DBB und BBL beschließen Ausbildungsfonds31. Juli 2008

Auch vorzeitige Verlängerung des Grundlagenvertrages ist möglich

Der Deutsche Basketball Bund (DBB) und die Basketball Bundesliga (BBL) beschreiten hinsichtlich der Ausbildung und Förderung von deutschen Talenten einen gemeinsamen Weg. Jetzt wurde die Installation eines Ausbildungsfonds mit einem finanziellen Volumen von 500.000 Euro vereinbart, der mit Beginn der BBL-Saison 2008/2009 in Kraft tritt. Ziel des Ausbildungsfonds ist es, die Basis an Nachwuchsspielern noch intensiver als bislang zu verbreitern und auf ein höheres Qualitäts-Niveau zu bringen.

„Der Ausbildungsfonds stellt einen weiteren strategischen Baustein in der mittel- und langfristigen Nachwuchsförderung dar und ergänzt die zahlreichen bereits laufenden Aktivitäten in diesem Bereich. Vereine, die sich zur Nachwuchsarbeit mit deutschen Talenten bekennen, werden künftig belohnt“, so DBB-Präsident Ingo Weiss. „Das ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in unseren Bestrebungen, den deutschen Nachwuchs so zu fördern, dass nicht nur die Liga, sondern später auch die Nationalmannschaft davon profitiert“, sagte BBL-Präsident Dr. Thomas Braumann. Beide Spitzen laden zudem die AG 2. Bundesliga Herren sehr herzlich dazu ein, dem Ausbildungsfonds beizutreten. „Nachwuchsförderung ist ein Thema, das uns alle angeht. Je mehr Parteien involviert sind, umso größer sind die Erfolgsaussichten“, erklärten Weiss und Dr. Braumann unisono.

Der Ausbildungsfonds besteht aus zwei Töpfen: einem Abgabentopf und einem Gebührentopf. Aus dem Abgabentopf, in den der DBB und die 18 BBL-Vereine einzahlen, werden standortübergreifende Projekte finanziert. Der Gebührentopf wird gefüllt durch eine Transfergebühr, die bei jeder Neuverpflichtung eines BBL-Spielers mit Standard-Arbeitsvertrag fällig wird. Die Gebühr hierfür beläuft sich auf 2.800 Euro pro Neuverpflichtung. Von den Einnahmen aus dem Gebührentopf partizipieren vor allem diejenigen Vereine, die deutsche U24-Spieler des Jahrgangs 1985 oder jünger in der BBL einsetzen. Mehr Spielanteile bedeuten also mehr Geld. Des Weiteren erhalten ausbildende Vereine, die unterhalb der ProB angesiedelt sind, aus dem Gebührentopf eine Ausbildungsentschädigung in Höhe von 8.000 Euro pro Spieler, wenn dieser einen BBL-Vertrag unterzeichnet.

Auch die Gespräche über eine vorzeitige Verlängerung des im Jahre 2000 geschlossenen Grundlagenvertrages, der die Zusammenarbeit zwischen DBB und BBL regelt, laufen derzeit erfolgsversprechend. Beide Seiten berichten von positiven Gesprächen und sind optimistisch, dass es noch in diesem Jahr zu einer Unterzeichnung eines neuen Kontraktes kommen wird. Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung dann bis zum Jahr 2020 wird eine stabile und vertrauensvolle Partnerschaft besiegelt und zementiert.


Der Ausbildungsfonds im Detail

Die Ziele

– Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln für die Nachwuchsförderung, insbesondere von künftigen deutschen Profi-Spielern;

– Schaffung von finanziellen Anreizen für Vereine unterhalb der ProB, in die Ausbildung von künftigen deutschen Profi-Spielern zu investieren;

– Schaffung von finanziellen Anreizen, die Spielzeit von deutschen Nachwuchsspielern in der BBL zu vergrößern;

– Finanzierung von erfolgsträchtigen, vereinsübergreifenden Projekten, insbesondere Schulprojekte und Ausbildungsprojekte für Trainer.

Der Ausbildungsfonds wird zunächst für die Spielzeiten 2008/2009 und 2009/2010 eingerichtet.

Die Töpfe

Der Ausbildungsfonds besteht aus zwei Töpfen: einem Abgabentopf mit festen Einzahlungen zur Finanzierung der Projekte und einem Gebührentopf, dessen Größe von den Aktivitäten der Vereine abhängt.

Der Abgabentopf wird gefüllt durch eine Grundabgabe der BBL-Vereine sowie eines Beitrags des DBB. Der Abgabentopf wird verwaltet von einem paritätisch besetzten, gemeinsamen Gremium aus Vertretern der BBL und dem DBB. Die Mittel werden zur Finanzierung von standortübergreifenden Projekten gemäß obiger Zielsetzung verwendet.

Der Gebührentopf wird gefüllt durch eine Transfergebühr (2.800 €), die bei jeder Neuverpflichtung eines Spielers mit Standard-Arbeitsvertrag fällig wird. Tryout-Verträge mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten, die nicht in einen regulären Arbeitsvertrag umgewandelt werden, sind gebührenfrei.

Die Einnahmen des Gebührentopfes werden in zwei Stufen ausgeschüttet. In der ersten Stufe erhalten Vereine, die unterhalb der ProB spielen, für jeden deutschen U22-Spieler, der bis zum 1. Oktober des Jahres einen Profivertrag mit einem Klub der BBL unterschreibt, eine Ausbildungsvergütung in Höhe von 8.000 €. Jedoch muss der Spieler u.a. mindestens 18 Jahre und nicht älter als 22 Jahre sein und auf den Mannschaftsmeldebogen der Mannschaft aufgenommen werden. Zudem muss der Spieler mindestens zwei Jahre bei dem abgebenden Verein ausgebildet worden sein beziehungsweise am regulären Spielbetrieb des Vereins teilgenommen haben. Zur Abmilderung von Härtefällen wird ein Sondertopf eingerichtet, der von einem unabhängigen Gremium verwaltet wird.

In der zweiten Stufe werden die verbleibenden Mittel des Gebührentopfes am Ende der BBL-Hauptrunde gemäß dem Anteil der Spielzeit der eigenen deutschen U24-Spieler an der gesamten Spielzeit der deutschen U24-Spieler ausgeschüttet. Maßgeblich ist das auf der Homepage der BBL veröffentlichte Scouting hinsichtlich der Spielzeit.

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