A2-Damen-Trainerin Aleksandra Kojic im Interview24. August 2005

“Die Lücke zu anderen Nationen ist kleiner geworden”

Die deutsche A2-Nationalmannschaft hat bei ihrer ersten Teilnahme an der Universiade den 6. Platz belegt und somit für eine kleine Überraschung gesorgt. Das Team von Bundestrainerin Aleksandra Kojic (Foto) war hauptsächlich ins türkische Izmir gereist, um „das Optimale rauszuholen und den Perspektivspielerinnen die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen auf internationalem Niveau zu sammeln.“ Mit einer so guten Platzierung hatten wohl die wenigsten gerechnet, denn im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen, die ihr Zusammenspiel unter anderem auf einem Turnier in Istanbul oder beim Nationencup in Münster verbessern konnten, hatten die Damen nur einen gemeinsamen Vorbereitungslehrgang. Umso erfreuter äußerte sich Aleksandra Kojic im Interview.

Sind Sie zufrieden mit dem Abschneiden und der Leistung ihrer Mannschaft?
Ja klar, wir haben unerwarteter Weise den 6. Platz gemacht. Die Leistung an sich war sehr durchwachsen; mit einer längeren Vorbereitung wäre sicher mehr möglich gewesen. Aufgrund der fehlenden Vorbereitung gab es natürlich Abstimmungsprobleme, aber wir haben uns im Laufe der Zeit gesteigert und die wichtigen Spiele gewonnen. Im Endeffekt ist das ein Riesenerfolg für den Frauen-Basketball.

Wie beurteilen Sie den Turnierverlauf?
Wir haben dreimal gewonnen und viermal verloren. Die Niederlage im ersten Spiel gegen die Russinnen, die am Ende den 4. Platz belegten, war schon vorprogrammiert, aber wir haben gut mitgehalten. Dafür konnten wir die wichtigen Spiele gegen Japan, Irland und Polen gewinnen. Vor allem gegen Polen haben wir hervorragend gespielt. Mit ein bisschen mehr Glück hätten wir auch die Partie gegen Australien noch knapper gestalten können.

Im Spiel um Platz fünf gab es eine deutliche Niederlage gegen Taiwan. Was war los?
Es war einfach nicht mehr möglich, weil uns das Spiel gegen Polen sehr viel Kraft gekostet hat. Taiwan hat außerdem eine sehr gute, schnelle Truppe, die zudem athletisch bestens ausgebildet ist. Wir sind einfach überrannt worden. Der 5. Platz wäre natürlich schöner gewesen, aber insgesamt war es auch so eine tolle Leistung.

Sie haben die A2-Nationalmannschaft als perfekte Zwischenstation zum A-Kader bezeichnet. Welche Spielerinnen haben denn die besten Perspektiven, den Sprung zu schaffen?
Sehr erfreulich war, dass als Leistungsträgerinnen hauptsächlich die U20-Spielerinnen auffällig waren. Vor allem Dana Penno und Sarah Austmann haben tolle Leistungen gezeigt. Aber auch Natalie Gohrke, Maren Dölle und Susanne Kernl konnten überzeugen, da kommt also einiges nach für die A-Nationalmannschaft.

Wie ist der Leistungsstand der deutschen Spielerinnen im internationalen Vergleich?
Das ist schwer einzuschätzen. Der grundsätzliche Unterschied besteht in der Wettkampferfahrung und der Technik. Andere Mannschaften fallen durch bessere Spielfähigkeit auf, sie treffen in den Spielsituationen die richtigen Entscheidungen und sind einen Tick schneller und athletischer. Vor allem das Team aus den USA war überragend, weil diese Spielerinnen es einfach gewöhnt sind, auf einem so hohen Niveau zu spielen. Insgesamt kann man aber sagen, dass die Lücke kleiner geworden ist. Und was den Einsatz angeht, müssen wir uns überhaupt nicht verstecken. Da haben wir von anderen Trainern sogar internationales Lob und gutes Feedback bekommen.

Was kann man aus dieser Universiade für die Zukunft lernen?
Die Universiade ist eine sehr, sehr wichtige Veranstaltung. Es wäre wünschenswert, wenn man das weiterführen und auch in Zukunft teilnehmen könnte. Für die Spielerinnen kann dieses Event ein Riesensprungbrett sein. Es lohnt sich für sie auf jeden Fall, viel Energie freizusetzen, um sich einen Platz im Kader zu erkämpfen und an einem solchen Ereignis mit olympischem Flair einmal teilzunehmen. Es ist schon toll, ins Stadion einzulaufen, wenn einem Tausende von Menschen zujubeln. Schade ist nur, dass die Universiade in Deutschland so wenig publik gemacht wird.

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