2007: DJK Rosenheim erster Sieger der Bundesbestenspiele Ü45 männlich29. Juni 2007

Die Bundesbestenspiele der Basketball-Senioren in der Altersklasse Ü45 im TS Jahn München wurden zu einem vollen Erfolg

Insgesamt 16 Mannschaften aus dem ganzen Bundesgebiet trafen sich am 21./22. April bei der TS Jahn München zu den Bundesbestenspielen in der neu geschaffenen Altersklasse Ü45. In diesem Jahr hat der Deutsche Basketball Bund die AKs im Ü-Bereich nach internationalen Vorbild neu geordnet: Aus der letztjährigen Ü48 wurde die neue Ü45, die weiteren Klassen folgen jeweils in 5-Jahressprüngen.

Aber fangen wir mit dem Ende an und versuchen wir uns gleich an einer Begriffsklärung, zumindest für diesen kurzen Bericht: Gerade das Endspiel war ein echtes „Meisterschafts“-Endspiel – mit bloßem „Freizeitsport“, wozu die „Bestenspiele“ ab der Altersklasse Ü45 offiziell gehören, hatte es wenig zu tun: Die DJK Rosenheim, der Sieger, ist ein wirklicher „Deutscher Meister“. Noch zur Pause lagen Rosenheim und der letztjährige Meister der Ü48, der Oldenburger TB, nahezu gleichauf: Oldenburg führte mit 32:30, und das Spiel, das schon bis dahin hochklassig und ganz sicher kein „Alt-Herren-Spiel“ war, gewann mit jeder weiteren Minute an Spannung und Dynamik, ohne dass sich eine der Mannschaften von der anderen absetzen konnte.

Zur ersten Auszeit der 2. Hälfte in der 7. Minute stand es 46:43 für Oldenburg (gespielt wurde zweimal 15 Minuten, die Ausscheidungsspiele vorher hatten zweimal 10 Minuten gedauert). Zwei Minuten später jedoch kam es zum Ausgleich, und vorübergehendes Wurfpech Oldenburgs verhalf Rosenheim zur Führung. Zum Pech der Norddeutschen kam die ungeheure Energieleistung der Rosenheimer, gepaart mit technischer und taktischer Brillanz. Zur nächsten Auszeit, diesmal von den Oldenburgern genommen, kam es 3:42 Minuten vor Ende der Partie, und jetzt führten die Rosenheimer bereits mit 58:50 und waren kurz danach schon mit zehn Punkten in Führung.

Nach einem technischen Foul musste Weiss, wie gewohnt einer der Leistungsträger der Rosenheimer, eine Minute vor Schluss vom Platz und die Oldenburger vermochten bis auf vier Punkte zu verkürzen. Aber dann fehlte das letzte Quäntchen Glück: Ein vergebener Dreierversuch durch Ogden machte die Hoffungen der Oldenburger am Ende zunichte und die Rosenheimer zum 1. Deutschen Meister in der Ü45. Der Endstand des überaus packenden, hochklassigen Finales lautete 66:61.

Angedeutet hatte sich Rosenheims Favoritenrolle bereits in der Vorrunde, als die Mannschaft das erste Zusammentreffen mit Oldenburg 46:44 gewann. Ähnlich, wenn auch im umgekehrten Sinn, war es Oldenburg im letzten Jahr bei der Ü48-Meisterschaft mit dem TS Jahn gegangen: Im ersten Gruppenspiel schlugen sie die Münchner Mannschaft und vermochten ihren Erfolg im Endspiel zu wiederholen. Turnierdritter wurde der DBV Charlottenburg, der sich im letzten Spiel gegen Suchsdorf-Kronshagen mit 55:20 überdeutlich durchzusetzen vermochte. Die Kronshagener waren so etwas wie die Entdeckung des Turniers. Sie hatten zum ersten Mal eine Mannschaft in einer höheren Alterklasse gemeldet und kamen ungeheuer motiviert und mit einer gehörigen Portion Spiellaune und Können im Gepäck nach München, zudem war das Team physisch ungeheuer präsent. So schafften sie es bis ins Spiel um Platz drei – der knappe Verlust gegen den späteren Turniersieger Rosenheim im Halbfinale war jedoch ein Schlag, und so verlor man gegen Charlottenburg überdeutlich.

Dennoch waren die Kronshagener mit ihrem Abschneiden sehr zufrieden. Schon beim geselligen Teil am Vorabend im Augustiner am Dom hieß es in der Mannschaft: Verlieren können wir gar nicht mehr, der Einzug ins Halbfinale (mit Siegen gegen beide Jahn-Teams) ist bereits mehr, als wir erwarten konnten. Bleiben wir einen Moment beim geselligen Teil. Da zeigte sich, dass diese Deutsche Meisterschaft wie so oft in den höheren Altersklassen eine starke soziale Komponente hatte, wenn die Teams auch meist für sich saßen. Es gab viele alte Bekannte wiederzusehen, und die Spieler aus Saarlouis meinten gar, dass liege daran, dass das Saarland als besonders guter Basketball-Humus die ganze Republik mit Super-Spielern beschenke, die hinaus in die Fremde zögen, um ihr Glück zu machen.

Gesellige Abende zeitigen gesellige Theorien. Die Stimmung war bestens, die Voraussagen euphorisch bis punktgenau – so wussten die Jungs aus Langendreer, dass sie eindeutig Neunter werden würden. Was zutraf, obwohl mancher, der samstags sicher nicht nur die TS Jahn mit ihrer Treffsicherheit verblüffte, sonntags nicht mehr ganz so gut traf. Die BG Magdeburg, der Gegner um Platz 9, wusste die Sonntagsschwächen der Langendreer zunächst zu nutzen, stand am Ende aber nur noch mit drei Spielern auf dem Platz: Zu viele Fouls, ein übler Wadenkrampf, und aus der zwischenzeitlich komfortablen Führung wurde eine Niederlage. Langendreer gewann mit 42 zu 33 – und wird die Ü45-Meisterschaft im nächsten Jahr ausrichten.

Zufrieden schienen am Ende dennoch alle. Selbst dem BC Darmstadt, der den letzten Platz belegte, gefiel der Ausflug nach München so gut, dass es hieß, man wolle sich selbst um die Ausrichtung, vielleicht eines Vorturniers, bemühen. Der TV Saarlouis hat, was das angeht, schon feste Pläne: 2010 will man unbedingt die Ü50-Meisterschaft ausrichten.

Dank galt allen Mitwirkenden, der hervorragenden Organisition unter Federführung von Bernd Neuendorf und der regen Mitwirkung vieler, vieler alter und junger Jahnler. Da gab es Kampfgerichte, die äußerst sachkundig durch die Jahnjugend besetzt waren, Hallenmeister, die sich wirklich um alles kümmerten und einen Wettergott, der den launischen April zu einem herrlichen Frühlingserlebnis machte.

Und die Jahnler im Turnier? Es waren gleich zwei Jahn-Mannschaften gemeldet, was die ungeheuer gute Stimmung und Arbeit in dieser Basketballabteilung dokumentiert. Welcher Verein kann schon zwei ganze Ü45-Teams aufweisen? Wie alle guten Gastgeber drängten sie sich zudem nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern begnügten sich mit Plätzen in der zweiten Reihe: Jahn 1 kam nach einem nicht ganz so glücklichen ersten Turniertag mit zwei tollen Spielen am Sonntag auf Platz 5, zuletzt mit einem 37:26 gegen Möhringen. Jahn 2, die um zwei Gäste aufgestockte eigentliche Ü50, die am Mai zur Deutschen Meisterschaft in Bamberg antreten wird, erkämpfte sich in einem packenden Spiel gegen Saarlouis den 7. Rang. Endergebnis der Partie: 49:33.

Die erste Meisterschaft in der Ü45 war damit ein voller Erfolg. Besonders schön das Schlussfoto von Meister Rosenheim und Vizemeister Oldenburg, das bunt durchmischt gemacht wurde, gesäumt von etlichen Kindern der Mitwirkenden und umgeben vom einem begeisterten, applaudierenden Publikum. Anschließend übergab der DBB-Ehrenpräsident Roland Geggus den von ihm gestifteten Wanderpokal.

 

Vorher kam es aber noch zu einer weiteren, sehr denkwürdigen Übergabe: Der Basketballabteilung des TS Jahn München wurde die Ehrenschale des DBB verliehen, die höchste Auszeichnung, die der Deutschen Basketball Bund für Vereine zu vergeben hat – für die Verdienste, die sich der Verein um den Basketballsport erworben hat, und das seit Gründung der Abteilung im Jahre 1936.

Die Platzierungen:

1. DJK Rosenheim
2. Oldenburger TB
3. DBV Charlottenburg
4. Suchsdorf-Kronshagen
5. TS Jahn München 1
6. SV Möhringen
7. TS Jahn München 2
8. TV Saarlouis
9. BC Langendreer
10. BG Magdeburg
11. WB Allianz München
12. TV Marbach
13. SG TV Dürkheim
14. BG Kamp-Lintfort
15. ASC 09 Dortmund
16. BC Darmstadt

Bernd Neuendorf (München)

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