DBB-Team muss nächste Niederlage hinnehmen6. September 2013

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Herren hat bei der EuroBasket 2013 in Slowenien am dritten Spieltag einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Nach der schmerzlichen Verlängerungs-Niederlage gegen Belgien unterlag das Team von Bundestrainer Frank Menz der noch ungeschlagenen Ukraine mit 83:88 (16:15, 14:24, 27:25, 26:24). Damit verpasste man das Tor zur Zwischenrunde weit zu öffnen. Heiko Schaffartzik punktete am besten im deutschen Team (22, 11 Assists), das nach dem spielfreien Tag am kommenden Sonntag um 14.30 Uhr auf Großbritannien trifft.

“Unbequem, abgezockt, aber alles andere als unbesiegbar!”, so in etwa lauteten vor dem Spiel die Einschätzungen der versammelten Experten auf der Medientribüne über die Ukraine. Und genau so stellte es sich auch in den ersten Minuten des Spieles dar, als Deutschland enorme Schwierigkeiten hatte ins Spiel zu finden und besonders bei den freien Bällen nicht konsequent genug zulangte. Per Günther war für Niels Giffey in die deutsche “starting five” gerückt und setzte sich mit dem eingebürgerten Eugene Jeter auseinander (2:2, 4. Min.).

Zwei Dreier des eingewechselten Giffey brachten das 8:2, während die Ukraine – forciert durch die starke deutsche Defense – offensiv überhaupt nicht in die Gänge kam. Beim 10:2 nach Punkten von Schaffartzik nahm die Ukraine die erste Auszeit (5. Min.). Die über 200 deutschen Fans erzeugten eine Heimspielatmosphäre und freuten sich über den Dreier von Schaffartzik (13:4, 7. Min.). Einzig bei den Rebounds und freien Bälle lief es noch nicht wie gewünscht. Die Ukraine kam mit zwei Jeter-Dreiern zurück (13:12, 9. Min.) und hatte nach dem ersten Viertel den Anschluss geschafft (16:15).

Mit Benzing – nach zwei Spieltagen EM-Topscorer (21,5 Ppg) -, Schaffartzik – nach zwei Spieltagen bester EM-Assistgeber (9 apg) – und Giffey hatten erst drei deutsche Spieler Punkte erzielt. Dann reihte sich Maik Zirbes ein, der einen schönen Move erfolgreich abschloss und nach erstklassigem Anspiel von Schaffartzik per Dunking abschloss (Foto, 20:15, 12. Min.). Doch die Ukraine glich schnell wieder aus (22:22, 13. Min.) und blieb auf Augenhöhe. Nach wie vor gab es bei den DBB-Korbjägern zu wenig “Zupacken” bei den Rebounds und dadurch zu viele zweite Chancen für den Gegner. Die Entwicklung der Partie war nicht gut aus deutscher Sicht und man drohte die Partie aus der Hand zu geben (27:33, 18. Min.). Kein Wurf fiel in diesen Minuten, während die Ukraine jetzt zu treffen begann (27:36, 19. Min.). Sogar von kurz hinter der Mittellinie fiel jetzt ein Not-Wurf der Ukraine in den deutschen Korb (28:39), das Momentum war komplett auf die Seite des Gegners gewechselt.

Ukraine zieht weiter davon, dann kommt Deutschland heran

Pleiß war Ende des zweiten Viertels umgeknickt, stand zu Beginn der zweiten Hälfte aber wieder auf dem Feld. Ein Ballgewinn und ein Dreier von Günther und der Start war der DBB-Auswahl wieder gelungen (36:41, 22. Min.). Benzing bewies seine Stärke aus der Distanz, aber der Ukraine wurden die Chancen zum Konter quasi auf dem Präsentierteller angeboten (39:49, 25. Min., Auszeit Deutschland). Nahezu ohne “transition defense” agierte das DBB-Team in diesen Minuten, in denen das Spiel scheinbar vorentschieden wurde (39:52, 26. Min.). Die Ukraine kam immer wieder zu leichten Punkten und versenkte nahezu jeden Wurf (43:57, 27. Min.). Da war der Dreier von Staiger dringend nötig (46:57), aber nur ein Intermezzo, denn der Gegner war weiter nicht zu bremsen (46:62, 28. Min.). Zirbes und Zwiener brachten Deutschland heran (52:62, 19. Min.), es keimte etwas Hoffnung auf. Zwiener versenkte noch einen Dreier zum 57:64 und ließ spannende zehn Schlussminuten erwarten.

Schaffartziks drei Freiwurftreffer führten zum 60:66 (31. Min.), doch die anschließenden Angriffe brachten auf beiden Seiten nichts Zählbares ein. So war es erneut der deutsche Kapitän, der an der Freiwurflinie vollstreckte (62:66, 33. Min.). Pleiß blockte Matyashko, Giffey traf zwei Freiwürfe: 64:66, 34. Min.. Die deutschen Fans waren wieder da und bejubelten einen ganz weiten Dreier von Schaffartzik (67:68, 35. Min.), der aber wieder umgehend gekontert wurde. Zwiener agierte ganz stark und half seinem Team enorm. Eine weitere hochdramatische Schlussphase bahnte sich an (71:73, 36. Min.). Giffey holte per Dreier die Führung zurück (74:73, 37. Min.). Ausgerechnet in dieser wichtigen Phase war es der Kapitän Heiko Schaffartzik mit einem unnötigen Ballverlusst, den die Ukrainer mit einem Dreier bestraften (74:76). An der Freiwurflinie machte Schaffartzik mit zwei Treffern seinen Fehler wieder gut. Ausgleich zum 76:76 /38. Min). 90 Sekunden vor dem Ende des Spiels schloss die Ukraine den zweiten Angriff in Folge erfolgreich ab und brachte das DBB-Team in arge Bedrängnis (76:80). Die letzte Minute war hektisch, die Ukraine blieb aber cool, ebenso wie 25 Sekunden vor dem Ende Heiko Schaffartzik, der zum 81:84 verkürzte. Jeter auf Seiten der Ukraine zeigte an der Linie Nerven und vergab einen Wurf, Robin Benzing tat es ihm auf der Gegenseite allerdings gleich (82:85, 15 Sekunden vor dem Ende). Deutschland foulte erneut und die Ukraine verwandelte jetzt sicher, die Schützlinge von Bundestrainer Frank Menz ließen ihre letzten Chancen aus und so jubelten am Ende die Ukraine. Endergebnis 83:88.

Heiko Schaffartzik ordnete die Niederlage wie folgt ein: „Wir sind natürlich enttäuscht. Aber wir haben alles versucht, auch nachdem wir schon wieder mit 16 Punkten hinten lagen. Diese Aufholjagd hat sehr viel Kraft gekostet und am Ende hat die Ukraine die entscheidenden Würfe getroffen.“ Bundestrainer Frank Menz bleibt trotz der Niederlage optimistisch: „Wir haben sehr gut begonnen, mit Selbstbewusstsein. Was uns fehlt, ist die Konstanz und die Erfahrung auf diesem Niveau. Wir sind hier, um zu lernen, aber natürlich auch, um die nächsten Spiele zu gewinnen. Noch haben wir Chancen auf die Zwischenrunde, und die wollen wir nutzen.“

Für Deutschland spielten:
Niels Giffey (University of Connecticut/USA, 18), Per Günther (ratiopharm ulm, 5), Philip Zwiener (Eisbären Bremerhaven, 8), Heiko Schaffartzik (FC Bayern München, 22), Karsten Tadda (Brose Baskets Bamberg), Lucca Staiger (FC Bayern München, 3), Tibor Pleiß (Laboral Kuxta Vitoria/ESP, 3), Robin Benzing (FC Bayern München, 18), Bastian Doreth (Artland Dragons), Andreas Seiferth (TBB Trier), Maik Zirbes (Brose Baskets Bamberg, 8), Alex King (ALBA Berlin).

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