Roland Geggus

Geggus-2006. Präsident (1994-2006)
Roland Geggus († 2011)

Roland Geggus führte den Deutschen Basketball Bund von 1994 bis 2006 als Präsident. Geggus wurde 2006 zum DBB-Ehrenpräsident gewählt und stand dem Präsidium des Deutschen Basketball Bundes stets mit seiner Expertise und seinem Rat zur Verfügung. Zudem begleitete Geggus die deutsche Damen-Nationalmannschaft über viele Jahre als Delegationsleiter – eine Herzensangelegenheit für Geggus, in dessen Präsidentschaft die Damen-Weltmeisterschaft 1998 in Deutschland fiel.

In und außerhalb seiner offiziellen Funktion als Präsident des Deutschen Basketball Bundes hat Roland Geggus durch unermüdliches Engagement sowohl für den Basketballsport und darüber hinaus auch für die Gesellschaft viel bewegt. Für jeden hatte und hat er ein offenes Ohr, bei jeder noch so kleinen Aktion ist er gerne dabei und unterstützt diese durch seine Präsenz.

Dabei hat Roland Geggus sich von Beginn seiner Funktionärs-„Karriere“ an stets besonders dem Nachwuchs und dem Breitensport verpflichtet gefühlt und in diesen Bereichen intensiv und nachhaltig gewirkt. Auch im „normalen“ Leben ist er als Sonderschullehrer an einer Schule für sehbehinderte Kinder in diesem Bereich tätig.

Nach seiner aktiven Zeit als Basketballer begann seine Funktionärs-Vita schon früh mit Positionen im Jugendbereich bzw. mit Aktionen für den Breiten- und Freizeitsport. Als Initiator großer Veranstaltungen im Minibasketball machte sich Roland Geggus schon in jungen Jahren einen Namen und erwarb sich dabei hohe Wertschätzung.

Die ersten Jahre im Präsidium des Deutschen Basketball Bundes engagierte sich Roland Geggus als Vizepräsident für Breiten- und Freizeitsport besonders im Streetbasketball, der sich nicht zuletzt durch seinen Einsatz in Deutschland rasant entwickelte und schnell zu einem sportlichen und gesellschaftlichen Phänomen wurde. In diese Zeit als DBB-Vize fiel auch die „Erfindung“ der Funsport-Variante „Beachbasketball“, die seit rund fünfzehn Jahren an deutschen Nord- und Ostseestränden sowie mittlerweile auch vermehrt im Binnenland gespielt wird. Ohne Roland Geggus wäre die erfreuliche Entwicklung dieser Sportart, die Freizeit, Spaß und Sport ideal verbindet, nicht möglich gewesen. Sowohl Streetbasketball als auch Beachbasketball hielten auf Initiative von Roland Geggus „Einzug“ in die Satzung des Deutschen Basketball Bundes (1994) als fördernswerte Aufgabe. Von Roland Geggus initiierte Aktionen wie z.B. „Mitternachtsbasketball“ zeugen ebenfalls von der gesellschaftlichen Bedeutung seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Als Präsident kümmert sich Roland Geggus keinesfalls „nur“ um den Spitzensport in Verbindung mit dem internationalen Geschäft, sondern hat sich Aufmerksamkeit und Tatkraft für alle Belange des Basketballs in Deutschland bewahrt. Dabei haben immer auch ganz besonders die Frauen eine große Rolle in seinem basketballerischen Wirken gespielt. Nahezu ausschließlich seinem Einsatz und seiner Überzeugungskraft ist es zu verdanken, dass die Frauen-Weltmeisterschaft 1998 in Deutschland ausgetragen wurde. Als Delegationsleiter der Damen-Nationalmannschaft ist Roland Geggus auch weiterhin nah dran an diesem Bereich.

Das parallel dazu von Roland Geggus ins Leben gerufene Projekt „Come on Girls, let´s play Basketball“, mit dem tausende neuer Nachwuchskorbjägerinnen gewonnen wurden, verdeutlicht einmal mehr den Blick „über den Tellerrand des Spitzensports“ hinaus. Die Projektidee erschien dem damaligen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend so erfolgversprechend, dass es „Come on Girls“ über mehrere Jahre hinweg umfangreich unterstützte.

Begriffe wie „Basis“, „Nachwuchs“ oder „Jugend“ sind aus Schriften oder Ansprachen von Roland Geggus nicht wegzudenken. Nachhaltigkeit und Zukunft waren ihm immer weit wichtiger als kurzfristiger Erfolg. Dennoch fallen in seine Amtszeit so große Erfolge wie die Bronzemedaille der Damen bei der EM 1997 in Ungarn, die Bronzemedaille der Herren bei der WM 2002 in Indianapolis und die Silbermedaille der Herren bei der EM 2005 in Serbien und Montenegro.

Durch seine große Erfahrung hat er wichtige Impulse gesetzt und das nötige Fingerspitzengefühl bewiesen, um die Vorgänge der Vereinigung der beiden deutschen Basketball-Verbände DBB (Bundesrepublik) und DBV (DDR) im Jahr 1990 mitzugestalten und problem- und geräuschlos abzuwickeln. Seitdem legte Roland Geggus einen besonderen Schwerpunkt seiner ehrenamtlichen Tätigkeit auf die Unterstützung und Förderung der noch strukturschwächeren Landesverbände im Osten Deutschlands.

Auch als Ehrenpräsident hat der Jubilar sein Wirken für den Basketball keinesfalls eingestellt, sondern vertritt den DBB beispielsweise in wichtigen Gremien beim Basketball-Weltverband FIBA und beim Deutschen Olympische Sportbund, wo sein Fachwissen hoch geschätzt werden. Alle Funktionen und Tätigkeiten des Trägers des Bundesverdienstkreuzes (2006) hier aufzuzählen würde jeden Rahmen sprengen, eines ist aber ganz sicher: Roland Geggus hat sich um den Basketball verdient gemacht.