DBB-Damen vor der EM in Italien20. September 2007

Das Team von Imre Szittya ist bereit alle Kräfte zu mobilisieren

Am Montag, 24. September 2007, beginnt die Europameisterschaft der Damen in Italien. Die deutsche Nationalmannschaft trifft in der Gruppe B auf Rumänien, Belgien und Litauen.
Neben einem Medaillengewinn ist für viele Teams das große Ziel, an den olympischen Spielen 2008 in Peking teilzunehmen. Der EM-Sieger qualifiziert sich direkt für Peking 2008, während die auf den Plätzen 2-5 einkommenden Teams in einem vorolympischen Qualifikationsturnier um die Qlympiateilnahme spielen.

Die deutschen Damen hoffen auf eine bessere Platzierung als bei der EM 2005 in Ankara, wo das Team Platz 11 belegte. Imre Szittya ist sich über das hohe Niveau der EM-Teilnehmer und in der Gruppe B bewusst: „ Wir dürfen niemanden unterschätzen. Alle Teams, die dort antreten, wollen sich für die Olympischen Spiele qualifizieren.“

Auf das Vorbereitungsturnier in Italien blickt Bundestrainer Imre Szittya (Foto rechts) mit gemischten Gefühlen zurück: „Unsere Leistung war nicht konstant genug. Neben sehr guten Szenen haben wir unerklärbare Schwächen gezeigt. Wir taten uns teilweise schwer, mit der hohen Intensität der Gegner umzugehen. Vor allem auf der Aufbauposition sind wir nicht breit genug besetzt und können einen Ausfall auf dieser Position nur schlecht kompensieren.“ Die Verletzungsproblematik macht dem Team weiterhin zu schaffen, sollte aber laut Szittya nicht als Entschuldigung für die inkonstante Spielweise herhalten: „Für die EM müssen alle Kräfte mobilisiert werden.“

Das wichtigste Spiel der Gruppenphase wird für die DBB-Auswahl das erste Spiel gegen Rumänien sein: „Rumänien spielt auf unserem Level, und wir müssten sie, wenn wir in Normalform sind, leicht schlagen können.“ Dennoch zeigt sich Szittya vorsichtig: „Rumänien hat in der Vorbereitung überraschende Siege eingefahren. Wir haben genügend Analysematerial und werden versuchen unsere Vorteile auszunutzen.“ Szittya zählt vor allem auf seine beiden WNBA-Spielerinnen Linda Fröhlich (Sacramento Monarchs) und Martina Weber(New York Liberty), die viel Verantwortung übernehmen sollen.

Headcoach Szittya sieht Gruppengegner Belgien als schwierigste Aufgabe, wobei er Litauen als schlagbar einschätzt: „Wenn wir in den zwei Spielen gegen Rumänien und Belgien gut gespielt haben, rechne ich mir gute Chancen für einen Sieg gegen Litauen aus.“

Rumänien: Ein junges Team mit neuen Zielen

Die erste deutsche Begegnung der EM ist das Spiel Deutschland gegen Rumänien. In der bisherigen Länderspielbilanz gewann das deutsche Team lediglich sechs von insgesamt 20 Spielen. Die junge Mannschaft mit einem Durchschnittsalter unter 25 Jahren gilt als sehr ehrgeizig. Mit der Verpflichtung des Franzosen Marc Silvert als neuen Nationaltrainer strebt der rumänische Damenbasketball neue Ziele an. Eine bessere Platzierung als Platz 12 bei der EM 2005 in Ankara gilt als Minimalherausforderung. Sieben Spielerinnen des Kaders sind außerhalb der Nationalmannschaft in europäischen Topligen unterwegs. Leistungsträgerinnen des Teams sind Florina Pascalam (Priolo/Italien), Ildiko Vass (Foto links/Leipzig Eagles) und Anne Marie Paran (Dexia Namur/Belgien).

Belgien: Dominanz der Topspielerin Ann Wauters

Nach dem 6. Platz bei der EM 2003 in Griechenland verpasste Belgien die Qualifikation für die EM 2005. Die bisherige Länderspielbilanz zeigt sich mit elf Siegen aus 19 Spielen zu Gunsten Deutschlands. Das Team um Headcoach Laurent Buffart baut sein Spiel um die 27-jährige WNBA-Spielerin Ann Wauters (New York Liberty) auf. Die 1,95m große Centerspielerin dominiert im Durchschnitt mit 23,8 Punkten und 10,5 Rebounds pro Spiel. Diesen Sommer hat sie auf die Teilnahme an der WNBA verzichtet, um uneingeschränkt der Nationalmannschaft zu Diensten zu stehen. Neben ihr spielen Mannschaftskapitänin Kathy Wambe und das junge Talent Marjorie Capréaux eine zentrale Rolle. Die flinke Aufbauspielerin Capréaux, die bei der WM in Moskau mit der U21 führende Spielerin war, zeigte sich vor allem in der Qualifikation für die EM als sehr gefährlich.

Litauen: Mischung aus jung und alt

Als einziger WM-Teilnehmer der Gruppe B verschafft sich Litauen bei den Gegnern Respekt. In Sao Paulo 2006 belegte die litauische Auswahl Platz 6 hinter Frankreich und knüpfte damit an die gute Leistung bei der EM 2005 an (4. Platz). Es hat sich allerdings die damals 35-jährige Führungsspielerin Jurgita Streimikyte aus der litauischen Nationalmannschaft verabschiedet. Das litauische Team setzt nun auf Ausgeglichenheit und ausgeprägten Teamgeist. Ihr Spiel dreht sich nicht um wenige Stars, sondern viele Spielerinnen auf gleichem Niveau können Verantwortung übernehmen. Für Nationaltrainer Algir Paulauskas steht fest, dass sie mit einer guten Stimmung und einem gesunden Kampfgeist für weitere Überraschungen sorgen können. Das Ziel, unter die ersten Fünf bei der diesjährigen EM in Italien zu kommen, scheint laut Paulauskas somit realistisch. Erfahrene Spielerinnen wie Lina Brazdeikyte (COB Calais/Frankreich) und Agne Cindariene sollen den Youngsters wie Sandra Valuzyte (Foto rechts) eine stabile Basis für ein energisches Spiel bieten. Vor genau zehn Jahren gewann Litauen bei der EM in Ungarn Gold, das DBB-Team wurde damals Dritter. In 13 Länderspielen konnte Deutschland lediglich vier Mal gegen Litauen gewinnen.

Vieles wird sich bei der EM erst zeigen, wenn die Vorrunde angelaufen ist.“ Wir werden Schritt für Schritt an uns arbeiten und alles geben, um mit zwei Siegen die Gruppenphase zu absolvieren. Wenn wir einmal das Viertelfinale geschafft haben, kann alles möglich sein“, zeigt sich Szittya optimistisch.

Die Nationalmannschaft der Damen wird am kommenden Samstag zur EM in das italienische Chieti reisen.

EM-Kader:
Sarah Austmann (evo NB Oberhausen), Corry Berger (dnp., TSV Wasserburg), Anne Breitreiner (Lotos Gdynia/Polen), Linda Fröhlich (Sacramento Monarchs/WNBA), Petra Gläser (evo NB Oberhausen), Natalie Gohrke (BC Pharmaserv Marburg), Katharina Kühn (TSV Wasserburg), Alexandra Müller (TSV Wasserburg) Roli-Ann Nikagbatse (ohne Verein), Dorothea Richter (ohne Verein), Margret Skuballa (BC Pharmaserv Marburg), Martina Weber (New York Liberty/WNBA).

Spieltermine der EM in Italien (24.09.2007 bis 07.10.2007):
Montag, 24. September 2007, 18.00h Deutschland – Rumänien
Dienstag, 25. September 2007, 18.00h Deutschland – Belgien
Mittwoch, 26. September 2007, 20.30h Deutschland – Litauen

Alle Vorrundenspiele der deutschen Nationalmannschaft werden in Lanciano ausgetragen.

Alle weiteren Informationen zur Europameisterschaft in Italien finden sie unter www.eurobasketwomen2007.com.

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