EuroBasket 2013, Tageszusammenfassung 1. Spieltag5. September 2013

Die deutsche Auswahl war am ersten Spieltag der Eurobasket 2013 in Slowenien mit ihrem Sensationssieg über Frankreich in guter Gesellschaft, denn auch viele andere Spiele nahmen einen überraschenden Verlauf. So stolperte in der deutschen Gruppe A Israel 71:75 über den krassen Außenseiter Großbritannien. Belgien, am Donnerstag um 17:45 Uhr der nächstem Gegner der deutschen Mannschaft, steht nach einer 57:58-Niederlage gegen die Ukraine schon unter Zugzwang.

In Gruppe B bezwang das stark ersatzgeschwächte Serbien die zu den großen Favoriten gezählten Litauer 63:56. Mazedonien unterlag Montenegro 80:81 und Lettland besiegte Bosnien-Herzegowina 86:75. In der Gruppe C legten die von Dirk Bauermann trainierten Polen mit 67:84 gegen Georgien einen klassischen Fehlstart aufs Parkett. Gastgeber Slowenien wäre um ein Haar das Gleiche passiert (62:60 gegen Tschechien). Einzig Titelverteidiger Spanien wurde beim 68:40 über Kroatien vorbehaltlos seiner Favoritenrolle gerecht. In der Gruppe D überrollte Favorit Griechenland erwartungsgemäß Schweden 79:51, aber auch hier gab es mit Finnlands 61:55 über die Türkei eine dicke Überraschung. Italien bezwang Russland 76:69.

Gruppe A (Ljubljana)

Im nicht hochklassigen, aber dafür umso dramatischeren Auftaktspiel erwischte Großbritannien Israel mit dem schnellen Shooting Guard Kyle Johnson gleich im ersten Viertel auf dem falschen Fuß (22:17). Obwohl unter den Körben physisch unterlegen, waren die Briten oft einen Schritt schneller beim Rebound und gerieten erst gegen Ende des dritten Viertels ins Schwimmen, als Israels Power Forward Lior Eliyahu mit sieben Punkten in Folge aufdrehte und Spielmacher Afik Nissim den Favoriten 47:52 in Führung brachte. Da auch Israels enttäuschender Star-Forward Omri Casspi (13 Punkte und 11 Rebounds, aber aus dem Feld nur 3/14 und an der Linie 5/10) kurzfristig seinen Shooting Touch fand (54:62), wähnten die 800 Zuschauer Israel schon auf der Siegerstraße, doch die Briten steckten nicht auf und nutzen israelische Fehler, um mit Power Forward Kieron Achara (18 Punkte) und Myles Hesson (14) die Verlängerung zu erzwingen. In der Overtime brachte der zwischenzeitlich abgetauchte Topscorer Kyle Johnson (22 Punkte) Großbritannien 16 Sekunden vor Schluss wieder 73:71 in Führung. Anschließend vertändelte Afik Nissim (mit 17 Punkten und 3/4 Dreiern Israels Topscorer) den letzten israelischen Angriff (Endstand 75:71 für Großbritannien).

Belgien und die Ukraine legten anschließend eine physischere Gangart aufs Parkett. Schon nach dem ersten Viertel (12:11 für Belgien) zeichnete sich ein niedriges Resultat ab. Die Einwechslung von Spielmacher Johnathan Tabu (am Ende mit 13 Punkten und 4 Assists Topscorer) machte den Belgiern im zweiten Viertel Beine und sorgte für eine 36:26-Halbzeitführung. Mit Center Christoph Beghin (14 Punkte) und Power Forward Axel Hervelle (9 Punkte und 9 Rebounds) behaupteten sich die Belgier nach dem Seitenwechsel auch am Brett gut gegen die langen Ukrainer, die gegen Ende der Partie aber mit wachsender Treffsicherheit aus der Distanz immer stärker wurden. Center Igor Zaytsev (16 Punkte, 4/5 Dreier) sowie die Guards Sergej Gladyr (11 Punkte, 3/7 Dreier) und Olexandr Mishula (9 Punkte, 2/2 Dreier) verkürzten Punkt um Punkt und glichen in der vorletzten Minute aus (55:55). Die von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägte Schlussphase fand ihren Matchwinner im US-Spielmacher Eugene „Pooh“ Jeter, der für die Ukraine 39 Minuten lang wenig zustande gebracht hatte, drei Sekunden vor Schluss mit einem beherzten Zug zum Korb (plus Bonus-Freiwurf) den 58:57-Sieg der Ukraine unter Dach und Fach brachte.

Gruppe B (Jesenice)

Lettland erspielte sich mit seinem starken Center Rolands Freimanis (20 Punkte bei nur zwei Fehlwürfen in der ersten Halbzeit) gegen Bosnien-Herzegowina eine 43:33-Halbzeitführung. Obwohl Freimanis foulbedingt nach dem Seitenwechsel nur noch vier Punkte markierte, verwalteten die Letten ihre 43:33-Führung unter der Regie ihres Spielmachers Janis Strelnieks (9 Assists und 9 Punkte) clever bis zum 86:75-Sieg. Die Bosnier um den Neu-Bamberger Zack Wright (12 Punkte), die nur vier Assists verzeichneten (Lettland 20), verließen sich zu sehr auf die Wurfkünste ihrer Topscorer Mirza Teletovic (18 Punkte) und Nihad Djedovic (19), die zusammen nur 36 Prozent ihrer Würfe trafen.

In einer dramatischen und stets engen Partie (46:45 zur Halbzeit) hatten die Mazedonier um Bo McCalebb (23 Punkte) und Damjan Stojanovski (19 Punkte) die besseren Trefferquoten auf ihrer Seite. Aber Montenegro zog aggressiver zum Korb (22/28 Freiwürfe) und zermürbte damit die mazedonische Defense um Center Georgi Chekovski, der schon im zweiten Viertel sein drittes und viertes (technisches) Foul kassierte. In der Crunchtime avancierte dann Tyrese Rice (16 Punkte und 4 Assists) zum Matchwinner für Montenegro, als ihn Mazedonien nach eigenen Fehlern zweimal an die Freiwurflinie schickte und er eiskalt 4/4 zum 81:80-Sieg verwandelte.

Serbien profitierte bei seinem 63:56 über Litauen von einer ungewohnt schwachen Dreierquote (6/22 = 27 Prozent), die sich durch das gesamte Spiel zog. Umso mehr wurde Center Nenad Krstic mit seinen 20 Punkten und 9 Rebounds zum spielentscheidenden Trumpf für die Serben. Spielmacher Nemanja Nedovic bewährte sich zudem mit 14 Punkten als Stellvertreter des wegen einer Verletzung nicht mit zur EM gefahrenen Milos Teodosic. Bei den Litauern trafen nur Mantas Kalnietis (17) und Darius Lavrinovic (12) wie gewohnt.

Gruppe C (Celje)

Die Georgier lehrten den Polen mit einer starken Defensivleistung und dem von keinem polnischen Verteidiger zu stoppenden Power Forward Viktor Sanikidze (23 Punkte, 8/11 Würfe) schon in der ersten Halbzeit das Fürchten (39:22). Zwar legten die Polen um ihren NBA-Center Marcin Gortat (mit 12 Punkten und 8 Rebounds bester Scorer und Rebounder) nach der Pause ihre Nervosität etwas ab, was jedoch nicht einmal mehr zu einer Ergebniskorrektur reichte. Bei en 84:67 siegreichen Georgiern strahlte neben Sanikidze der routinierte Allrounder Manuchar Markoishvili mit 18 Zählern die größte Korbgefahr aus.

Kroatiens Widerstand gegen Spanien währte nur fünf Minuten (5:5). Danach ging es für die Spanier in großen Schritten zum 68:40-Sieg. Aus der imponierend starken spanischen Auswahl ragten Center Marc Gasol (14 Punkte und 11 Rebounds), Forward Rudy Fernandez (15 Punkte und 8 Rebounds) sowie Spielmacher Jose Calderon (13 Punkte, 3/4 Dreier) heraus. Für die Kroaten, die nur jeden vierten Wurf im Ziel unterbrachten, punktete nur Bogdan Bogdanovic (12) zweistellig.

Der letztjährige Braunschweiger Lubos Barton hatte es in der Hand, beim letzten tschechischen Angriff den nur 62:60 in Führung liegenden Gastgeber Slowenien zu düpieren. Doch der Forward verlief sich in der slowenischen Abwehr, so dass die Gastgeber um Bostjan Nachbar (9 Punkte und zwei am Ende wahrscheinlich spielentscheidende Rebounds) seinen ersten Sieg feiern durfte. Jan Vesely war mit 17 Punkten Tschechiens Topscorer, bei den ausgeglichenen Slowenen punktete Jure Balazic (11) am besten.

Gruppe D (Koper)

Die Türkei legte gegen die Finnen mit 0/9 Würfen einen katastrophalen Fehlstart aufs Parkett. Die Finnen fanden früher ihren Rhythmus und nahmen eine 32:19-Führung mit in die Halbzeitpause. Zwar verkürzte die Türkei um die letzte Viertelpause herum mit 19:2-Lauf auf 52:47, aber Sasu Salin erlöste Finnland mit seinem dritten Dreier. Der Shooting Guard war mit zwölf Punkten neben Spielmacher Petteri Koponen (12 Punkte, 9 Rebounds und 3 Assists) Finnlands bester Spieler. Für die Türken war as Spiel mit den enttäuschenden Trefferquoten ihrer Stars Hidayet Türkoglu (2/12) und Ersan Ilyasova (1/9) letztlich nicht zu gewinnen.

Schweden träumte nur wenige Minuten von einer Überraschung gegen Griechenland. Vasilis Spanoulis, mit 13 Punkten einmal mehr Topscorer einer sehr ausgeglichenen griechischen Mannschaft, eröffnete mit seinem ersten Dreier den hellenischen Sturmlauf zum 79:51-Sieg, wobei sich die erdrückende Überlegenheit auch im Reboundverhältnis von 41:19 niederschlug. Zweitbester griechischer Scorer war Center Yannis Bourousis mit 12 Zählern, bei den Schweden fungierte Jeff Taylor mit 16 Punkten als Alleinunterhalter.

Im Duell zweier stark ersatzgeschwächter und deshalb nicht so hoch eingeschätzter Mannschaften triumphierte Italien mit 76:69 über Russland. Forward Luigi Datome stellte mit 25 Punkten nicht nur den Sieg der Italiener sicher, sondern wurde damit auch Topscorer des gesamten ersten EM-Spieltags. Marco Belinelli sprang ihm mit 16 Punkten zur Seite, für die Russen war Alexej Shved mit 17 Zählern am erfolgreichsten.

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