DBB-Nationalspieler eröffnen NCAA-Saison in Ramstein6. November 2012

Zu einer ganz besonderen Saison-Eröffnung kommt es in der Nacht von Freitag auf Samstag, wenn die US-College-Liga NCAA in Ramstein mit der Partie University of Connecticut gegen Michigan State offiziell beginnt. Die Militärbasis in Rheinland-Pfalz dient als Austragungsort des NCAA-Klassikers, bei dem mit Niels Giffey, Enosch Wolf und Leon Tolksdorf auf Seiten UConns gleich drei DBB-Nationalspieler auf dem Parkett stehen werden. Für alle drei Spieler ist die Saisonpremiere in der Heimat natürlich ein ganz besonderes Erlebnis, auf das die Vorfreude einen Tag vor dem Abflug aus dem Ostküstenstaat steigt. “Das Spiel ist eine tolle Möglichkeit für ein paar Tage nach Hause zu kommen und Familie und Freunde zu sehen”, sagen Enosch Wolf (22), Niels Giffey (21) und Leon Tolksdorf (18) unisono.

“Ich freue mich ganz besonders meinem Team ein bisschen zu zeigen, was Deutschland zu bieten hat, auch wenn Berlin natürlich etwas Interessanter wäre…Eine Sache habe ich mir aber so oder so fest vorgenommen: Mindestens ein Mal mit dem Team Döner Essen zu gehen!”, so Niels Giffey, seines Zeichens dienstältester Huskie, ob der kulturellen und kulinarischen Vorteile seiner Heimatstadt gegenüber der Militätbasis im beschaulichen Ramstein nahe Kaiserslautern. Der Forward, der 2011 mit der U20-Nationalmannschaft in Bilbao den fünften Platz erreichte und im vergangenen Sommer im Kader der DBB-Herren stand, aber auf Grund von schulischen Verpflichtungen die EM-Qualifikation absagen musste weißt zudem auf die sportliche Komponente hin: “Die Partie gegen Michigan State ist ein Top-Spiel, bei dem wir beweisen können, dass wir dieses Jahr wieder unterschätzt werden!”

Der sportliche Aspekt spielt auch für Center Enosch Wolf eine große Rolle; sein Mitwirken bei der Saisoneröffnung in Deutschland stand kurzzeitig in Frage, da er sich im Training bei einem Zusammenprall eine Gehirnerschütterung zuzog. A2-Nationalspieler Wolf gibt aber Entwarnung: “Mir geht es wieder bestens, war ein nur ein kleiner Zusammenprall beim Rebounddrill und danach wurde ich geschont.” Es bestehen auch berechtigte Zweifel, ob Wolf sich von der Verletzung hätte stoppen lassen; betont er doch die Bedeutung dieser Partie: “Es ist wichtigste Spiel für mich persönlich. Meine Familie und meine Freunde haben mich seit zwei Jahren nicht spielen sehen und werden mich wahrscheinlich auch in den nächsten zwei Jahren nicht spielen sehen.  Daher ist das Spiel in Ramstein die einzige Chance und ich freue mich wahnsinnig, dass circa 30 Familienmitglieder und Freunde zu dem Spiel kommen.”

Der Dritte im Bunde, Leon Tolksdorf, ist als Freshman im September an die University of Connecticut gewechselt und fühlt sich – nicht zuletzt dank seiner deutschen Mannschaftskollegen, sehr wohl: “Die ersten Wochen musste ich mich noch auf dem großen Campus zurechtfinden und herausfinden, wo meine Klassenräume und die Dining Halls sind. Auch das Training war anders als in Deutschland. Doch nach den ersten Wochen habe ich mich bereits wie zuhause gefühlt. Niels und Enosch haben natürlich einen großen Teil dazu beigetragen.” Kein Wunder also, dass die College-Premiere und das Heimspiel besondere Emotionen in Tolksdorf auslösen, der sich nach seiner schweren Knieverletzung und der verpassten U17-Weltmeisterschaft in Hamburg 2010 wieder zurückkämpfte und im Sommer 2012 im U20-Team als jüngerer Jahrgang eine hervorragende Rolle spielte: “Ich freue mich riesig auf das Spiel in Ramstein! Es wird mein erstes offizielles Collegespiel sein, und dazu auch noch in meiner Heimat! Es ist überhaupt das erste NCAA-Spiel außerhalb der USA, also eine einmalige Sache nicht nur für mich sondern für das ganze Team! Wir alle wissen diese Chance sehr zu schätzen und sind dementsprechend heiß auf das Spiel!”

Auch DBB-Bundestrainer Frank Menz, der die Begegnung vor Ort verfolgen wird, freut sich über die Gelegenheit, Giffey, Wolf und Tolksdorf nach den Trainingseinheiten und Spielen des DBB-Sommerprogramms 2012 in ihren neuen Rollen im NCAA-Team zu sehen. “Niels ist nun im dritten Jahr in UConn und muss den nächsten Schritt machen. Ich traue es ihm absolut zu, eine Führungsrolle zu übernehmen und hoffe sehr, dass er viel Spielzeit bekommt, um seine Qualitäten zu zeigen. Für unser Programm ist Niels ein wichtiger Spieler und ich freue mich sehr, ihn zu sehen!” Giffey  selbst weiß um seine neue Rolle bei UConn und geht diese selbstbewusst an: “Für mich wird dieses Jahr die Erwartung und Verantwortung größer sein; als Junior muss ich auf und abseits vom Court ein Teamleader sein. Da wir unser Spielsystem im verändert haben und mit vier draußen spielen, werde ich auch Chancen haben auf der Position Vier zu spielen, was eigentlich aber nicht neu für mich persönlich ist.”

Über den zweiten Junior im Team der Huskies sagt Bundestrainer Menz: “Enosch ist ein interessanter Spieler, auf den ich sehr gespannt bin. Er hat im Sommerprogramm der A2 gut trainiert und gezeigt, dass er mit den etablierten Spielern auf seiner Position mithalten kann. Ich freue mich, dass für ihn in UConn in diesem Jahr eine größere Rolle vorgesehen ist und bin sehr gespannt, wie er diese meistert. Dass er das spielerische Niveau hat, hat er im Sommer bewiesen.” Wolf sagt über seine Situation und seine Ziele: “Ich bin der einzige richtige Big Guy im Team. Meine Ziele sind es, eine Führungsrolle zu übernehmen und mich in die Starting Five zu spielen.”

Youngster Leon Tolksdorf hegt (noch) keine Positionsansprüche vor Beginn seiner ersten NCAA-Saison: “Meine Rolle im Team wird sich im Laufe der Saison definieren. Wir trainieren erst seit zwei Wochen als Team zusammen und haben uns größtenteils mit unseren Plays beschäftigt. Sobald wir die ersten Spiele hinter uns haben wird man bestimmt einen guten Eindruck kriegen, wer genau welche Aufgaben in unserem Spiel übernehmen soll.” So sieht es auch der Bundestrainer: “Für Leon steht in erster Linie die Adaption des physischen Spiel- und Trainingsstils im Vordergrund. Er wird sicherlich eine Zeit brauchen, um sich einzugewöhnen, aber ich schätze ihn als cleveren Spieler und hoffe sehr, dass er eine gute Rolle haben wird.”

Das Spiel zwischen der University of Connecticut und Michigan State findet in der Nacht von Freitag, 9. November 2012 auf Samstag, 10. November 2012 auf der Militärbasis in Ramstein nahe Kaiserslautern statt. Sprungball ist um 23.30 Uhr; ESPN America überträgt die Begegnung live, im deutschen Fernsehen ist das Spiel über diverse Kabelanbieter verfügbar. Das Spiel findet laut ESPN-Informationen vor bis zu 3000 US-Army-Mitarbeitern statt; für die Partie waren keine Tickets im regulären Verkauf.

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