ALBA unterliegt Dallas nach großem Kampf7. Oktober 2012

Die Dallas Mavericks wurden am Samstag in der Berliner o2 World ihrer Favoritenrolle gerecht und bezwangen ALBA BERLIN in einem über die vollen 48 Minuten abwechslungsreichen Spiel 89:84. Die Berliner waren nach viel längerer Vorbereitungszeit deutlich besser eingespielt ans Dallas, verpassten aber mit einer Wurfquote von nur 40 Prozent (Dallas 53 Prozent) die große Sensation. Deon Thompson war Berlins Topscorer mit 20 Punkten, gefolgt von Nihad Djedovic (15), Vule Avdalovic (13) und Yassin Idbihi. Für die Mavericks waren Vince Carter, Darren Collison und Chris Kaman mit je 14 Zählern am erfolgreichsten. Dirk Nowitzki kam bei seinem ersten Gastspiel in Deutschland mit den Mavericks auf 8 Zähler.

Nach der Mannschaftsvorstellung, bei denen die Mavericks freundlich und Dirk Nowitzki natürlich mit großen Ovationen begrüßt wurden, ergriff der deutsche NBA-Star das Mikrofon, um die Fans in der o2 World zu begrüßen: „Die letzten drei Tage in Berlin waren für mich unvergesslich.“ Anschließend holte er „seinen alten Freund“ Sven Schultze aufs Parkett, der allen Zuschauern ein unterhaltsames Spiel wünschte, das Chris Kaman und Vule Avdalovic (mit einem Dreier) eröffneten.

In den folgenden Minuten versiegte der Korbreigen jedoch erst einmal. Die Angriffe der Mavericks verloren sich immer wieder in der aufmerksamen Verteidigung. ALBA agierte auf der anderen Seite vorne zu nervös und verschenkte mit 1/7 Würfen die Chance zu einer Führung. So stand es nach den ersten sechs Minuten und dem ersten Korb Nowitzkis (gleich einer seiner für ihn typischen Würfe im Zurückfallen) zur ersten Auszeit nur 7:6 für ALBA. Die Mavericks kamen mit Dreiern durch Vince Carter und Darren Collison zur 9:14-Führung deutlich treffsicherer aus dieser Auszeit, aber ALBA arbeitete  gut am offensiven Brett, kämpfte sich mit Punkten durch Yassin Idbihi und Zack Morley wieder auf 16:19 heran und ging bis zur ersten Viertelpause mit dem zweiten Dreier von Vule Avdalovic und einem Sprungwurf von Nihad Djedovic sogar 23:21 in Führung.

ALBAs Verteidigung stellte die Mavericks auch im zweiten Viertel in der Zone vor einige Probleme. Deon Thompson und Avdalovic erhöhten mit daraus resultierenden Schnellangriffen auf 29:23. Von außen trafen aber die Mavericks (5/7 Dreier in den ersten 19 Minuten) ihre Würfe deutlich besser als ALBA (2/10) und glichen mit Dreiern von Vince Carter und O. J. Mayo auf 33:33 aus und erhöhten durch Elton Brand auf 35:38. Zack Morley und Heiko Schaffartzik setzten Deon Thompson zweimal am Brett schön in Szene (39:38), aber die Mavericks begannen sich allmählich besser auf ALBAs Verteidigung einzustellen und fanden durch O. J. Mayo, Darren Collison und Bernard James endlich auch die einfachen Punkte am Brett zur 39:45-Halbzeitführung. Topscorer zur Pause: Deon Thompson (12) und Darren Collison (10).

ALBA hatte auch in der Halbzeitpause das Zielwasser nicht gefunden und traf in den ersten sechs Minuten des zweiten Durchgangs nur 3/12 aus dem Feld. Die Mavericks machten es viel besser und gingen mit dem nun in der Zone starken Chris Kaman und dem ansonsten von Deon Thompson gut abgeschirmten Dirk Nowitzki erstmals zweistellig in Führung (49:60). Das vierte Fouls von Idbihi und zu viele unnötige Ballverluste ließen auf Berliner Seite die Hoffnungen auf eine Überraschung schwinden – zu früh, denn obwohl sie natürlich bei weitem nicht so tief besetzt waren wie die Mavs, hatten die Albatrosse noch Kraft für einen Zwischenspurt im Tank: Ein krachender Dunking von Thompson und ein Dreier von Schaffartzik krönten ALBAs 9:2-Lauf zum 58:62. Vince Carter konterte mit seinem vierten Dreier, bevor Avdalovic das dritte Viertel mit einem Dreipunktspiel zum 61:65 beendete.

Mavs-Trainer Rick Carlisle zog immer neue Scorer aus seinem Ärmel: Jae Crowder verschaffte den Mavericks am Scoreboard kurzfristig wieder etwas Luft, bevor Djedovic, Thompson und Wood ALBA wieder in Reichweite brachten (68:71). Nicht Dirk Nowitzki, sondern sein Kollege aus dem deutschen Nationalteam, Chris Kaman, führte jetzt mit eigenen Punkten und starker Präsenz in der Verteidigung die Versuche der Mavs an, das Spiel zu entscheiden. Thompson, Wood und Yassin Idbihi hielten aber dagegen. Dreieinhalb Minuten vor Schluss, als das Spiel wegen technischer Probleme mit der Uhr eine Unterbrechung erfuhr, war beim Stand von 75:79 immer noch alles drin. Djedovic verkürzte mit einem Dreipunktspiel auf 80:81. Delonte West kühlte die lauter werdenden ALBA-Fans mit einem Dreier etwas ab, aber nach Zack Morleys Wurf über Dirk Nowitzki stand die Halle natürlich wieder hinter den Albatrossen. Shawn Marion dämpfte die Hoffnungen auf eine Sensation mit einem trockenen Korbleger nach einem Offensivrebound. Nach Djedovics Korbleger zum 84:86 waren nur noch 14 Sekunden zu spielen und ALBA musste ausgerechnet Dirk Nowitzki an die Freiwurflinie schicken, der beide Würfe mit gewohnter Zuverlässigkeit zum 84:88 verwandelte (Endstand 84:89).

Dirk Nowitzki nach dem knappen 89:84 seiner Mavericks gegen Berlin: „Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns!
Dirk Nowitzki äußerte sich heute Abend nach dem 89:84 der Dallas Mavericks bei ALBA BERLIN im SPORT1-Interview bei Moderator Sascha Bandermann.

Dirk Nowitzki über…

… die Gründe für die durchwachsene Leistung der Mavericks: „Wir haben am Anfang sehr viele Fehler gemacht. Wir hatten im ersten Viertel zehn Ballverluste. Wir haben zwar ganz gut geworfen, knapp über 50 Prozent im ersten Viertel. Aber wegen den Ballverlusten war natürlich die Abstimmung total schlecht. Da müssen wir dran arbeiten! Wir haben noch dreieinhalb Wochen bis zum ersten Spiel und noch eine Menge Arbeit vor uns! Aber ich will ALBA gar nichts wegnehmen: Sie haben gut gespielt und gut gekämpft. [Deon] Thompson war super. Sie haben gute Spieler, sind fit und schon zweieinhalb Monate im Training. Und das haben sie gezeigt!“

… seine Motivationsspritze für dieTeamkollegen, in seiner Heimat nicht zu verlieren: „Ja, das habe ich schon klar gemacht vor dem Spiel! Wir waren ja vorgewarnt: Boston hat gestern verloren in Istanbul und wir wollten hier in Berlin nicht dasselbe machen. Deswegen haben wir am Schluss noch clever gespielt. Chris [Kaman] war sehr, sehr gut. Delonte [West] hat einen wichtigen Dreier aus der Ecke getroffen gegen die Zone, als wir nur mit einem vorne waren. Das waren wichtige Dinger!“

… seinen missglückten Korbleger-Versuch: „Ich war ein bisschen zu schnell und das Knie hat irgendwie nicht so mitgespielt und ist ein bisschen stecken geblieben. Da muss ich noch ein bisschen Arbeit reinstecken. Ich habe mich zwar gut fit gehalten über den Sommer, aber ein Spiel habe ich seit April nicht mehr gemacht, also knapp sechs Monate. Von daher muss ich noch hart arbeiten in den nächsten dreieinhalb Wochen, damit ich eine gute Saison spielen kann.“

… über die notwendige Erholung nach dem ganzen Rummel in Berlin: „Jetzt werden wir uns noch ein bisschen erholen und hoffentlich ein gutes Spiel in Barcelona machen. Wichtig ist jetzt, dass wir von Spiel zu Spiel einen Schritt nach vorne machen, besser zusammenspielen, besser in der Verteidigung stehen. Am Rebounden müssen wir auch noch arbeiten. Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns!“
O-Töne: SPORT1

Weitere Stimmen:

Rick Carlisle (coach Dallas):
Die Berliner haben uns heute das Leben wirklich schwer gemacht. Obwohl wir gewonnen haben, haben sie dem Spiel mehr ihren Stempel aufgedrückt als wir. Davor ziehe ich meinen Hut. Alba hat sich als sehr gut gecoachtes Team präsentiert, dessen Spieler mental sehr stark sind. Das hat mich beeeindruckt und ich bin froh, dass wir trotzdem gewonnen haben. Wenn man als NBA-Team 27 Ballverluste in einem Spiel hat, ist das eigentlich inakzeptabel und zeigt, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Aber noch einmal: Das hatte auch viel damit zu tun, wie Alba gespielt hat.

Sasa Obradovic (coach Alba):
Das war ein Vergnügen für uns, hier heute gegen ein solch großes Team wie Dallas zu spielen. Ich bin froh, dass wir bis zum Ende mitgespielt haben. Darauf können wir schon ein wenig stolz sein, auch wenn man in Betracht ziehen muss, dass für uns schon die Saison begonnen hat und für Dallas noch nicht. Wir haben bereits einen bestimmten Spielrhythmus, den Dallas noch nicht hat. Ich will damit nicht die Leistung meiner Spieler schmälern, aber wir müssen auf dem Teppich bleiben.

Heiko Schaffartzik:
Das war eine komische Erfahrung, zu erleben, wie die Fans hier den Gegner mehr angefeuert haben als uns. Das ist hier normalerweise nicht so. Ich hatte trotzdem meinen Spaß, denn ich habe zum ersten Mal in so einem NBA-Event gegen NBA-Akteure mitgemacht. Das war schon eine komische Erfahrung. Wenn Du erst einmal gegen jemanden wie Vince Carter auf dem Parkett stehst, dann ist das plötzlich nur noch der Gegner, der gut Dreier wirft und nicht mehr der, den Du nur aus dem Fernsehen kennst.


 

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