Damen-WM: Favoriten souverän im Viertelfinale2. Oktober 2014

Seit vergangenem Samstag läuft die FIBA Basketball-Weltmeisterschaft in der Türkei. Die Vorrunde wurde gestern mit den Qualifikationsspielen für das Viertelfinale abgeschlossen, die letzten acht Teams stehen nun fest. Zeit also für ein kleines Zwischenfazit.

Anders als bei der Weltmeisterschaft der Herren im vergangenen Monat qualifizierten sich beim Damen-Wettbewerb zunächst lediglich die Gruppenersten der vier Vierergruppe. Die Gruppenzweiten und -dritten mussten in „Überkreuzduellen“  die restlichen vier Viertelfinalisten ausspielen. Letztlich setzten sich in allen vier Gruppen die Favoriten als Gruppensieger durch: Europameister Spanien, Gastgeber Türkei, Australien und Titelverteidiger USA gewannen ihre drei Spiele und eroberten damit ungefährdet die Tabellenspitze.

Spanien traf in der Gruppenphase auf Japan, Brasilien und Tschechien. Keiner der Kontrahenten konnte die Südeuropäerinnen ernsthaft gefährden, letztlich ging es unter den verbliebenen drei Teams in der Gruppe A lediglich darum, sich für die Playoff-Spiele zum Viertelfinale zu qualifizieren und dabei möglichst als Gruppenzweiter die bessere Ausgangslage zu schaffen. Nach zwei Siegen zum Auftakt sicherte sich am Ende Tschechien den zweiten Platz vorzeitig, Brasilien und Japan spielten im letzten Gruppenspiel den dritten Platz unter sich aus. Die Asiatinnen blieben aber im entscheidenden Spiel ohne Chance und mussten sich nach der 56:79-Niederlage vorzeitig verabschieden.

Direkt zu Beginn des Turniers wartete in Gruppe B das wohl entscheidende Spiel auf die Türkei. Der Gastgeber und Frankreich waren in eine Gruppe mit Kanada und Mosambik gelost worden und klar favorisiert. Das glücklichere Ende eines hochspannenden Spiels behielten die vom eigenen Publikum laustark angetriebenen Türkinnen (50:48). Gegen Kanada und Mosambik folgten weitere Pflichtsiege mit jeweils zehn Punkten Vorsprung. Die Französinnen rehabilierten sich bereits einen Tag nach der Auftaktniederlage mit einem 89:45-Erfolg über Mosambik, im abschließenden Spiel sprang nach dem 63:59 gegen Kanada der zweite Tabellenplatz heraus. Den dritten Platz in der Gruppe B sicherte sich die Kanadierinnen.

Auch Australien und die USA mit weißer Weste

Australien und Weißrussland galten vor dem Turnier als Favoriten in der Gruppe C. Beide Teams wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und gewannen ihre ersten beiden Partien, auch wenn die Weißrussinnen gegen Kuba vor große Probleme gestellt wurden (70:69). Die Australierinnen machten vor dem entscheidenden direkten Duell um den Gruppensieg den stärkeren Eindruck und konnten diesen letztlich auch bestätigen. Mit einer 87:45-Demonstration setzten sich die Damen aus „Down Under“ ungefährdet an die Tabellenspitze. Die Kubanerinnen schickten Korea im abschließenden Spiel mit einem 73:57-Sieg vorzeitig auf die Heimreise.

Titelverteidiger und Topfavorit USA wurde in Gruppe D gemeinsam mit Serbien, China und Angola gelost. Auch in dieser Gruppe wurde im Prinzip lediglich die Plätze 2 bis 4 ausgespielt. Zu dominant traten die US-Girls von Beginn an auf und ließen den Kontrahentinnen nicht den Hauch einer Chance (87:56 vs. China, 94:74 vs. Serbien und 119:44 vs. Angola). Der zweite Platz in der Gruppe D ging letztlich an die Serbinnen, die sich im letzten Gruppenspiel mit 65:63 gegen China durchsetzten. Ohne Chance im Turnier blieb die Auswahl aus Angola, die alle drei Partien deutlich verlor.

Mit diesem Tabellenstand nach der Gruppenphase standen nun auch die KO-Spiele um den Einzug ins Viertelfinale fest. Tschechien traf auf Kanada, Frankreich auf Brasilien, Weißrussland maß sich mit China und Serbien spielte gegen Kuba. Die bereits qualifizierten Teams hatten spielfrei und konnten sich in Ruhe anschauen, wie sich ihre potenziellen Viertelfinalgegner schlagen.

Serbien und China beißen sich durch

Nach dem Verlauf der Vorrunde gingen die Tschechinnen leicht favorisiert in das direkte Duell mit Kanada. Am Ende erwischten aber die Nordamerikanerinnen ihre Gegnerinnen auf dem falschen Fuß und sorgten damit für die erste kleinere Überraschung des Turniers. Überrascht hat dabei vor allem die Deutlichkeit, mit der sich Kanada den Platz in der Runde der letzten Acht ergatterte (91:71). Dort trifft die kanadische Auswahl auf Australien.

Die Französinnen dagegen wurden ihrer Favoritenrolle in der Qualifkationsrunde gerecht. Der 61:48-Erfolg gegen Brasilien gibt der Equipe Selbstvertrauen für die wartende Herkulesaufgabe im Viertelfinale. Dort wartet nämlich kein Geringerer als die USA, die nach der souveränen Vorrunde klar favorisiert sind.

Im Duell des Gruppenzweiten der Gruppe C, Weißrussland, mit dem Gruppendritten der Gruppe D, China, wurde von Beginn an ein spannendes Spiel erwartet. Und die Damen beider Teams enttäuschten die Zuschauer nicht. Das bessere Ende behielten aber am Ende die Chinesinnen für sich (72:67). Um aber noch weiter im Turnier zu bleiben, bedarf es auch bei den Asiatinnen einer weiteren Leistungssteigerung, denn mit Europameister Spanien wartet nun ein ganz anderes Kaliber. Den Chinesinnen werden nur Außenseiterchancen eingeräumt.

Serbien und Kuba spielten den letzten offenen Viertelfinalplatz und damit den Gegner für Gastgeber Türkei aus. Die Partie verlief ähnlich spannend wie das Duell zwischen Weißrussland und China, am Ende setzte sich aber die favorisierten Serbinnen durch (86:79).

Im Viertelfinale erwarten die Zuschauer spannende Duelle. Ab sofort darf sich kein Team mehr Patzer erlauben, sonst ist der Traum vom Titel auch für die großen Favoriten schneller beendet als gedacht. Als warnendes Beispiel, das den Außenseitern in der Runde der letzten Acht Hoffnung machen dürfte, gilt das Viertelfinal-Aus der spanischen Herren bei der heimischen WM. Die Uhren stehen wieder auf null, die heiße Phase der WM fängt jetzt erst an.

Die Viertelfinalspiele im Überblick:

Spanien – China

Türkei – Serbien

Australien – Kanada

USA – Frankreich

Alle Infos rund um die Weltmeisterschaft gibt es unter diesem Link.

 

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