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Robert Garrett:
Aus der Würzburger Nachwuchsschmiede ins Nationaltrikot

Als am 31. August 2001 die Basketball-EM in der Türkei mit dem 1. Hochball startete, stand neben dem NBA-Profi Dirk Nowitzki ein weiteres "Qualitätsprodukt" aus der Nachwuchsschmiede Würzburg im Aufgebot des ehemaligen Bundestrainer Henrik Dettmann: Robert Garrett, Shooting Guard des damaligen Play-Off-Viertelfinalisten.

In den folgenden drei Jahren nahm die Entwicklung des 1,92 Meter großen Scorers (geboren am 18.03.1977) einen steilen Aufwärtstrend. Noch in der Aufstiegssaison 1997/98 musste sich Garrett mit seiner Aufgabe als Rollenspieler (18 Min/8,3 Pkt. pro Spiel) in der 2. Bundesliga begnügen und stand klar im Schatten von Nowitzki. Die folgende Spielzeit allerdings brachte den absoluten Durchbruch für den sympathischen 28-Jährigen: Praktisch über Nacht avancierte er zum zweitbesten Scorer der 1. Bundesliga und beendete die Saison 1998/99 mit beinahe unglaublichen 22,39 Punkten pro Partie. Zudem entwickelte er sich zu einem der Leader des Teams und zum Liebling der Würzburger Zuschauer - betrat er die Carl-Diem-Halle, so stieg der Lärmpegel hörbar an.

In der Saison 2001/2002 sank sein Punkteschnitt zwar auf 17,9 Zähler pro Spiel, aber dies ist keineswegs ein Grund zur Beunruhigung, sondern hat logische Gründe: Die größere Ausgeglichenheit im Würzburger Team war dabei entscheidend, wodurch das Scoring auf mehr Schultern verteilt wurde. Der verdiente Lohn dafür war der fünfte Platz nach der Hauptrunde und damit verbunden der Einzug in die Play-Offs. Nach der erfolgreichen Saison verließ Garett aber den Verein und wechselte zu den Skyliners nach Frankfurt. In seiner ersten Frankfurter Saison gehörte er gleich zu den Leistungsträgern des Teams. In den Play-Offs war aber bereits in der ersten Runde Schluss. Die Saison 2003/2004 sollte die bislang erfolgreichste für Robert Garrett werden. Nach der Vorrunde hatte er im Schnitt 16,6 Punkte pro Spiel erzielt und war damit bester Scorer seines Teams. Mit seinen 10,5 Punkten pro Play-Off-Partie hatte er schließlich auch erheblichen Anteil am größten Erfolg der Frankfurter Basketballgeschichte - der ersten Deutschen Meisterschaft für die Skyliners.

Auch in die Verteidigung hat der Nationalspieler sehr viel und hart an sich gearbeitet. Dies ist ein weiterer Grund, der Garrett auch für die Nationalmannschaft interessant macht. Bisher hat er 68 Einsätze im Trikot der Nationalmannschaft absolviert, bei denen er im Schnitt 6,3 Punkte pro Partie erzielte. Im Sommer 2004 hatte er einen festen Platz in der Rotation des neuen Bundestrainers Dirk Bauermann. Er stand in der EM-Qualifikation durchschnittlich 18 Minuten auf dem Spielfeld und erzielte dabei 3,5 Punkte im Schnitt. Für die Saison 2004/2005 unterschrieb er einen Vertrag bei Pompea Neapel in der 1. italienischen Liga. Lange hielt es Garett aber nicht in Neapel, genau genommen nur wenige Monate, denn am 24. Februar 2005 wechselte er zum Ligakonkurrenten Navigo.it Teramo.

Bei der Europameisterschaft 2005 in Serbien und Montenegro erzielte Robert Garrett drei Punkte im Durchschnitt und konnte vor allem als Rollenspieler gute Akzente im deutschen Team setzen. Der Gewinn der Silbermedaille zählt zweifelsohne zu seinem bisher größten sportlichen Erfolg. 

Robert Garrett zog es wieder nach Deutschland und er unterschrieb einen zunächst zeitlich begrenzten Vertrag bei GHP Bamberg. In ein starkes Bamberger Team fügte sich Garrett nahtlos ein und steuerte in 38 Spielen knapp 10 Punkte und vier Rebounds im Schnitt bei. Der Lohn für seine Mühen war das erreichen des Halbfinales in den Playoffs der BBL. Dort scheiterte sein Team buchstäblich in letzter Sekunde am späteren Meister, RheinEnergy Köln. Seine Leistungen bescherten ihm die Verlängerung des Vertrages in Bamberg und eine Nominierung in den Kader der Nationalmannschaft für die WM 2006 in Japan. Im Laufe der Saison 2006/2007 konnte sich Garret, wie auch seine Bamberger Teamkollegen steigern und die Meisterschaft gewinnen. Im entscheidenen 4. Spiel der Finals gegen die Artland Dragons avancierte Garrett zum entscheidenen Mann und hatte somit erheblichen Anteil am frühzeitigen Titelgewinn seines Teams.

Mit durchschnittlich 16,2 Minuten Einsatzzeit pro Partie war Robert Garrett bei der Weltmeisterschaft in Japan der Bankspieler mit der meisten Spielzeit. Zum achten Platz des deutschen Teams steuerte er durchschnittlich 4,8 Punkte und 2,3 Rebounds bei.

In der Saison 2006/2007 hatte Robert Garrett maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Titelverteidigung der Brose Baskets Bamberg, in dem er starke Spiele von der Bank kommend absolvierte. Kurz vor Beginn der Eurobasket in Spanien verlängerte Garret seinen Vertrag in Bamberg um zwei Jahre und bleibt der BBL erhalten.

Bei der Europameisterschaft in Spanien 2007 konnte Garrett seine Einsatzzeit auf 18,5 Minuten erhöhen und kam durchschnittlich auf 3,1 Punkte sowie 1,4 Rebounds.

Das Play-off-Aus des zu dem Zeitpunkt amtierenden Meisters Brose Baskets Bamberg konnte Robert Garrett trotz eines verbeserten Punkteausbeute (8,03 im Schnitt) nicht verhindern.
Bereits vor dem Sommerprogramm des DBB-Teams klärte Garrett seine Zunkunft und bleibt den Brose Baskets Bamberg auch unter dem neuen Cheftrainer Chris Fleming erhalten.

Stand: 26.06.2008