NBBL TOP4: Güßbachs Comeback entthront den Meister19. Mai 2012

Der TSV Tröster Breitengüßbach greift zum zweiten Mal in Folge nach der Meisterschaft der Nachwuchs Basketball Bnudesliga (NBBL). Nach dem verlorenen Endspiel 2011 gegen das Team ALBA Urspring revanchierte sich der Team von Headcoach Ulf Schabacker im Halbfinale gegen den amtierenden Doppelmeister mit 68:64 (14:15, 9:9, 12:25, 33:15). Im Endspiel treffen die Franken auf die Eisbären Bremerhaven, die sich am Nachmittag mit 79:67 gegen Ausrichter Hagen durchsetzten. Das Finale des TOP4 findet am Sonntag (20. Mai.) um 13:30 Uhr in der Hagener ENERVIE Arena statt. Die Partie wird live im Internet auf www.LiveImNetz.de übertragen.

 

Das Vorjahres-Finale begann so, wie es zu erwarten war: Mit unheimlich hoher Intensität in der Verteidigung. Weder Urspring noch Breitengüßbach gaben auch nur einen Zentimeter Parkett freiwillig, geschweige denn kampflos her. Nicht selten mussten beide Mannschaften die vollen 24 Sekunden Angriffszeit ausreizen, ehe sie einen halbwegs guten und offenen Wurf herausgespielt bekamen. (5:5, 4. Minute). Beim Gerangel am Brett um den Rebound trat Ursprings Sid-Marlon Theis unglücklich auf und musste wegen einer scheuernden Stützschiene zunächst an der Seitenauslinie behandelt werden – der Forward konnte wenig später aber schon wieder ins Geschehen eingreifen. Nach und nach setzte sich der amtierende Meister etwas ab, da die Franken in Brettnähe keinen Stich sahen und ihre Würfe aus der Distanz nicht fielen (13:5, 7. Minute). Mit einem wie aus dem Nichts kommenden 9:0-Lauf schloss der TSV zunächst die bestehende Lücke auf der Anzeigetafel, konnte bis zum Viertelende jedoch nicht die Führung übernehmen (15:14, 10. Minute).

War die Partie bis dahin schon durch die Verteidigung geprägt, sollte dieser Zustand im zweiten Abschnitt noch auf die Spitze getrieben werden. Hart aber fair wurden die Angriffe der Konkurrenz abgewehrt, der enorme Körpereinsatz der Spieler blieb dabei insgesamt nicht unbelohnt (17:16, 14. Minute). Die Klosterschüler versenkten in den zehn Minuten vor der Pause lediglich drei Würfe aus dem Feld, Güßbach traf sogar nur zwei seiner insgesamt 17 Schüsse (24.23, 20. Minute).

In der ersten Hälfte hatte das Team ALBA Urspring nur einen seiner zehn Dreierversuche verwandeln können. Gleich nach Wiederanpfiff ließ Nationalspieler Malik Müller einen Schuss von „Downtown“ durch die fränkische Reuse segeln (27:23, 21. Minute). Damit initiierte der bullige Guard einen 12:2-Run des Titelverteidigers, den Güßbach erst nach zwei Auszeiten stoppen konnte (36:25, 25. Minute). Johannes Richter – der per Doppellizenz nicht nur für den TSV in der ProB aufläuft, sondern auch im erweiterten Kader der Brose Baskets aus Bamberg steht – versenkte seinerseits einen Distanzwurf, wodurch beim Vizemeister deutlich Hoffnung aufkeimte (36:28, 25. Minute). Der kurze Hoffnungsschimmer hielt jedoch nicht lange an, da Müller und Co. offensiv ihren Rhythmus gefunden zu haben schienen und mehr Zähler auflegten, als noch in der gesamten ersten Hälfte (49:35, 30. Minute).

Breitengüßbach wusste, dass nur ein schneller Lauf dazu führen würde, in diesem Halbfinale vielleicht noch eine Chance auf eine sportliche Wendung haben zu können. Coach Ulf Schabacker hatte defensiv die richtigen Umstellungen vollzogen, die sein Team zu mehr Stopps und daraus resultierenden Fastbreaks führten. Nach einem raren Dreier und einem Dreipunktspiel durch Johannes Richter war der einst komfortable Vorsprung des Meisters empfindlich – und dazu noch empfindlich schnell – zusammengeschmolzen (51:48, 34. Minute). Genau in solchen Drucksituation präsentierte sich Urspring in der Vergangenheit immer am stärksten, als geschlossene Einheit. An diesem Tag aber verrannten sich die Czerny-Schützlinge zusehends in Einzelaktionen, während Güßbach den Ball gut laufen ließ und nach einem Dreiern von Alexander Engel erstmals die Führung übernahm (56:59, 38. Minute). Ab da nahm der Krimi seinen Lauf, in dem der TSV die leicht besseren Karten in der Hand hielt. Urspring konterte zwar und schickte den Herausforderer an die Linie, doch die Franken verteidigten ihren teuer erkauften Vorsprung mit Krallen und Klauen (63:65, 40. Minute). Wenngleich Engel einen wichtigen Freiwurf daneben warf, so war Johannes Richter zur Stelle, um den Offensiv-Rebound abzugreifen (63:66). Urspring lief die Zeit davon, der Versuch per Dreier für den Ausgleich zu sorgen schlug fehl, so dass Breitengüßbach die Führung ins Ziel bringen konnte – und damit die Hoffnung auf den ersten NBBL-Titel bei der fünften TOP4-Teilnahme.

Ulf Schabacker (Trainer TSV Tröster Breitengüßbach):

“Als wir zwischenzeitlich mit 17 Punkten hinten lagen, kam alles zusammen: Schrittfehler, Fouls, Fehlwürfe. Aber wir haben nie den Glauben verloren und sind dafür am Ende belohnt worden. Wir haben jetzt den großen Favoriten Jena und den amtierenden Meister Urspring geschlagen, jetzt wollen wir natürlich auch den Titel. Ich freue mich besonders für Johannes (Richter, Anm. D. Red.), der in der wichtigen Phase Verantwortung übernommen hat und dafür belohnt worden ist. Das Endspiel gegen Bremerhaven wird nun genau so schwer wie heute gegen Urspring. Bremerhaven hat das Momentum auf seiner Seite, hat den Gastgeber geschlagen und ist heiß. Es wird wieder ganz schwer.”

Johannes Richter (Power Forward TSV Tröster Breitengüßbach):

“Wir wollen diesen Titel in diesem Jahr so sehr, deswegen haben wir auch, als wir heute deutlich zurücklagen, nie den Glauben verloren. Ich persönlich bin froh, dass ich in der entscheidenden Phase meinem Team helfen konnte; noch im Viertelfinale gegen Jena habe ich nicht so gespielt, wie ich mir das vorgestellt habe. Jetzt geht es morgen gegen Bremerhaven, was mindestens genau so schwer wird wie gegen Urspring.”

Felix Czerny (Trainer Team ALBA Urspring)

“Glückwunsch an Breitengüßbach, das verdient gewonnen hat. Vor allem an der Freiwurflinie haben wir es versäumt, für die Vorentscheidung zu sorgen. Außerdem haben wir einige Fehler gemacht, die uns normalerweise nicht unterlaufen. Schließlich hatten wir noch ein wenig Pech, weil wir Sid-Marlon (Theis, Anm. d. Red.) wegen seiner Knöchelverletzung nicht mehr einsetzen können.”

Team ALBA Urspring:

Marius Eberhardt (dnp), Niels Liebchen (dnp), Malik Müller (19/2 Dreier), Oliver Heptner (2), Nicolas Burgard (1), Janno Baader (dnp), Kenneth Ogbe (11), Zaire Thompson (5), Kevin Bryant (4), Kalidou Diouf (13), Sid-Marlon Theis (0), Julius Wolf (9)

TSV Tröster Breitengüßbach:

Mark Völkl (3/1), Tim Leonhardt (dnp), Alexander Engel (13/1), Christoph Dippold (5), Felix Griebel (dnp), Dino Dizdarevic (7/1), Christopher Wolf (4), Philip Daubner (13/3), Johannes Richter (21/2), Lucas Wagner (0), Terry Thomas (dnp), Johannes Thiemann (2)

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