28. Deutsche Meisterschaft der Alterklasse Ü55 in Bamberg 2012 – Charlottenburg siegt16. Mai 2012

Charlottenburger feiern Premiere mit dem Titelgewinn

Von Bertram Wagner

Bamberg – Was haben Ralph Odgen, Reiner Pethran, John Dronsella, Alexander Kharchenkow und Matthias Strauss (um nur die namhaftesten „Oldies“ zu nennen) gemeinsam? Mit ihren Einsätzen in der Bundesliga, bei Weltmeisterschaften und in der NBA sorgten sie vor Jahrzehnten für Furore und waren nun bei der 28. Deutschen Meisterschaft Ü55 die „Promis“ in dieser Altersklasse. Nach den zahlreichen Siegen bei den „jüngeren“ Titelkämpfen bewiesen die erfahrenen Spieler des DTV Charlottenburg bei ihrer 55er-Premiere auch ihre ganz besondere Klasse und siegten gegen den Titelträger von 2010, Jahn München, am Ende überlegen mit 62:42 Punkten. Apropos meisterlich: Das Organisationsteam des FC Baunach, mit Joachim Hirmke an der Spitze, der von Heinz Keil (DBB-Koordinator der Bundesbestenspiele) mit einem Deutschland-Wimpel ausgezeichnet wurde, sorgte bei dieser Großveranstaltung mit 34 Begegnungen in der Graf-Stauffenberg-Halle und der Berufsschul-Halle für einen überaus gelungenen Verlauf. Die Franken waren wie vor fünf Jahren in der AK 50 ein exzellenter Gastgeber.

„Im Halbfinale hatten wir sehr viel Glück. Erst in der Schlusssekunde gelang uns mit einem Freiwurf und einem Tipp-In nach dem zweiten nicht verwandelten Freiwurf der ganz knappe Sieg“, berichtete der Spielführer des DBV Charlottenburg, Peer Forsberg, kurz vor der Siegerehrung in Graf-Stauffenberg-Halle. Während die Münchner ihrer verpassten Chance schon etwas nachtrauerten, freuten sich die Berliner riesig über den Titel samt Trophäe.

Beide Finalisten mobilisierten im sechsten Turnierspiel des Wochenendes nochmals ihre letzten Kraftreserven, wobei die Berliner, die damit den letztjährigen Titelträger Oldenburger TB (Dritter mit einem ungefährdeten 37:23-Sieg gegen den SV Möhringen) entthronten, den Grundstein für den Erfolg bereits in den ersten zehn Minuten legten (26:11), die Fehlerquote der Südbayern war einfach zu hoch, so dass Dronsella und Co. unbeirrt ihre Kreise ziehen konnten. Das anschließende Anrennen gegen die DBV-Führung kostete letztlich zuviel Energie. Näher als sieben Punkte (38:31) kamen die späteren Zweiten nie heran, eine 10:0-Punkte-Serie in den letzten zwei Minuten war dann für die Sieger der gelungene Schlussakkord der zwei Turniertage.

Im Finale standen sich gegenüber:
Charlottenburg: Ehebald, Bergmann (8), Strauss (7), Ludwig (12), Schneider (4), Dronsella (25), Kinzel, Forsberg und Goergen (6);
München: Kharchenkow (23), Neuendorf (2), Stahl, Achhammer (2), Wintzer (4), Richter (2), Grotzke, Weber (4), Müllner (5) und Zaitsev.

Im Fokus standen natürlich auch die Gastgeber: Nach dem 2. Platz in der Vorrunde hatten die Baunacher ihre  wohl beste Halbzeit im Viertelfinale gegen die Charlottenburger: Ehe sich der haushohe Favorit sich versehen hatte, lag er mit 0:7 im Hintertreffen. Erst eine aggressive Manndeckung der Berliner, die dem FCB gar nicht „schmeckte“, sorgte für die Wende, wobei die Baunacher bis zur Halbzeit noch auf Tuchfühlung waren (18:20).  Doch dann setzte sich der spätere Meister sicher ab (43:28). Die Vorjahresplatzierung (4. Platz) wurde in eigener Halle als Sechster zwar verfehlt, doch angesichts der Spielstärke der vier Halbfinalisten ist dies zu verschmerzen.

Dass eine derartige Veranstaltung nicht nur von Siegern und Platzierungen lebt, ist nach fast drei Jahrzehnten hinlänglich bekannt. Entscheidend ist das „Betriebs-Klima“ in den Hallen, ganz besonderes die Wiedersehensfreude der Aktiven, die aus allen Himmelsrichtungen „in die Hauptstadt des deutschen Basketballs“ reisten, dazu die Verpflegung und der gemeinsame Abend mit einem „Festessen“. Die Rahmenbedingungen passten, im „Cafe Luitpold“ herrschte tolle Stimmung, was auch damit zusammenhing, dass viele Dortmund-Fußball-Fans den glorreichen 5:2-Borussia-Sieg gegen den FC Bayern München im DFB-Finale lautstark feierten.

Der weite Bogen von Samstag 10 Uhr bis zur Siegerehrung am Sonntag um 15 Uhr hatte die „optimale Spannung“. Die Aktiven freuen sich schon jetzt auf Pinneberg (2013) und München (2014), den nächsten beiden Austragungsorten der DM Ü55. Ob die Berliner ihren Titel verteidigen können (was zuletzt der SG Wolfenbüttel 2008/09 gelang)?

Ergebnisse Deutsche Meisterschaft Ü55:
Viertelfinale:  FC Baunach – DBV Charlottenburg 28:43, Jahn München – München Basket 47:29, SV Möringen – VfL Osnabrück 42:21, Oldenburger TB – Neuköllner SF 52:20; Halbfinale: Jahn München – Oldenburger TB 39:25, DBV Charlottenburg – SV Möhringen 39:38.
Spiel um Platz 7: VfL Osnabrück – Neuköllner SF 32:24;
Spiel um Platz 5: München Basket – FC Baunach 32:27;
Spiel um Platz 3: Oldenburger TB – SV Möhringen 37:23;
Finale: DBV Charlottenburg – Jahn München 62:42.

So sehen Sieger aus: Die Spieler des DBV Charlottenburg freuen sich über den Premieren-Titel in der AK 55! Stehend v.l.n.r.: Volker Dumsky (Vorstand FC Baunach), Peter Kinzel, Matthias Bergmann, Rüdiger Goergen, Wolfgang Ludwig, Detlev Schneider, Heinz Keil (Koordinator der Bundesbestenspiele), Heinz Kuntke (Stadt Bamberg); vorne v.l.n.r.: Matthias Strauss, John Dronsella, Peer Forsberg und Stephan Ehebald.
Foto: Bertram Wagner

 

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