Ü50 Herren 2012: DBV Charlottenburg holt den Titel5. Juni 2012

Packende Duelle bei der DM der Ü50-Basketballer

Sie können es immer noch. Traumhaft sicher landete das Spielgerät in der Reuse, ob nun in Brettnähe oder von jenseits der Dreierlinie. Zwei Tage lang begeisterten die Basketball-Oldies in den beiden Sporthallen des Elmschenhagener Schulzentrums. Gleich 16 Teams, zum Teil gespickt mit Ex-Nationalspielern oder ehemaligen Größen aus der Bundesliga, lieferten sich bei der 30. Deutschen Meisterschaft der Ü50-Basketballer packende Duelle.

“Wir sind immer noch extrem ehrgeizig, auch wenn wir nicht mehr ganz das Tempo von früher haben”, gestand der aus der Nähe von Bremerhaven stammende Lutz Wadehn, der zwischen 1986 und 1993 ins Bundesligatrikot von Bayer Leverkusen oder Alba Berlin schlüpfte und 118 Länderspiele für den DBB bestritt. Bis zum letzten Blutstropfen wurde um den Finalsieg gekämpft. Plötzlich ging Kölns Michael Pappert mit schmerzverzehrtem Gesicht zu Boden, buchstäblich schnelle “Erste Hilfe” erhielt der frühere Nationalmannschaftskapitän ausgerechnet von einem Gegenspieler: John Dronsella, der in Berlin als Facharzt für Orthopädie praktiziert. Hart, aber herzlich. Eine Szene mit Symbolcharakter, die zeigt, wie leidenschaftlich die beiden Teams von DJK Köln-Nord und DBV Charlottenburg um den Meistertitel der Ü50-Herren stritten und sich trotz aller Rivalität vorbildlich vom Fairplay-Gedanken leiten ließen.

Vor der Leistung der Kölner kann man nur den Hut ziehen – lediglich mit sechs Akteuren angereist, kämpfte sich das DJK-Team um die beiden Altinternationalen Michael Pappert und Christoph Körner bis ins Finale durch. Und schnupperte noch zwei Minuten vor Schluss am möglichen Sieg. Erst dann drehte der mit einer 11er-Rotation angetretene Titelverteidiger DBV Charlottenburg die enge Partie zum 51:46-Erfolg. Mit den beiden Go-to-Guys Lutz Wadehn und John Dronsella hatten die Berliner genau die Spielertypen in ihren Reihen, um in der prekären Situation kurz vor Schluss noch mit den richtigen Entscheidungen zu reüssieren. Verdient war der erneute Triumph der Charlottenburger aber allemal, die im 16er Feld zugleich das Team mit der größten individuellen Klasse und der am tiefsten besetzten Bank stellten.

Klarer ging das Spiel um Platz drei aus, die SG Möhringen musste sich im kleinen Finale der SG Oldenburg mit 30:52 beugen. Frust herrschte beim TV Langen, der als Mitfavorit und Meister von 2010 mit großen Titelambitionen nach Kiel gekommen war. Frühzeitig blieben die Hessen im Titelrennen auf der Strecke, nach der Pleite gegen Köln setzte es dann auch noch eine unerwartete Niederlage gegen die SG Telgte/Boele im Spiel um den fünften Platz.

Komplimente ohne Ende heimste das Organisationsteam um Manhard Miehlke (BG Suchsdorf/Kronshagen) ein. Pudelwohl fühlten sich die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Teams an der Förde, neben der fast familiären Atmosphäre fanden besonders die Wettkampfstätten Anklang. Zwei direkt nebeneinander stehende Hallen ermöglichten kurze Wege und hautnahes Verfolgen des sportlichen Geschehens, besser geht´s nicht. Da ließ sich das eigene Abschneiden aus Kieler Sicht durchaus verschmerzen. Für die umfangreich in die Turnierabwicklung eingespannten BG-Korbjäger war der vierte Rang aus den beiden Vorjahren nicht zu wiederholen, bei starker Konkurrenz landeten die Gastgeber nach dem 28:11-Erfolg über Jahn München auf Platz sieben.

Alle Ergebnisse und weitere Bilder sind übrigens auf der Website www.bb-dm-ue50-kiel2012.de zu finden.

Quelle: Kieler Nachrichten

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