Manfred Ströher

Manfred Stroeher5. Präsident (1984-1994)
Manfred Ströher

Manfred Ströher, gebürtiger Bad Kreuznacher, war von 1984 – 1994 fünfter Präsident des Deutschen Basketball Bundes. Vom Briefmarkensammler bis zum weltweit anerkannten Sportfunktionär, all diese Dinge hat Manfred Ströher in seinem bewegten Leben verkörpert. Mit seinen Erlebnissen, die ihm besonders in der Welt des Basketballs widerfuhren, könnte er Bücher füllen. Er hat viele Höhen und Tiefen der deutschen und internationalen Basketball-Geschichte miterlebt.

Viele Ämter hat Manfred Ströher in seiner Sportler- und Funktionärskarriere bekleidet. In der Technischen Kommission der FIBA (1964-1980, 1980-1994 und 2006-2014 Präsident der FIBA-Finanzkommission und ab 1994 bis 2014 FIBA-Schatzmeister) gestaltete Ströher in vorderster Front die Regeln des Basketballspiels mit. Von 1980 – 2014 war er Mitglied des FIBA Central Board (Weltvorstand) und wurde 2004 für 40-jährige ehrenamtliche FIBA-Tätigkeit mit dem „Premio Pietro Reverberi OSCAR del BASKET“ ausgezeichnet. 2001 wurde Ströher vom damaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch mit dem IOC-Diplom „für einen bemerkenswerten Beitrag für die Förderung des Olympischen Gedankens in ehrenamtlicher Funktion“ ausgezeichnet. Außerdem erhielt Ströher 2015 gemeinsam mit dem langjährigen FIBA-Generalsekretär Borislav Stankovic den höchsten Verdienstorden der FIBA, den „FIBA ORDER OF MERIT“.

Bereits 1966 erstellt Ströher gemeinsam mit Turgut Atakol (Türkei) die erste Ausgabe der Broschüre „Die Technik des Schiedsrichterns“. Es folgt 1977 die völlig neue, farbige Broschüre mit dem gleichen Namen in drei Sprachen – Deutsch, Englisch und Französisch. Übersetzungen folgten noch in 20 weiteren Sprachen wie Chinesisch, Arabisch, Serbo-Kroatisch, Polnisch, Japanisch, Russisch, Spanisch, Portugiesisch und viele mehr. Als „Jahrhundertwerk“ gilt sein Buch „60 Jahre FIBA-Regeln“, an dem Ströher vier Jahre lang gearbeitet hatte und das er 1991 in Springfield/Massachusetts erstmals vorstellte. In vier Sprachen erschien das Meisterwerk, das nur ein im positiven Sinne Basketball-„Verrückter“ erarbeiten konnte.

Gleiches gilt für die umfangreiche Biografie des ehemaligen FIBA-Generalsekretärs Dr. R. William Jones, die 1998 erschienen ist und an der Manfred Ströher federführend mitwirkte. Außerdem erstellte er 2004 die Biographie des langjährigen FIBA-Generalsekretärs Borislav Stankovic. 2001 erscheint ein Gesamtwerk mit den Original-Spielregeln in dem Urtext Englisch von 1891 (James Naismith), den offiziellen Spielregeln der USA von 1931-1932 und den FIBA-Spielregeln von 1932 bis 2000. Schließlich verfasst er im Jahr 2016 das Buch „66 Jahre nach der Stunde Null“ als Geschenk an den Deutschen Basketball Bund.

Von 1955 – 1957 agierte der Bad Kreuznacher als Jugendwart im BV Rheinland, von 1956 – 1957 und noch einmal 1962 war er Abteilungsleiter Basketball im VfL Bad Kreuznach. Des Weiteren besetzte Ströher von 1962 – 1963 das Amt des Schiedsrichterwartes und stellvertretenden Geschäftsführers der Oberliga Südwest.

Schon 1963, Manfred Ströher war gerade 26 Jahre alt, startete die DBB-Karriere von Manfred Ströher. In Würzburg wurde er zum DBB-Schiedsrichterwart und in das DBB-Präsidium gewählt. Zehn Jahre später in Lübeck tritt Ströher zwar zurück – mit den Olympischen Spielen in München 1972 als Beauftragter für das Konzept der Abwicklung des Baus der Olympiahalle und des Basketball-Turnieres hatte er einen weiteren Meilenstein der deutschen Basketball-Geschichte mitgeprägt – doch 1980 wird er in Wuppertal erneut ins DBB-Präsidium gewählt.

Nur vier Jahre später steigt er in Berlin als Nachfolger von Anton Kartak zum DBB-Präsidenten auf. Kein Zufall, dass es seit diesem Jahr das DBB-Jahrbuch gibt – ein unverzichtbarer Wegbegleiter für jeden Basketball-Funktionär in Deutschland. 1964 erwirbt Ströher in Belgrad die internationale FIBA-Schiedsrichter-Lizenz, 1966 wird er Technischer Kommissar der FIBA. Von 1968 (Mexiko) bis 2012 (London) hat er bis dato an zwölf Olympischen Sommerspielen teilgenommen, davon zehn Mal als Mitglied des Technischen Komitees im Basketball.

Auch nach der Abgabe der DBB-Präsidentschaft 1994 ist Manfred Ströher keinesfalls in die Zweite Reihe zurückgetreten. Der DBB profitiert beinahe täglich von den Werken und Ratschlägen Ströhers, der beruflich Inhaber eines großen Möbelhauses in Bad Kreuznach war. Auch in der FIBA ist er weiterhin sehr aktiv, aktuell seit 2008 als Schatzmeister der FIBA-Stiftung. Manfred Ströher befindet sich im Besitz der Goldenen Ehrennadel des DBB (1973), ist 2. Träger des DBB-Ehrenringes (1994) und wurde zum DBB-Ehrenpräsidenten (1994) und zum DBB-Ehrenmitglied (1999) ernannt. Zudem erhielt er 1998 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Manfred Ströher gehörte dem 3-köpfigen Aufsichtsrat der FIBA-Stiftung für den Bau des FIBA-Verwaltungsgebäudes im schweizerischen Mies (Fertigstellung 2013) an.

Zu seinen Ehren wird seit 2007 der Manfred-Ströher-Medienpreis verliehen, dessen Ziel es ist, exzellenten Journalismus in Deutschland zu fördern. Des Weiteren sollen Journalisten bestärkt werden, ihren Beruf professionell und verantwortungsbewusst auszuüben.