Rollstuhlbasketball Europameisterschaften 2007 gehen an Wetzlar4. April 2005

David gegen Goliath

Es war der vermeintliche Kampf des David gegen den Goliath, der mittelhessischen Kleinstadt Wetzlar gegen die britische Millionenmetropole Birmingham. Nach einer elfmonatigen intensiven Bewerbungslaufzeit und einem inhaltlichen Remis zwischen den Kandidaten, überzeugte letztendlich ein geballtes deutsches Netzwerk die International Wheelchair Basketball Federation (IWBF), die die XVIII. Rollstuhlbasketball Europameisterschaften 2007 nun nach Deutschland vergeben hat.

Als IWBF Europe Präsident Jan Berteling am Samstag um 11:27 Uhr nach der Abstimmung in Kalletal, dem Stammsitz des Rollstuhlherstellers und IWBF-Sponsors MEYRA, und dem obligatorischen Satz „The european championships 2007 take place in …“ eine dramaturgische Pause einlegte, war die Anspannung bei den Delegation aus Großbritannien und Deutschland kaum mehr zu überbieten. Wenige Sekunden später und dem erlösenden Wort „… Wetzlar“ entlud sich diese Atmosphäre auf Seiten der Deutschen dann in Jubelszenen – der Deutsche Rollstuhl Sportverband (DRS) hatte das Rennen hauchdünn für sich entschieden.

Ein nationales Netzwerk aus Sport und Politik, das geschlossen hinter dem DRS und dem hessischen Wetzlar stand, überzeugte die Mitglieder der IWBF-Exekutive bei ihrer Sitzung letztendlich. In einer 40minütigen emotionalen Multimedia-Präsentation waren unter anderem der stellvertretende Abteilungsleiter Sport im Bundesinnenministerium, Torsten Burmester, der Präsident des Deutschen Basketball Bundes, Roland Geggus, der neue Commissioner der Basketball Bundesliga, Jan Pommer, sowie Wetzlars Bürgermeister Klaus Breidsprecher eingebunden.

„Wir haben uns die Sache nicht leicht gemacht, beide Bewerbungen waren exzellent und eigentlich hätte keiner der beiden Bewerber eine Niederlage verdient“, so die Aussage des niederländischen Diplomaten Berteling, die für die Briten natürlich wenig tröstlich war. Wie gut sich beide Bewerber in den vergangenen Monaten präsentierten, zeigt auch die nun angestellte Überlegung der IWBF, bei Interesse aus Großbritannien, die EM 2009 eventuell im kommenden Herbst bereits vorgezogen nach Birmingham zu vergeben.

Ein starkes Team sie holten die EM nach Deutschland (v.l.): Andreas Joneck (EM Ok-Chef), Jan Pommer (BBL-Commissioner), Sascha Meyer (Firma Meyra), Torsten Burmester (BMI), Roland Geggus (Präsident DBB), Ulf Mehrens (Vorsitzender DRS), Daniela Burmeister (BMI), Klaus Breidsprecher (Bürgermeister Stadt Wetzlar), Wolfgang Kirscht (Sportamt Stadt Wetzlar).
Foto: Daniel Stange (DRS).

Weitere News

22. September 2017

Erklärung der FIBA:

"Weltweiter Wettkampf-Kalender wird sich nicht für zwei Euroleague-Spieltage ändern" - Gemeinsames Statement von Deutschland, Griechenland, Italien, Russland, Spanien und der Türkei

21. September 2017

Der EM-Sommer in der 360° Ansicht

Das DBB-Team zum Anfassen nah

20. September 2017

Bundesjugendlager 2017: Leistungsschau der Talente

Rund 200 Spielerinnen und Spieler präsentieren sich