Deutschland erstmals Basketball Weltmeister – und das gleich doppelt!25. Juli 2013

Wahnsinn, noch nie wurde eine deutsche Basketballmannschaft, egal welchen Geschlechts und welcher Altersklasse Basketball Weltmeister und am vergangenen Sonntag schafften es bei der Senioren Weltmeisterschaft in Thessaloniki gleich zwei Mannschaften zeitgleich.  Die Damen +45  gewannen Ihr Endspiel gegen Russland und die Herren +55 siegten im Finale gegen Moldawien!

Vom 12.–21. Juli fand in Thessaloniki / Griechenland die Senioren Basketball Weltmeisterschaft statt. 176 Mannschaften spielten in den Altersklassen von +30 bis +75  bei Frauen und Männern in zehn Tagen die Weltmeister der jeweiligen Altersklasse aus. Über 2.500 Sportler und deren Begleiter (zusammen ca. 3800) aus 33 Ländern kämpften um die WM. Deutschland war mit 13 Mannschaften am Start und damit viertgrößte Delegation in Thessaloniki. Dabei befanden sich im Deutschen Team viele ehemalige Nationalspieler u.a. Didi Keller (Olympia 72), Christoph Körner (Olympia 92), John Dronsella, Biggi Menz, Tessa Winter und sogar der Mann von Heide Rosenthal, der ehemalige Leverkusener Profi John Ecker, zog seine Basketballschuhe mal wieder für das Turnier an.

Und diese Weltmeisterschaft sollte ein riesiger Erfolg für die Deutschen Teams werden. So gewannen die +55 Damen, nach einer knappen Endspiel Niederlage gegen Lettland, die Silbermedaille. Die +30 Damen gewannen Bronze in Ihrem Wettbewerb, aber das Sahnehäubchen lieferten die + 45 Damen und die + 55 Herren ab. Nach überzeugenden Gruppen- Viertelfinal und Halbfinal Siegen gegen Polen (+45 Damen) und Brasilien (+55) Herren, ging es am Sonntag zeitgleich um 11.00 Uhr ins Finale.

+45 Damen und +55 Herren im Finale

Die Damen hatten eine Halbzeit lang gegen Russland hart zu kämpfen und gingen mit einer kleinen 3-Punkte-Führung in die Halbzeitpause. Die ehemalige Olympiasiegerin Irina Minh führte die Mannschaft der Russinnen an. Die deutsche Mannschaft, die Ihre Stützen in den Spielerinnen Biggi Menz, Tessa Winter und Uli Hessenauer hatte, allesamt ehemalige Nationalspielerinnen, zogen in der zweiten Halbzeit das Tempo an und konnten unwiderstehlich zum 64:44-Sieg eilen. Der erste deutsche Damen-Titel war unter Dach und Fach!

Zur selben Zeit, 3 km entfernt, kämpften die deutschen +55 Herren gegen den mehrmaligen Welt- und Europameister Moldawien um die WM-Krone. Von Anfang an erkämpften sich die deutschen Herren, die von dem ehemaligen WM-Teilnehmer Rainer Greunke und Holger Smit mit überragenden Leistung getragen wurden, leichte Vorteile, bis zu einer Halbzeitführung von 15 Punkten. Mitte der zweiten Halbzeit kämpften sich die Moldawier noch mal bis auf  sechs Punkte heran. Die sehr gute Kondition der deutschen Spieler und ihre überragende Schnelligkeit gaben jedoch den Ausschlag und wiesen die Moldawier wieder in ihre Schranken. So konnten die Herren mit 70:55 den WM-Sieg bejubeln!

Beide Mannschaften feierten am Abend den WM Sieg im Deutschen Generalkonsulat, dass einen Empfang für die gesamte deutsche Delegation vorbereitet hatte! Nach diesen großartigen Erfolgen überlegt die deutsche Delegation die WM 2017 in München auszurichten. Dabei wäre es sehr wichtig, dass sich der Basketball-Boom, der hierzulande zu verzeichnen ist, auch in der Unterstützung durch Kommunen und Wirtschaft widerspiegelt.

Für die deutschen +45 Damen spielten: Tessa Winter, Biggi Menz, Marzena Czarnecka, Uli Hessenauer, Sandra Tietze, Steffi Buchta, Babsi Menzel, Dorothee Kern, Bille Wiedenmann und Coach Bernie Knull. Bei den deutschen +55 Herren kamen folgende Spieler zum Einsatz: John Dronsella, Holger Smit, Rainer Greunke, Matthias Bergmann, Ulf Schabacker, Wolfgang Ludwig, Jörg Hansen, Viktor Morosowski, Uwe Horn und die Coaches Ronny Heinold und Stefan Ganzer.

Uwe Horn

Neben diesen zwei Goldmedaillen kann die deutsche Delegation auf weitere gute Platzierungen stolz sein. Dabei marschierten die Frauen mal wieder voran: Zwei neue Mannschaften waren am Start und beide konnten sich nach einer Turnierwoche mit WM-Medaillen schmücken. Die +55 Damen erreichten dabei das Endspiel gegen Lettland und es hat nicht viel zum dritten Coup der Deutschen gefehlt. Nach großem Kampf unterlag die von Susanne Herold organisierte Mannschaft knapp mit 40:46.

Unsere Küken, das +30 Team von Doro Schönau, bereicherten die deutsche Mannschaft mit ihrer besonders herzlichen Art und ihrer Lebensfreude. Im Spiel um den Einzug ins  Finale gegen die körperlich überlegenden Litauerinnen unterlagen sie  knapp 56:60, sicherten sich aber die Bronzemedaille und damit für Deutschland den kompletten Medaillensatz.

Die weiteren neun  Mannschaften unserer Delegation waren leider nicht so erfolgreich, aber jede für sich hatte ihre kleinen Erfolgserlebnisse und durchaus einige gute Platzierungen. Die von Carmen Bittenbender liebevoll betreuten Damen +40 und +45 beendeten das Turnier auf dem 9. bzw. 5. Platz. Dabei war für das Team +40 die 39:40-Niederlage in der Vorrunde gegen Finnland sehr unglücklich, denn so konnte nur noch der 9. Platz erreicht werden, der dann auch nach zwei Siegen gesichert wurde.

Für das Team +45 kam es nach der Vorrunde zu einem deutsch-deutschen Duell, was der spätere Weltmeister Germany A mit 77:28 deutlich für sich entschied. Trotzdem wurde danach mit einem weiteren Sieg der 5. Platz erkämpft. Ein toller Erfolg! Die Damen 50+-Konkurrenz war sehr stark und die Truppe um Uli Ruez musste sich mit zehn Gegnern auseinander setzen. Nach vier Niederlagen und ein Sieg blieb leider nur der 10. Platz.

Vielleicht am unglücklichsten von allen Mannschaften agierte die Mannschaft der Herren +40. Das Auftaktspiel gegen den späteren Weltmeister Italien wurde zwar souverän 75:67 gewonnen, aber danach folgte eine sehr bittere Niederlage gegen Serbien. Einem 10:42 (!!!) im ersten Viertel hatten unsere Jungs nichts mehr entgegenzusetzen und so war die Truppe um Dean Jenko und Nils Klauck die einzige Mannschaft, die trotz zweier Siege nicht in die Hauptrunde einziehen konnten. Der 11. Platz am Ende entsprach trotz der vielen Veränderungen in der Truppe sicher nicht der Leistungsfähigkeit dieser Mannschaft.

Gute Spiele, knappe Ergebnisse, aber leider alles verloren – das ist die Bilanz der Herren +45. So blieb der Truppe um Jens Bartnick leider nur 21. Platz unter 21 Mannschaften – es kann nur besser werden. In der Kategorie +50 war bei 30 teilnehmenden Mannschaften ein Weiterkommen besonders schwierig, denn nur eine Niederlage unserer Mannschaft um Christoph Körner gegen den späteren Vizeweltmeister Slowenien bedeutete schon das Aus für die Hauptrunde. Letztendlich sprang bei drei Siegen und zwei Niederlagen nur der 14. Platz heraus. Aber die Leistungen sind Ansporn für die nächste EM.

Neben dem neuen Weltmeister in der Kategorie +55 trat noch eine weitere deutsche Mannschaft mit Coach Jürgen Freybe in dieser Altersklasse an. Nach der Auftaktniederlage gegen den späteren Vizeweltmeister Moldawien wurde nach zwei weiteren Niederlagen, aber auch zwei Siegen, ein guter 6. Platz erreicht. „Erster Tag“ für die +60 Mannschaft hieß auch in Thessaloniki wieder, Spiel und Niederlage gegen den späteren Weltmeister Russland. Da mit der Ukraine ein weiterer gesetzter und überharter Gegner auf die Mannschaft um Delegationsleiter Hans-Jürgen Duchstein in der Vorrunde wartete, war durch die Niederlage im zweiten Spiel der Weg unter die letzten Acht versperrt. So blieb am Ende nur ein enttäuschender 11. Platz.

Das gleiche Schicksal wie das der +60 Mannschaft ereilte auch die 65-iger Truppe um Didi Keller und John Ecker. Bei ihren Niederlagen gegen den späteren Weltmeister Ukraine und gegen Russland wurde besonders die überharte Gangart der Osteuropäer beklagt, die durch die zum Teil sehr schwachen Schiedsrichter nicht geahndet wurde. So blieb nach zwei Siegen  und vier Niederlagen am Ende nur der 8.Platz.

Zum Schluss konnte die Deutsche Mannschaft nicht nur auf zwei Gold-, eine Silber und eine Bronzemedaille stolz sein, sondern zusätzlich auf drei Auszeichnungen der FIMBA, die sogenannten Eduardo Awards, die bei jeder WM vergeben werden. Die Welt- und Europameisterin Biggi Menz erhielt die Auszeichnung für die beste Spielerin aus Europa, dazu Dean Jenko, der Korbschützenkönig von Natal 2011, den analogen Preis in der Kategorie der Herren. Und schließlich wurde unser Delegationsleiter Prof. Dr. Hans-Jürgen Duchstein als Repräsentant des Jahres geehrt.

Ein gelungener deutscher Abend an einem sehr romantischen Platz  am Meer und der Empfang beim deutschen Konsul in Thessaloniki rundeten erlebnisreiche zwölf Tage in Griechenland stimmungsvoll ab. Tolle Erfolge, auf zu neuen Ufern in Ostrau 2014 und in Orlando bei der nächsten WM 2015. Es war super, dass ihr alle dabei wart.

Euer Ducki

 

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