBa-Korbjägerinnen mit 56:66 (15:17, 8:10, 14:19, 19:20). Damit sind die Chancen der deutschen Mannschaft auf das EM-Viertelfinale nur noch winzigster theoretischer Natur. Dazu müsste die DBB-Auswahl das Unmögliche wahr machen und gegen die Top-Favoriten Frankreich und Tschechische Republik gewinnen, und gleichzeitig dürften Griechenland und Frankreich kein Vorrundenspiel mehr gewinnen.

Beide Mannschaften starteten ob der großen Bedeutung des Spieles äußerst nervös und legten die Nervosität während der ersten beiden Viertel auch nicht ab. So entwickelte sich ein zwar umkämpfter, aber wegen der vielen Fehler nicht auf sehr hohem Niveau stehender Schlagabtausch. Dorthea Richter brachte das DBB-Team mit fünf Punkten in Folge mit 10:9 in Front (6. Min.), anschließend wechselte die Führung mehrmals. Unnötig der deutsche Rückstand nach dem 1. Viertel, denn drei Sekunden vor dem Ende hatte man sich eine Überschreitung der 24-Sekunden-Regel erlaubt und die Polinnen eine Sekunde später mit einem Foul noch einmal an die Freiwurflinie geschickt, wo sie sicher zum 15:17 verwandelten.

Den Polinnen wurden viel zu viele Offensiv-Rebounds gestattet (9 vor dem Seitenwechsel), auf deutscher Seite pflückte sich wie gewohnt Marlies Askamp die meisten Abpraller. Beim 17:23 (15. Min.) liefen die ING-DiBa-Korbjägerinnen Gefahr den Anschlus zu verlieren, doch Linda Fröhlich (Foto) brachte ihre Farben wieder ins Spiel (23:25, 20. Min.). Den 4-Punkte-Rückstand zur Pause hatte die deutsche Mannschaft einer bis dahin erneut schwachen Wurfquote aus dem Zweier- (27 Prozent) und dieses Mal auch aus dem Dreier-Bereich (14 Prozent) zu “verdanken”. So waren die Hoffnungen auf einen deutlichen Erfolg zur Pause nur noch sehr gering.

Polen schockte das DBB-Team mit fünf schnellen Punkten zum Beginn des 3. Viertels. Nach 25 Minuten schien die punktarme Partie beim 25:38-Rückstand für die deutsche Mannschaft gelaufen. Doch vor allem, Anne Breitreiner brachte noch einmal Energie ins deutsche Spiel, traf zwei Dreier und zwei Freiwürfe und brachte Deutschland auf 37:44 heran (30. Min.). Zu diesem Zeitpunkt hatte allerdings Topscorerin Linda Fröhlich bereits vier Fouls auf ihrem Konto.

Als die glänzend Regie führende, ehemalige DBBL-Spielerin Beata Krupska-Tyskiewicz nach 36 Minuten zum 43:58 traf, war das Spiel endgültig gelaufen. Zwar keimte nach dem 49:59 durch Marlies Askamp eine Minute später noch einmal so etwas wie ein Hoffnungsschimmer auf, aber mehr wurde nicht daraus. Die DBB-Damen trafen 34 Prozent Zweier (17/50), 19 Prozent Dreier (3/16) und 57 Prozent Freiwürfe (13/23), leisteten sich 15 Ballverluste (Polen 13) und gewannen das Reboundverhältnis 43:37.

“Heute haben uns drei, vier unglückliche Situationen das Genick gebrochen, in denen wir den Ball eigentlich schon gewonnen hatten, dann aber durch Unkonzentriertheiten wieder hergeschenkt haben. Ich möchte Tini Ishaque loben, die 30 Minuten lang hervorragend gegen Polens Agnieszka Bibrzycka verteidigt und selbst noch elf Punkte erzielt hat. Ich denke, unser Ziel EM-Viertelfinale war nicht vermessen. Die Spiele haben gezeigt, dass wir nicht weit weg sind. Nur Herz und Einsatz reichen auf diesem Niveau einfach nicht, wir haben zu wenige Spielerinnen mit Erfahrung auf internationalem Niveau. DBB und DBBL werden gemeinsam daran arbeiten müssen, den durchaus vorhandenen Perspektivspielerinnen auch Perspektiven bieten zu können. Jetzt werden wir hier bei der EM das Beste aus unserer Situation machen und weiterhin Alles geben”, so ein zwar enttäuschter, aber auch nach vorne blickender Bundestrainer Olaf Stolz nach dem Spiel.

Deutschland:
Marlies Askamp (NB Oberhausen, 8), Anne Breitreiner (TSV Wasserburg, 10), Linda Fröhlich (Spartak Moskau, 14), Petra Gläser (Spartak Moskau), Andrea Harder (Powerbasket Wels/Österreich, 2), Tini Ishaque (BC Marburg, 11), Alexandra Müller (BSG Ludwigsburg, 1), Katja Munck (TSV Wasserburg, 2), Dorothea Richter (BG Dorsten, 6), Lubica Schultze (Tarbes Gespe Bigorre/Frankreich, 2), Yvonne Weber (BC Marburg), Esther Katona (USC Freiburg). 

Statistik unter www.fibaeurope.com

Weitere News

22. März 2017

DBB-Damen im Ausland 2016/2017 – Update 20

Ama und Marie im "Sweet 16"! - Direktes Duell am Samstag

DegbeonGuelich-500

22. März 2017

Ruhr Games 2017

Internationales Jugendturnier im Rahmen der Ruhr Games 2017

Ruhr-Games_flyer_schueler-2017_500

21. März 2017

Drei Generationen NBA

Schrempf, Nowitzki und Schröder im Video

DAZN-Interview

DBB auf Flickr

Bitte anklicken, um die Slideshow zu öffnen.