Nachruf Benno Jäger12. Juli 2007

Ehemaliger DBB-Schiedsrichterreferent verstarb im Alter von 80 Jahren

Benno Jäger, langjähriger Präsident und Ehrenpräsident des Bayerischen Basketball Verbandes  und vormaliger Schiedsrichterreferent im Deutschen Basketball Bund verstarb im Alter von 80 Jahren in seinem Heimatort Hösbach/Unterfranken.

Der Basketballsport in Deutschland, speziell in Bayern hat mit Benno Jäger einen langjährigen Wegweiser in ehrenamtlichen Führungspositionen, besonders im Schiedsrichterwesen verloren.

Benno Jäger kam als Späteinsteiger während seines Lehrerstudiums zum Basketball, wie viele hatte er vorher geturnt, Leichtathletik betrieben und Handball gespielt. Der Basketball-Virus hat ihn jedoch sein restliches Leben nicht mehr los gelassen.

Benno Jäger startete eine zweigleisige Karriere sowohl als aktiver Schiedsrichter, als auch als Funktionär auf verschiedenen Ebenen.

1962 hatte er die Bundesliga-Lizenz, 1968 die Schiedsrichterlizenz des Internationalen Basketball Verbandes erworben. Er hat über 100 Bundesligaeinsätze geleitet, 70 Länderspiele, 43 Europapokalspiele. Bei Olympia in München 1972 war er als Obmann der Kampfgerichte des olympischen Basketball-Turniers eingesetzt. Als Technischer Kommissar der FIBA bewährte er sich bei 40 Einsätzen ab 1978.

Benno Jäger hat als Funktionär von der Kreis- bis zur Bundesebene gewirkt, beginnend als Kreisvorsitzender Aschaffenburg (1956-61), über den Bezirksvorsitz von Unterfranken (1960-65), als Schiedsrichterreferent des BBV (1963-67), später BBV-Präsident (1967-77) bis zum Schiedsrichterreferent im DBB nach Manfred Ströher (1973-84). Der Verbandstag 1977 in Ansbach ernannte Benno Jäger zum Ehrenpräsidenten des BBV auf Lebenszeit, die FIBA ernannte ihn 1978 zum Ehrenschiedsrichter.

Benno Jäger war ein Mann des Ausgleichs. In Bayern hatte er als Präsident über 10 Jahre die Rivalitäten zwischen dem starken Süden Oberbayern und dem bereits damals starken Oberfränkischen Norden zu schlichten. Sein neutrales Unterfränkisch mit stark Hessischem Einschlag halfen im dabei ebenso, wie die von ihm geförderte, traditionelle Bayerische Tagungskultur, Konflikte im Vorfeld bei einer Maß oder einem Schoppen zu klären und nicht in der Öffentlichkeit auszutragen. Ihm ist es gelungen, in kurzer Zeit eine neue, starke Führungsmannschaft im BBV zu etablieren, deren Namen auch heute noch einen guten Klang im Basketballsport haben: Schorr, Geishöfer, Geisler und Sohnle. Er hat Führungsstrukturen geschaffen, die mit geringen Veränderungen bis heute andauern. Lange Jahre war er die Stimme des Südens im DBB und hat die weiß-blauen Interessen auf Bundesebene wirkungsvoll vertreten.

In seine Zeit als DBB-Schiedsrichterreferent fielen die Umsetzung der 10-sec- (heute 8-sec-) Regel, die Begrenzung der Team-Fouls erst auf 10, später 8 und 7, der Bonuswurf bei Foul am Werfer und die 3-Punkte-Linie. Die damit verbundenen Änderungen unseres Spiels haben sich bis heute bewährt.

Ich bin dankbar, dass ich als junger Delegierter des Bezirks Oberbayern Benno Jäger 1976 auf dem Verbandstag in Augsburg kennen lernen durfte. Sein lockerer Führungsstil und seine Kunst, den Referenten im Präsidium  hohe Verantwortung und Selbstständigkeit zu übertragen und sie damit zu motivieren, waren beispielgebend.

Seinen väterlichen Rat, sowohl in der Lösung der „Aschaffenburg-Krise“ (Landesgrenze gleich Verbandsgrenze), in sportpolitischen Grundsatzfragen oder in der Bayerischen Haltung zum DBB habe ich später als BBV-Präsident gerne entgegen genommen.

Ein Schlaganfall hat Benno Jäger viel zu früh an der aktiven Teilnahme an den Entwicklungen in unserem Sport in den letzten Jahren gehindert.

Benno Jäger hat sich um den Basketballsport in Bayern und Deutschland verdient gemacht. Wir werden dem Menschen Benno Jäger und seinem Wirken für unseren Sport ein ehrendes Gedenken bewahren.

Dieter Wolff
Ehrenpräsident BBV
Polling, Juli 2007


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