European Champions Cup in Moskau8. September 2005

Deutsches Streetbasketballteam scheidet unglücklich in der Vorrunde aus

Dienstag Morgen in der Geschäftsstelle des Deutschen Basketball Bundes: Vor einigen Stunden ist Jörg Schrebert, DBB-Referent für Breiten und Freizeitsport, von seiner Mission aus Moskau zurückgekehrt. Sein Auftrag lautete, als Offizieller DBB-Vertreter den amtierenden nationalen Straßenbasketballmeister zum European Champions Cup (03./04. September) nach Moskau zu geleiten. Nein, auch trotz schönen Wetters ist er nicht braun geworden im fernen Russland und doch kann man die Ausläufer seiner Reise hervorragend an der regungslosen Physiognomie seines Gesichtes studieren. Sein starrer Blick weist zum Fenster hinaus, während sein Kinn mühsam von Daumen und Zeigefinger bearbeitet wird. Auch der langanhaltende Brummton, der zunächst als einzige Antwort auf die Frage nach dem Abschneiden der „BiggiSmalls“ herhalten muss und nur hin und wieder von einem zischenden Schmatzen unterbrochen wird, lässt nichts Gutes ahnen. Doch endlich spricht er: „Na ja, Tatsache ist, dass es insgesamt 6 gute Mannschaften bei dem Turnier gab, von denen 5 in unserer Gruppe gespielt haben“. Nun wird auch erst Schreberts eher griesgrämiges Mienenspiel verständlich, denn da bei dem internationalen Turnier in Moskau in zwei Gruppen à 5 Mannschaften gespielt wurde, ist auch dem Laienmathematiker schnell ersichtlich, was das zu bedeuten hat. „Wir sind unglücklich in der Vorrunde ausgeschieden“, bestätigt Schrebert die eigene Rechenleistung.

Die euphorisch und erwartungsfroh angereisten Berliner Jungs von den „BiggiSmalls“ konnten beim Turnier in Moskau zwar ihr erstes Gruppenspiel gegen Polen für sich entscheiden, doch gegen Estland, Litauen und den späteren Turniersieger aus Russland gab es knappe Niederlagen, sodass man den letzten Platz in der Gruppe A belegte und somit ausgeschieden war. Vielleicht lag es daran, dass man – ganz nach amerikanischem Vorbild – seine Spiele in einem dubiosen Käfig absolvieren musste. Womöglich behinderten die von den Körben garstig herunterhängenden Eisennetze das optische Schönheitsempfinden und verhinderten somit die gewohnte Treffsicherheit des Deutschen Meisters; jedenfalls hatte man mit den Finalspielen nichts mehr zu tun. Dass „die unglücklichen Umstände“, von denen Jörg Schrebert diplomatisch spricht, keiner hanebüchenen Verschwörungstheorie entspringen, in der womöglich ein sich anbahnender postkommunistischer Alptraum verdunkelt werden soll, zeigt ein Blick auf die Ergebnisse der Viertelfinalspiele, in denen alle Teilnehmer der deutschen Gruppe ihre Spiele für sich entscheiden konnten und folglich die vier Halbfinalisten stellten.

Centerspieler Roman von Glowacki, der die internationale Härte am eigenen Leib zu spüren bekam und mit einem Cut unter dem Auge ein Spiel aussetzen musste, gibt sich ebenfalls enttäuscht: „Wir sind relativ naiv an die Sache rangegangen. Unser einziges Spielsystem hatten wir uns in der Nacht zuvor ausgedacht. Die anderen Teams waren da einfach sehr viel besser eingespielt. Und doch haben wir die Spiele immer nur mit ein/zwei Punkten Unterschied verloren.“


R.v.Glowacki, A. Gerlach, J. Schrebert, K. Zimmermann, D. Hönicke und O. Schneider

Auch wenn man über zahlreiche Lautsprecher entsprechend geräuschvoll und natürlich in russischem O-Ton über aktuelle Spielstände als auch über das gut organisierte Rahmenprogramm auf dem Laufenden gehalten wurde, – „Man ließ sich dann entsprechend erklären, was da gerade passiert war“, so Schrebert –, konnten die deutschen Vertreter an ihrem gewonnenen freien Tag noch den ein oder anderen übersetzbaren Sonntagsplausch unter Schicksalsgenossen führen. „Wir haben viel positives Feedback zu unserer Mannschaft bekommen. Auch viele von den Konkurrenten konnten nicht verstehen, dass wir schon in der Vorrunde ausgeschieden sind“, so von Glowacki.

Doch auch wenn für die deutschen Asphaltmeister schon nach der Vorrunde Endstation war, durften sie sich zumindest am ansehnlichen Niveau der übrigen Mannschaften erfreuen, die bei guter Stimmung und vollem Centercourt den Sieger des diesjährigen European Champions Cup ermittelten. Im Finale gelang es Russland, den vorher exzellent aufspielenden Guard der Mannschaft aus Estland zu kontrollieren, und so durfte sich letztendlich der Lokalrivale, nach einem hochklassigem und dramatischen Endspiel, das erst im „Sudden-Death“ entschieden wurde, vom tobenden heimischem Publikum feiern lassen.




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