NBBL-Finale: Ursprings vierte Liebe15. Mai 2011

TSV Tröster Breitengüßbach vs. Team ALBA Urspring 57:68 (15:29)

Auf den Rängen der mit 2.200 Zuschauern restlos ausverkauften Rundsporthalle skandierten die mitgereisten Fans „U 1 L“, was gleichbedeutend für „Urspring, eine Liebe“ stand. Auf dem Feld feierten die Spieler des Team ALBA Urspring ihre vierte NBBL-Meisterschaft in fünf Jahren, nachdem sie im Finale um die Deutsche U19-Krone den TSV Tröster Breitengüßbach mit 68:57 (12:4, 17:11, 22:18, 17:24) bezwungen hatten. Damit schafften die Schelklinger Talentschmiede die „Titel-Quadratur“ aus ProB, Jugend trainiert für Olympia, JBBL und NBBL.

Zahlen lügen nicht. Im Verlauf der Saison 2010/2011 hatte das Team ALBA Urspring nach dem ersten Viertel durchschnittlich 8,1 Zähler Vorsprung, was vornehmlich mit der exzellenten Offense des Titelverteidigers zu tun hatte. Allein während der Playoffs zeichneten die Schelklinger in den ersten zehn Minuten einer Partie für 19,7 Zähler verantwortlich. Im Finale gegen Breitengüßbach war es allerdings die Verteidigung der Urspringschüler, die den Franken die Luft zum Atmen nahm. Außer einem Freiwurf von ALLSTAR-MVP Philipp Neumann brachten der TSV zunächst nichts Zählbares auf die Anzeigetafel (1:7, 6. Minute). Erst 40 Sekunden vor Viertelende gelang Johannes Richter der erste Feldkorb für den viermaligen TOP4-Teilnehmer – das Momentum lag komplett auf Seiten des Champs (4:12).

Auch der zweite Durchgang gestaltete sich zäh. Mit einem 6:0-Lauf konnte Urspring den Vorsprung in den zweistelligen Bereich ausbauen (4:18, 13. Minute), hatte in der Folge aber selbst Schwierigkeiten, um zum Abschluss zu kommen. Bei Breitengüßbach, das Neumann nur selten am Brett suchte, fand in Kevin Eichelsdörfer einen Guard, der mit Würfen von außen für Entlastung sorgte. Ein zwischenzeitlicher 12:2-Lauf von Kevin Bright und Co. stellte die anfänglichen Machtverhältnisse wieder her (15:29).

Das dritte Viertel ist traditionell das stärkste der Urspringschüler – daran sollte sich auch im NBBL-Finale 2011 nichts ändern. Mit einem 7:0-Run eröffneten die Schützlinge von Trainer Felix Czerny die zweite Halbzeit, was Güßbachs Coach Ulf Schabacker zu einer frühen Auszeit zwang. Mit zwei Treffern von „Downtown“ hintereinander sorgte Malik Müller für die bis dahin größte Führung seiner Farben (24:48, 28. Minute). Wenngleich der TSV anschließend verkürzen konnte, so standen die Franken vor dem letzten Durchgang mit dem Rücken zu Wand (33:51).

Mit dem Mut der Verzweiflung warf die Schabacker-Truppe nochmals alles in die Waagschale, um ein Comeback zu initiieren – mit mittelfristigen Erfolg. Der Ball wurde schnell und gut bewegt, wodurch sich beim TSV erstmals in diesem Finalspiel soetwas wie ein offensiver Rhythmus entwickelte (41:55, 33. Minute). Weiter ließ Urspring den Herausforderer jedoch nicht gewähren. Kapitän Mario Blessing riss die Verantwortung an sich, bestimmte das Tempo der Partie und sorgte dafür, dass der Start-Ziel-Sieg des alten und neuen Meisters nicht mehr in Gefahr geraten sollte.

TSV Tröster Breitengüßbach:
Völkl (dnp), Zenkel (0), Engel (5), Eichelsdörfer (10/2 Dreier), Richter (2), Dippold (17/3), Daubner (0), Hakimi (dnp), Walde (6), Wagner (dnp), Neumann (8, 7 Rebounds, 3 Blocks), Thiemann (9).

Team ALBA Urspring:
Blessing (11/1), Müller (14/2), Heptner (2), Dern (1), Valerien (0), Richter (0), Ogbe (6), Bryant (0), Diouf (6), Bright (13/1), Theis (0), Wolf (15/1, 10 Rebounds).

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