Deutscher Basketball Bund






Rollstuhlbasketball
Talente mit Perspektive
DSJ Jugendevent

Drucken

Spielerporträts


Marvin Willoughby:
Unermüdlicher Einsatz und unbändige Athletik
Marvin Willoughby (geb. 31.01.1978): Dieser Name steht für den Nationalspieler, der sich in den letzten Jahren wohl mit am meisten verbessert hat. Eine Verletzung setzte ihn vor vier Jahren lange Zeit fast gänzlich außer Gefecht. Erst in den letzten Wochen der BBL-Saison 2000/2001 kehrte Marvin Willoughby als Leistungsträger in die Mannschaft von s.oliver Würzburg zurück. Das aber mit ständig ansteigender Leistungskurve, mit der er auch den ehemaligen Bundestrainer Henrik Dettmann auf sich aufmerksam machte. Im Jahre 2001 entschloss sich Dettmann, dem sprunggewaltigen Forward eine Chance im Nationalteam zu geben.

Bereut haben dürfte er es nicht, denn von der ersten Trainingsminute im Sommer 2001 an zeigte Marvin Willoughby mit unbändigem Kampfgeist, dass er gewillt ist, diese Chance zu nutzen. Auch wenn es mal nicht so lief, warf der Würzburger nicht die Flinte ins Korn, sondern bewies eine glänzende Einstellung und setzte sich umso mehr ein. Letztlich schaffte er den Sprung in den EM-Kader 2001.

Über den TS Harburg kam der Forward zum Zweitligisten SC Rist Wedel, wo er von 1996-1998 spielte. Dann folgte der Wechsel zu den "jungen Wilden" nach Würzburg, wo auch seine beiden Nationalmannschaftskollegen Robert Garrett und Demond Greene spielten. Wegen seiner Athletik und seines Sprungvermögens wurde der 2,02 Meter lange Korbjäger bis vor kurzem vornehmlich unter den Körben eingesetzt. Mittlerweile hat er mit unermüdlichem Eifer die "Umschulung" auf Position 3 in Angriff genommen. Nur dort kann er sich auch international weiterentwickeln. Zu Hilfe kommen ihm dabei die Erfahrungen des körperlichen Spiels als Power Forward, sein gutes Ballhandling und die gute Defense.

Marvin Willoughby gibt einer Mannschaft Stärke in der Verteidigung und beim Rebound. Wenn seine Entwicklung so kontinuierlich fortschreitet, wird man noch viel von ihm hören. Auch bei der EM 2001 in der Türkei hat er in erster Linie dazugelernt. Obwohl er nur bei einem Spiel aktiv mitgewirkt hat, war er dabei und konnte sehen, was er noch braucht, um die nächste Stufe zu erreichen. Die Berufung ins Nationalteam hat das Selbstbewusstsein von Marvin Willoughby noch gesteigert.

Seine "Reifeprüfungen" hat Marvin Willoughby mittlerweile aber abgelegt. Im Nationaltrikot zeigte er Anfang des Jahres 2002 beim 77:70-Erfolg in Kroatien eine überzeugende Vorstellung und trug nicht nur mit seinen zwölf erzielten Punkten maßgebend zum überraschenden Erfolg in der EM-Qualifikation bei. Der Forward ist durch unermüdliches Training in den vergangenen Monaten ein vielseitigerer Spieler geworden, der nun auch von außen eine Gefahr für den gegnerischen Korb verkörpert. Mit seinem Verein in Würzburg verpasste Willoughby zwar die Play-Offs und musste lange um den Klassenverbleib zittern, spielte persönlich aber eine deutlich größere Rolle als noch in den Spielzeiten zuvor. Er steigert seine Statistiken auf 12,6 Punkte und 5,5 Rebounds pro Spiel. Internationale Basketballluft schnupperte Marvin Willoughby mit Würzburg in der NEBL.

Bei den Lehrgängen vor der WM 2002 in Indianapolis trat der 25-Jährige so auf, wie man ihn kennt: voller Eifer und mit dem unbedingten Willen, bei der WM dabei zu sein. Doch der Einsatz machte sich nicht bezahlt: der 35-fache Nationalspieler fiel der Begrenzung auf zwölf Spieler zum Opfer. Er war einer der letzten, die aus dem Kader gestrichen werden mussten. Eine Entscheidung, die für den Bundestrainer nicht leicht war. Doch der Korbjäger war nach der WM neben Patrick Femerling der einzige deutsche Akteur, der alle EM-Qualifikationsspiele bestritt.

Eine weitere Bestätigung für Willoughbys sportliche Entwicklung war das Angebot, das er im Sommer 2002 von Vize-Meister RheinEnergie Cologne bekam. Trainer Stephan Baeck schaffte es, seinen Wunschspieler zu einem Wechsel an den Rhein zu bewegen. Die Konkurrenz im Kölner Kader ist zwar groß, doch gerade deshalb wird sich Willoughby weiterentwickeln, schließlich lässt sich von so gestandenen Spielern wie C.C. Harrison oder Sasa Obradovic jede Menge lernen - das ist für Willoughby sicher nicht von Nachteil.

Auch wenn er bei der EM in Schweden nicht dabei war, wird Marvin Willoughby seinen Weg gehen.

Stand: 24. 02. 2004