DBB-Schiedsrichter-Newsletter Nr. 53 / 16. Juli 201416. Juli 2014

Wir haben uns bereits am Mittwoch-Abend in Berlin getroffen, da unser Flug am Folgetag, um 6 Uhr morgens von Berlin-Schönefeld, startete. Offizieller Beginn des Camps war der Freitag, somit hatten wir den Donnerstag Zeit uns Sofia, die Hauptstadt Bulgariens, anzuschauen. Am nächsten Tag mussten wir wieder zum Flughafen von Sofia fahren, wo wir und viele andere Teilnehmer aus der ganzen Welt auf den Reisebus warteten. Die wohl weiteste Anreise hatten die drei japanischen Kollegen, die über 40 Stunden mit mehreren Zwischenstopps unterwegs waren. Im Reisebus wurden wir dann ins „Hotel Ela“ nach Borovets in die Nähe von Samokov gefahren.

Im Doppelzimmer wartete auf uns ein Willkommenspaket bestehend aus einem Namensschild, Schreibblock, Taktikboard, zwei Campshirts, Cap und Schiedsrichtertrikots. Erste Kontakte knüpften wir bereits beim Abendessen. Besonders überraschend war die Anwesenheit eines Deutschen Kollegen aus dem DBB-B-Kader, Faton Kurshumlija, der mit einer Gruppe von jungen Schiedsrichtern aus dem Kosovo angereist ist. Das eigentliche Programm begann erst am Samstagvormittag. Jeden Morgen eröffnete der Campleiter, Alan Richardson, pünktlich um 8.30 Uhr die Theorieeinheiten zu unterschiedlichen Themen. Um nur einige Themen zu nennen: Game Management, Managing Mistakes, Mechanics etc. Knapp über 100 Teilnehmer waren in einem Raum versammelt, darunter 83 Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen aus 26 verschiedenen Ländern und 20 internationale Instructor und Kommissare. Als Überraschungsgast war Valentin Lazarov anwesend, der mit seinen 82 Jahren wohl den ältesten und erfahrensten Instructor repräsentierte. Nach den Theorieeinheiten gab es i.d.R. Mittagessen im Hotel, außer bei einer Nominierung für das frühe Spiel. Die Bulgarischen Meisterschaften der U16 Mädchen und Jungen wurden in zwei Hallen , zum einen in der Arena Samokov sowie in einer kleineren Sporthalle, ausgetragen.

In der PreGameConference saßen sechs Schiedsrichter zusammen, die sich auf ein Spiel vorbereiteten. Aufgeteilt leiteten jeweils drei von ihnen die erste Halbzeit und die zweite Halbzeit. Für jede Halbzeit war ein Instructor in der Halle, der am Ende des Spiels aber auch zwischendurch Feedback gab. Selbstverständlich hat man sich das ganze Spiel angeschaut, um als zweite Crew zu wissen, was in der 1.Halbzeit gepfiffen wurde. In der Arena Samokov wurden die Spiele aufgezeichnet und diskussionswürdige Szenen wurden am Folgetag präsentiert. Es gab eine goldene Regel, die beherzigt werden sollte: Die Crew, welche Triple-Calls produzierte, durfte die Instructor-Crew mit Bier und Wein versorgen. Ein Glück kamen in unseren Spielen keine Triple-Calls vor. Alle anderen Schiedsrichter ohne Nominierung haben sich mit einigen Instructor in der Trainingshalle getroffen und haben Trainingsspiele geleitet. Hier wurden Theorieelemente aus der 3-Mann-Technik in die Praxis umgesetzt. Besonders interessant war hier die Möglichkeit, das Trainingsspiel mit einer GoPro-Kamera auf dem Kopf zu leiten. Durch die Aufnahmen konnten wir und der Instructor, die Bewegungen und dabei insbesondere die Blickrichtung der Schiedsrichter analysieren und anschließend kritisch diskutieren.

In den nächsten morgendlichen Theorieeinheiten hat jeder Instructor seine Eindrücke von den Spielen zusammengefasst und präsentiert. Jeder Instructor hat dabei andere Schwerpunkte gesetzt, sodass man immer wieder neue Aspekte gehört hat. Bei 83 Schiedsrichtern können mal unterschiedliche Schiedsrichterhandzeichen vorkommen, daher legte Alan Richardson großen Wert auf die offiziellen FIBA-Handzeichen. Außerdem wurden interessante Szenen vom Vortag präsentiert, um über diese zu diskutieren. Besonderes Highlight war das Qualifikationsspiel der Eurobasket Women zwischen Bulgarien und Kroatien, bei dem die drei agierenden FIBA-Schiedsrichter kritisch beobachtet werden sollten.

Am Abschlussabend hat jeder Schiedsrichter seine Teilnahmebestätigung erhalten und ein persönliches Foto mit Alan Richardson machen können. Nach einigen Abschlussreden stand Karaoke auf dem Plan, wobei sich Alan als Karaoke-Profi entpuppte und kaum mehr von der Bühne zu kriegen war.

Besonderen Gefallen haben wir an den Theorieeinheiten und der Videoarbeit gefunden. In der Videoarbeit wurden nicht nur Fehler von Kollegen gezeigt, sondern auch positive Beispiele zu Mechanics hervorgehoben. Wir haben nicht nur aus eigenen Fehlern gelernt, sondern konnten ebenfalls durch Fehler anderer Kollegen profitieren. Weniger gut war das Spielniveau der U16 -Bulgarischen Meisterschaften und die geringe Anzahl der geleiteten Halbzeiten. Am Ende des Camps hatten wir jeweils drei Halbzeiten geleitet. Die größte Herausforderung war es, mit Menschen aus aller Welt und mit verschiedenen kulturellen Hintergründen in einem Team zu arbeiten. Mangelnde Englisch-Kenntnisse erschwerten dabei manchmal die Verständigung mit einigen Kollegen. Alles in allem war das Camp eine tolle Erfahrung für uns. Wir sind wirklich dankbar dafür, dass uns der „Deutscher Basketball Bund“ und die „Beko Basketball Bundesliga“ solch eine Teilnahme ermöglichen konnten. Herzlichen Dank dafür!

Kasra Kaveh und Zulfikar Oruzgani

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