Rolli-Damen jubeln über EM-Gold – Herren holen Silber18. September 2011

Tolle Erfolge im israelischen Nazareth

Nach einem schwierigen Jahr jubelt das Team Germany über EM-Gold

Der neunte Europameisterschaftstitel in der Geschichte krönt für die deutschen Damen ein schwieriges Jahr des Umbruchs. Ähnlich verlief auch das Endspiel um die europäische Krone im israelischen Nazareth gegen den Erzrivalen Niederlande, der nach einem starken Halbfinale gegen die favorisierten Britinnen auch dem Vize-Weltmeister Deutschland alles abverlangte.

Niederlande – Deutschland 42:48 (9:12/25:25/31:39)

Die ING-DiBa Korbjägerinnen starteten mit sechs Punkten durch die nach ihrer Fingerverletzung im Halbfinale mit Schmerzmittel fit gespritzte Gesche Schünemann konzentriert in das Endspiel in der Gan Ner Arena. Doch nach dem 8:2 (6.) durch Kapitän Marina Mohnen wachte das Oranje Team auf und suchte mutig seine Chance. Die Folge war das 14:18 (15.) durch Cher Korver Mitte des zweiten Viertels, das das Team Germany deutlich nervös werden ließ.

Nach dem Ausgleich zur Halbzeitpause startete erneut die DRS-Mannschaft besser in den zweiten Durchgang und führte nach dem 37:29 (28.) durch die an diesem Tag überragende Kapitänin Mohnen wieder vermeintlich beruhigend. Doch wie schon vor dem Seitenwechsel kam es zur Duplizität der Ereignisse: Urplötzlich kamen die Niederländerinnen kämpferisch zurück ins Spiel, verkürzten zunächst auf 33:39 (33.) und 1:58 Minute vor der Schlusssirene sogar auf 42:45. Doch die Mannschaft von Bundestrainer Holger Glinicki behielt die Nerven, kämpfte zurück und als Centerin Schünemann 29 Sekunden vor dem Ende zwei Freiwürfe zum Endstand sicher verwandelte, wirkte dies wie die Befreiung für ein Team, dass trotz eines personellen Umbruchs am Ende am angestrebten Ziel angekommen ist.

„Das Spiel war wie ein Spiegelbild dieses Jahres und wir wussten, dass es vielleicht so schwierig wie nie werden könnte diesen EM-Titel zu verteidigen“, so Glinicki glücklich nach dem viel umjubelten Ende, dem er noch anfügte: „Aber dieses ebenso schwierige wie am Ende doch erfolgreiche Jahr wird uns für die kommende paralympische Saison 2012 einen gehörigen Schritt nach vorne bringen“.

Niederlande:
Inge Huitzing (21), Cher Korver (9/1 Dreier), Roos Osterbaan (6), Carina Versloot (6), Barbara van Bergen, Petra Garnier, Lucie Houwen, Jitske Visser, Saskia Pronk (n.e.), Sanne Timmerman (n.e.), Wendy van der Wal (n.e.).

Deutschland:
Marina Mohnen (Köln 99ers, 27), Gesche Schünemann (RSV Lahn-Dill, 15), Mareike Adermann (University of Wisconsin/USA, 4), Annabel Breuer (Ulmer Sabres, 2), Britt Dillmann (RSV Lahn-Dill), Edina Müller (Hamburger SV), Johanna Welin (USC München), Annika Zeyen (University of Alabama/USA), Nadine Bahr (Hamburger SV, n.e.), Heike Friedrich (Mainhatten Skywheelers, n.e.), Maria Kühn (Mainhatten Skywheelers, n.e.), Maya Lindholm (Hamburger SV, n.e.).

Deutsche Herren gewinnen in Israel Europameisterschafts-Silber

Auch wenn sich im Finale der Europameisterschaften 2011 der Traum des Titelgewinns für das deutsche Team nicht verwirklichen ließ, darf die Mannschaft von Bundestrainer Nicolai Zeltinger erhobenen Kopfes die Heimreise aus dem israelischen Nazareth antreten. Mit der Finalniederlage gegen Großbritannien, das sich nach 1995 zum zweiten Mal den EM-Titel sicherte, aber dem besten Resultat seit dem Jahr 1999, als das Team Germany erstmals das Endspiel einer EM erreichte, buchte die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Herren damit zusätzlich das angestrebte Ticket für die Paralympics 2012 in London.

Großbritannien – Deutschland 76:65 (27:16/49:41/60:54)

Nach einem nervösen Beginn auf beiden Seiten (6:6, 5.) kamen die Briten, die zum insgesamt sechsten Mal das EM-Endspiel erreichten, als erste aus den Startlöchern. Insbesondere die beiden Top-Center Terry Bywater und Simon Munn taten der deutschen Auswahl in dieser Phase mit ihren Punkte weh. Doch nach dem 12:23 (9.) und 17:31 (12.) bekam die Mannschaft um Kapitän Sebastian Wolk doch noch vor der Pause die Kurve und kam durch Scharfschütze Dirk Passiwan zum Anschluss: 35:39 (17.). Der Trierer erzielte in dieser Phase zwölf Punkte aus teilweise unmöglichen Situationen und kassierte dafür den Szenenapplaus in der Gan Ner Arena.

Nach dem Seitenwechsel kämpfte die deutsche Mannschaft verbissen und mit viel Herz, doch immer, wenn der Abstand zu den an diesem Tag bärenstarken Briten etwas schmolz, konnte das Team von der Insel nachlegen. Am Ende siegte mit Großbritannien das bessere von zwei guten Mannschaften und bestiegt verdient den kontinentalen Thron. „Nicht wir haben das Endspiel verloren, sondern Großbritannien gewonnen. Sie waren heute Abend einfach besser“, attestierte der deutsche Co-Trainer Bruce Enns nach der Schlusssirene treffend. Mit der zweiten Silbermedaille nach 1999 in Roermond hat die deutsche Herrenauswahl ein überaus achtbares Ergebnis in Nazareth erzielt.

Großbritannien:
Terry Bywater (30/2 Dreier), Simon Munn (30), Dan Highcock (4), Abdi Jama (2), Peter Finbow (2), Matthew Sealy (2), Harrison Brown, Matt Byrne, Ade Orogbemi, Ian Sagar, Ghazian Choudry (n.e.),Jonathan Hall (n.e.).

Deutschland:
Dirk Passiwan (IMMOVESTA Dolphins Trier, 32/2), Thomas Böhme (RSV Lahn-Dill, 12), André Bienek (University of Wisconsin/USA, 6), Thomas Gundert (RSV Lahn-Dill, 4), Matthias Heimbach (Jena Caputs, 4), Sebastian Wolk (Mainhatten Skywheelers,3 ), Jan Haller (RSV Lahn-Dill, 2), Thomas Becker (Köln 99ers), Dirk Köhler (RSV Lahn-Dill), Björn Lohmann (Köln 99ers), Sebastian Magenheim (USC München),Andreas Kress (Mainhatten Skywheelers, n.e.).

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