Abschlussbericht Gehörlosen-EM Damen10. Juli 2012

Mit bescheidenen Erwartungen war die deutsche Damen Basketball-Mannschaft nach Konya gereist. Nach Trainerwechseln und der verpassten Qualifikation für die Deaflympics 2009 war das Ziel von Roland Sovarzo, den dritten Platz in der Gruppe zu erreichen, um sich damit fürs Viertelfinale zu qualifizieren: keine leichte Aufgabe mit dem Titelverteidiger Schweden und dem Vize-Europameister Litauen in einer Gruppe.

Die Niederlage im Auftaktspiel gegen Schweden kam nicht überraschend und zu diesem Zeitpunkt sah es noch so aus, als ob die deutschen Damen eine Leistungssteigerung zu verzeichnen hatten, die gegen die schwächeren Teams der Gruppe ausreichen würde. Dann kam die bittere Niederlage gegen Italien nach einem unfairen Spiel mit ungenügender Schiedsrichterleistung, in dem die Deutschen einen großen Vorsprung nicht bis zum Ende verteidigen konnten. Zu allem Überfluss wurde Stammspielerin Doris Klaus in der Begegnung noch verletzt und konnte nicht mehr eingesetzt werden. Das dritte Spiel gegen die Litauerinnen verlor das DGS-Team hoch und verpasste damit bereits das angestrebte Ziel von Sovarzo. Die letzte Niederlage gegen die Mannschaft aus Weißrussland bedeutete schließlich das Aus für Deutschland.

Trotz einer guten Verteidigungsleistung und einer Stabilisierung im Spielsystem fehlte den deutschen Damen noch Spielerfahrung in der neuen Aufstellung und vor allem im Angriff wurden zu viele Fehler gemacht. Trainerteam Sovarzo und Pati zeigt sich mit dem Gesamtergebnis und der Leistung der Mannschaft nicht zufrieden.

Bilanz der Spielerinnen:
Sonja Wucher bedauerte, dass mit den neuen Spielerinnen zu wenige Testspiele vor der Europameisterschaft durchgeführt wurden, so dass das Zusammenspiel nicht harmonisch genug lief. Dennoch sei die Leistung der neuen Spielerinnen beachtlich gewesen. Dijana Lelic bedauerte, dass sich im Verlauf des Turniers die Fehler häuften, so dass im letzten Spiel, das zu
gewinnen gewesen wäre, die Leistung nicht mehr ausreichte. In der Begegnung gegen Italien habe sie keine Sekunde an einem Sieg gezweifelt, bis die Italienerinnen ihre Taktik änderten und aufgrund der Schiedsrichterentscheidungen ein Einbruch der deutschen Mannschaft begünstigt wurde. Auch Lelic betonte, dass die jungen Teamkolleginnen im Vergleich zu nationalen Meisterschaften bei der EM über sich hinaus wuchsen.

Die verpasste Chance, sich für die Deaflympics 2013 zu qualifizieren, trifft die Spielerin schwer. Imela Popovic, die Jüngste im Team, bedauerte vor allem, dass die Motivation und der Kampfgeist der Mannschaft nicht den gewünschten Erfolg einbrachte. Dennoch sagt sie: „Ich nehme durch das harmonische Auftreten unserer Mannschaft trotz allem gute Erinnerungen und Erfahrung mit nach Hause.“ In den kommenden Monaten werden Trainer und Spartenleitung sich mit der Frage beschäftigen, wie es mit dem Wiederaufbau der Mannschaft weiter geht. Bleibt zu hoffen, dass die nächste Basketball-Europameisterschaft 2016 den deutschen Damen mehr Glück bringen wird.

Endstand:
1. Schweden
2. Litauen
3. Griechenland
4. Ukraine
5. Russland
6. Weißrussland
7. Italien
8. Türkei
9. Deutschland

Der deutsche Kader:
Annika Atzert (GSC Nürnberg), Severine Grimmer (GSC Nürnberg), Nina Herrmann (GSC Nürnberg), Doris Klaus (Berliner GSV), Dijana Lelic (GSV München), Franziska Müller (GSC Nürnberg), Imela Popovic (Hamburger GSV), Regina Sovarzo (GSV München), Olivia Voelker (Berliner GSV), Kathrin Wegner (GSV Bielefeld), Sonja Wucher (Berliner GSV), Ewa Wysocka (Hamburger GSV).
Trainer: Roland Sovarzo, Claudio Pati
Betreuer: Roman Poryadin
Physiotherapeutin: Wiebke Kreike
Delegationsleiter: Ivan Rupcic, Vizepräsident für Leistungssport im DGS.

Bericht: Katja Kluttig

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