Rückblick auf die Zukunft25. August 2005

Gute Leistungen der U20- und A2-Teams geben Anlass zur Hoffnung

Der sich seinem Ende neigende Basketballsommer war vor allem für die deutschen Nachwuchsmannschaften eine ereignisreiche Zeit. Besonders im Blickpunkt stand dabei das Abschneiden der Teams, die nach Möglichkeit in naher Zukunft den einen oder anderen Nationalspieler im A-Kader platzieren könnten. Während die weibliche U-20 bei der EM in Tschechien mit dem Erreichen des 9.Platzes einen der größten Erfolge seit vielen Jahren für sich verbuchen konnte, durfte sich die männliche Vertretung des Deutschen Basketball Bundes beim Turnier im russischen Chehov zumindest über den Klassenerhalt freuen. Dass man mit der Vergabe von Titeln nichts zu tun haben würde, wurde schon im Vorfeld der Europameisterschaften von Verantwortlichen realistisch eingeschätzt.

Die Gründe dafür, dass der Nachwuchs des DBB zur Zeit nicht ganz oben mitspielen kann, lassen sich auf zwei grundlegende Komponenten zurückführen: „Führende Nationen sind uns vor allem in punkto Athletik um einiges voraus“, wie der  Bundestrainer für den männlichen U20-Bereich, Chris Fleming eingestehen muss. Dass sich an diesem Punkt nur schwer ansetzen lässt, um eine Verbesserung der Situation herbeizuführen, liegt auf der Hand.
Wichtiger dürfte der zweite häufig angesprochene Aspekt sein. „Dem deutschen Nachwuchs mangelt es überwiegend an der Spielpraxis auf konstant hohem Niveau“, erklärt Dr. Wolfgang Hilgert (Foto), Vizepräsident für Leistungssport beim DBB, und trifft damit den aktuellen Nerv des Problems. Doch was tun, wenn sich deutsche Talente in ihren Vereinen gegen die internationale Konkurrenz nicht durchsetzen können und über Kurzeinsätze nicht hinaus kommen?

Die A2-Nationalteams spielen dabei eine wichtige Rolle innerhalb des eingeschlagenen Lösungswegs. Bei der gerade beendeten Universiade kamen beide Mannschaften mit durchweg positiven Erfahrungen nach Deutschland zurück. Spielerinnen und Spieler, die in ihren Vereinen nicht unbedingt zu den Leistungsträgern zu zählen sind, bekamen dabei auf hohem internationalem Niveau viel Spielzeit und konnten als Führungsspieler Verantwortung übernehmen. Als Nahtstelle zwischen Jugendbereich und A-Nationalmannschaft stellen die A2-Teams somit eine wichtige zusätzliche Ausbildungsebene dar. Die guten Ergebnisse beider Teams sprechen ebenfalls für sich und lassen erkennen, dass „die Lücke kleiner geworden ist“, so die Trainerin des weiblichen A2-Teams, Aleksandra Kojic. „Die guten Platzierungen bei der Studentenolympiade zeugen außerdem davon, dass es um den deutschen Nachwuchs so schlecht nicht bestellt ist“, bestätigt Dr. Hilgert dieses Urteil.

Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung könnte die Einführung einer Art „Nachwuchsbundesliga sein, in der talentierte U20- bzw. U18-Spieler eine eigene Punktrunde“ ausspielen würden. Damit könnte die mangelnde Spielpraxis in der  Bundesliga durch „viel Spielzeit im Wettkampf mit guten Gleichstarken“ zumindest ansatzweise ausgeglichen werden, so Hilgert. Wie diese Ideen konkret umzusetzen sind, bleibt dabei jedoch noch offen.

Die guten Ergebnisse bei den internationalen Turnieren lassen zumindest einen leichten Aufwärtstrend erkennen und geben Anlass zur Hoffnung, dass das übergeordnete Ziel, den A-Kadern irgendwann möglichst gut ausgebildete Spieler zuführen zu können, auch in Zukunft sichergestellt ist.

Weitere News

24. Mai 2017

Trauer um Jacky Knerr

Basketball-Urgestein verstorben

24. Mai 2017

„“Nationalmannschaft zu altem Glanz zurückführen“

Akeem Vargas im Interview