Marie Schwaab als Fair-Play-Botschafterin in Peking27. August 2008

Ehemalige C-Kader-Athletin berichtet von den Olympischen Spielen

Marie Schwaab, die in der 2. Liga bei der SG TOWERS Speyer-Schifferstadt spielt, war vom 5. bis zum 21. August als eine von 30 Fair-Play-Botschaftern bei den Olympischen Spielen in Peking. Die ehemalige C-Kader-Athletin wurde dafür von der Deutschen Olympischen Gesellschaft ausgewählt. Im Folgenden berichtet sie über ihre 15-tägige Reise.

Am 5. August ging es voller Vorfreude endlich los. Über Shanghai sind wir in die Olympiastadt geflogen. Dort hatten wir die Aufgabe, den „Fair Play“- Gedanken zu verbreiten. Dazu haben wir nicht nur mit Sportlern, Zuschauern und Offiziellen gesprochen, sondern haben zudem in der ganzen Stadt Tattoos verteilt.

Außerdem habe ich natürlich so einige Sportveranstaltungen gesehen- Beachvolleyball, Volleyball, Handball, Radrennen, Hockey und sogar bei einem Basketballspiel konnte ich dabei sein. Aber mit den Sportveranstaltungen war das so eine Sache – die Stadien waren halb leer, aber es war fast unmöglich an Karten zu kommen. Gerüchte, wohin diese verschwunden sind, gab es viele, aber auch das hat uns nicht wirklich weitergeholfen. So standen wir dann, um zusätzliche Tickets zu erhalten, hoffnungsvoll bei glühender Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit vor den Stadien, um vielleicht doch noch für viel Geld ein solches abzustauben.

Doch nicht der Sport stand für uns während den Olympischen Spielen im Mittelpunkt. „One world-one dream“ – schon das diesjährige Motto stellte die Gemeinschaft aller Länder heraus, die Tatsache, dass alle Nationen zusammen ein riesiges Fest feiern. Es wurde nicht unterschieden, welche Staatsbürgerschaft man hat, und im Stadion haben wir viele neue Freundschaften geknüpft. Sprachprobleme wurden überbrückt, wir haben uns mit Händen und Füßen unterhalten oder haben Pins getauscht.

Auch im Alltag der Olympischen Spiele bin ich auf einige Besonderheiten gestoßen. Wenn ich mit der U-Bahn fahren wollte, wurde mein Gepäck erstmal wie am Flughafen durchleuchtet. Dass es manchmal Schwierigkeiten gab die Schilder zu lesen, ist wohl selbstverständlich, wobei diese immerhin zum Teil einen englischen Untertitel hatten. Fast unmöglich war es jedoch, gezielt etwas zum Essen zu bestellen, denn nahezu alle Speisekarten waren ausschließlich mit chinesischen Schriftzeichen beschrieben, sodass es häufig Überraschungen gegeben hat, wenn das Essen auf dem Tisch stand. Dieses dann auch noch mit den Stäbchen in den Mund zu bringen, stellte eine weitere Herausforderung dar. Dafür ist wirklich erwähnenswert, dass die Speisen in Peking um ein vielfaches billiger sind als in Deutschland. Chinesische Spezialitäten bekommt man schon für einen Euro und auch ein Maxi-Menü bei McDonalds kostet nicht einmal drei Euro.

Egal wo ich war, hatte ich immer das Gefühl beobachtet zu werden. Überall waren Überwachungskameras angebracht, und auch von Fotografen wimmelte es in der ganzen Stadt. Außerdem gab es an so ziemlich jedem Fleck der Stadt mehrere Volounteers. Die Kommunikation mit den Helfern stellte sich jedoch als sehr schwierig heraus, denn deren Englischkenntnisse waren sehr beschränkt. Da ist es schon mal vorkommen, dass wir in die falsche Richtung geschickt wurden oder nicht mehr als einen fragenden Blick zugeworfen bekamen. Zum Glück eilte jedoch meist schnell ein Passant zu Hilfe – es war wirklich beeindruckend, wie hilfsbereit die Anwohner der Olympiastadt waren, und so haben wir immer früher oder später eine Lösung für unsere Probleme gefunden.

Die Olympischen Spiele in Peking waren für mich etwas ganz besonderes. Was die Chinesen auf die Beine gestellt haben, nicht nur all die neuen Stadien und Bauwerke, sondern auch die Fahnen an allen Straßenlaternen und die vielen Kunstwerke an allen Ecken und Enden, ist wirklich beeindruckend. All die neuen Eindrücke haben mich total fasziniert, doch das absolute Highlight meiner Reise war ein Tag im Olympischen Dorf. Eine Akkreditierung für das Wohnviertel der Athleten zu bekommen war für uns, wie für all die anderen Fans, eigentlich fast unmöglich, doch Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball Bundes hat mir dieses ganz besondere Erlebnis möglich gemacht, wofür ich mich hiermit noch mal ganz herzlich bedanken möchte. Mit ihm konnte ich das faszinierende Dorf erkunden und am Mittag sogar mit der deutschen Basketball Nationalmannschaft in der riesigen Mensa, in der man von Sushi, Pizza, Nudeln oder Sahnetorte 24 Stunden am Tag alles bekommen kann, essen gehen durfte. Die Spieler waren total nett, so hatte ich die Möglichkeit, all meine Fragen zu stellen und Fotos mit Nowitzki & Co. zu machen.

Diesen Tag, aber auch die 14 anderen Tage, die ich in Peking verbracht habe, werde ich sicher nie vergessen. All die neuen Erfahrungen – die asiatische Kultur, die Sportveranstaltung und die unbeschreibliche Atmosphäre – davon werde ich sicher noch lange erzählen.


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