Neue DBB-Leistungsstützpunkte14. April 2011

Grünberg/Marburg und Chemnitz ausgewählt – Weitere sollen folgen

„Die Erfahrungen im internationalen Wettbewerb haben uns klar gemacht, dass ein solches Projekt alternativlos ist, um den Anschluss ans internationale Leistungsniveau wieder herzustellen“, so die hauptamtliche Bundestrainerin für weiblichen Nachwuchs Alex Maerz. „Ich bin mir sicher, dass wir ein vernünftiges Modell entwickelt haben, welches alle Voraussetzungen für ein solches Leistungssportpaket erfüllt.“ Aus diesem Grund unterstützt der Deutsche Basketball Bund die Standorte Grünberg/Marburg sowie Chemnitz und macht aus ihnen weibliche DBB-Leistungsstützpunkte. In naher Zukunft sollen noch ein bis zwei weitere folgen.

Die maßgeblichen Ziele dieser Stützpunkte sind klar definiert:

Talente der Perspektivspieler-Liste sollen zu A-Nationalspielerinnen ausgebildet werden. Darüber hinaus wird angestrebt, die sechs bis acht Top-Talente eines Jahrgangs an die Stützpunkte zu binden um somit – unter anderem – mittelfristig die Etablierung aller Jugend-Nationalmannschaften im Mittelfeld der A-Gruppe zu gewährleisten. Im Vordergrund steht eine frühe Gewöhnung an den Leistungssport unter optimalen strukturellen Bedingungen, um so viele Perspektivspielerinnen wie möglich zu fördern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einem einheitlichen Spielkonzept, was es erlauben soll, klar definierte Techniken und Automatismen zu entwickeln.

Die fachspezifische und athletische Ausbildung der Athletinnen erfolgt ganzjährig und wird gemeinsam von den Vereinen und dem Verband gesteuert, um somit internationalen Standards zu genügen. Die Talente befinden sich dabei in einer Wettbewerbssituation, die eine bestmögliche Entwicklung garantiert.

Der wichtigste Aspekt und zugleich die Voraussetzung der DBB-Stützpunkte liegt in der dualen Karriereplanung. „Das Kernkriterium war eindeutig die duale Ausbildung. Es war uns am wichtigsten, dass Schule und Basketball gemeinsam eine enge und qualitativ hohe Kooperation bilden“, erklärt Maerz. Dafür sind Kooperationen mit Schulen installiert, die Leistungssport trotz schulischer Veränderungen ermöglichen. Das Ziel ist die bestmögliche schulische Ausbildung im Einklang mit einer optimalen sportlichen Förderung auf die Beine zu stellen.

Ausgesucht wurden die jeweiligen Leistungsstützpunkte nach festgeschriebenen Kriterien. Dazu zählen unter anderem: Medizinische und physiotherapeutische Betreuung, gesteuertes Athletik-Training, Internatsanbindung oder betreutes Wohnen, örtliche Nähe sowie Infrastruktur, Ligen-Struktur vor Ort, die sportliche Betreuung im DBB-Konzept und bereits hervorgebrachte Kader-Athletinnen oder Perspektivspielerinnen.

Die sportliche Umsetzung wird direkt durch die Bundestrainer oder deren Assistenten, in Grünberg/Marburg von Alex Maerz und in Chemnitz vom U20-Nationaltrainer Raoul Scheidhauer, erfolgen. Für das Jahr 2011 sind grundsätzlich die Jahrgänge 1994-1997 geplant.

Auch Damen-Nationaltrainer Bastian Wernthaler zeigt sich hoch zufrieden: „Ich denke, diese beiden Leistungsstützpunkte schaffen die Basis für eine erfolgreiche Basketball-Laufbahn und somit auch für den A-Nationalkader. Natürlich müssen wir uns etwas gedulden und können nicht sofort mit großen Erfolgen rechnen, da dieses Projekt jetzt erst anläuft und die nötigen Strukturen schaffen muss. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass wir mittelfristig einen positiven Effekt erleben werden.“

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