Spielerporträt Pascal Roller
Der "blitzschnelle Spielmacher"
Video: Pascal Roller im Interview und in Aktion
Als "Lightning quick" - schnell wie der Blitz - wird der Spieler Pascal Roller (geb. 20.11.1976) auf einer Website treffend beschrieben. Mit seinen 1,80 Meter Körpergröße ist der ehemalige Aufbauspieler der Opel Skyliners ein kleinerer Vertreter der Basketball-Riesen aus der BBL. Was seine Leistungen auf dem Spielfeld angeht, ist er aber trotzdem ein ganz Großer. Der Beweis: Roller spielte bisher 87 Mal in der deutschen A-Nationalmannschaft (4,89 Punkte pro Partie). Am 28. Mai 1999 gab er sein Debüt im deutschen Nationaltrikot. Sein erstes großes Turnier war die Weltmeisterschaft im Jahr 2002 in Indianapolis. Von der Reise in die USA hatte sich Roller sicherlich mehr versprochen als nur 43 Minuten Einsatzzeit in sechs Spielen. Aber er ist kein Typ, der aus Unzufriedenheit für Unruhe im Team sorgt. Erst nach der WM kündigte der 26-Jährige an, dass er im Nationalteam erst einmal eine schöpferische Pause einlegen würde. Er bot aber auch gleichzeitig an, im Notfall könne der damalige Bundestrainer Henrik Dettmann nach wie vor auf den Skyliners-Akteur bauen. Als im Januar 2003 beim EM-Qualifikationsspiel gegen Kroatien Not am Mann im DBB-Team war, sprang Roller in die Bresche.
In den vergangenen Jahren hat Pascal Rollers Karriere einen steten Aufschwung genommen. In der Saison 1996/97 gelang dem vielversprechenden Talent mit der Mannschaft des USC Freiburg der Sprung in Deutschlands Eliteliga. In den nächsten beiden Spielzeiten hielt er seinem Verein die Treue und mit der Mannschaft die Klasse. Während dieser Zeit entwickelte er sich zu einem der Leistungsträger bei den Freiburgern (Saison 1998/99: 10,2 Punkte pro Spiel). Im Sommer 1999 unterschrieb der Guard einen Vertrag bei den hoch ambitionierten Opel Skyliners, die sich damals als neuer BBL-Verein in der Mainmetropole etablierten. Zusammen mit dem Routinier Kai Nürnberger, von dessen Erfahrung und Spielwitz der Youngster sich einiges abgeschaut hat, war Roller für die Organisation des Skyliners-Spiels zuständig und löste diese Aufgabe mit Bravour (1999/2000: 7,2 Punkte pro Spiel).
Als Krönung der Frankfurter "Premierensaison" gewann das Team 2000 den DBB-Pokal, wobei im Endspiel kein geringerer als der Deutsche Meister ALBA Berlin bezwungen wurde. In der Saison 2000/2001 wurde Pascal Roller wie der gesamte Skyliners-Kader vom Verletzungspech verfolgt, so dass man lediglich als Achter der Vorrunde die Play-Offs erreichte und hier, erneut gegen die Berliner, mit 1:3 die Segel streichen musste. Roller absolvierte in der Spielzeit 2000/01 insgesamt lediglich 19 Spiele, in denen er seine Punkteausbeute allerdings steigern konnte (8,9 Zähler pro Partie). Dies machte – wie auch Rollers glänzender Start in die Saison 2001/2002- auch Eindruck bei Bundestrainer Henrik Dettmann, für den der "blitzschnelle" Pacal Roller als Spielgestalter und treffsicherer Distanzschütze bei der EM-Qualifikation für Schweden 2003 eine wertvolle Alternative auf der Position des Point Guards war.
In der Spielzeit 2002/03 gelang dem quirligen Aufbauspieler der endgültige Durchbruch in Frankfurt, sowohl in der BBL als auch und besonders in der Euroleague. Doch zu den ganz großen Erfolgen reichte es nicht. Die Euroleague-Vorrunde wurde – wenn auch nur hauchdünn – zur Endstation, während im Halbfinale der BBL erneut ALBA Berlin eine Nummer zu groß war. Für den meist gut gelaunten und offenen Pascal Roller war es dennoch eine glänzende Saison. Er steigerte seinen Punkteschnitt auf 15,8. „Was lange währt, wird endlich gut“, lautet ein altes Sprichwort. In der Saison 2003/2004 holten sich die Skyliners den Titel: In einem dramatischen Play-Off-Finale besiegten die Frankfurter die Bamberger und hielten endlich die Meistertafel in den Händen. Nicht nur für die Skyliners war die Saison ein voller Erfolg, auch Pascal Roller setzte sich immer wieder in Szene. Die Fans der BBL wählten Roller sogar zum Spieler des Jahres 2003/04, eine Auszeichnung, die den Sympathieträger zwar überraschte, aber auch besonders freute.
In der Nationalmannschaft lief es 2004 dagegen nicht so gut. Bei den Vorbereitungen auf die EM-Qualifikation im Sommer 2004 zog sich Roller bei einem Trainingslager in Trier einen Zeige- und Mittelfingerbruch zu. Roller fiel für sechs Wochen aus. Das bedeutete, dass er bei der EM-Qualifikation nicht dabei sein konnte; ebenso wenig wie beim Vorbereitungsspiel gegen die USA, obwohl er sich auf diese Begegnung ganz besonders gefreut hatte.
Auch in der Saison 2004/2005 ging Pascal Roller wieder für die Skyliners auf Korbjagd. Im Finale um die Deutsche Meisterschaft kam es zur Neuauflage des Duells Bamberg gegen Frankfurt. Den Skyliners unter Trainer Murat Didin gelang das „Double“ nicht, Bamberg setzte sich knapp mit 3:2 durch und holte den Titel nach „Freak City“. Für Pascal Roller persönlich war diese Spielzeit ein voller Erfolg, denn mit 14,9 Punkten war er wieder der Kopf der Mannschaft, der dazu noch durchschnittlich 4,0 Assists beisteuerte und damit bester Passgeber seines Teams war.
Bei der Europameisterschaft 2005 in Serbien und Montenegro war Pascal Roller mit 7,9 Punkten im Durchschnitt der drittbeste Scorer des deutschen Teams. Der Erfolg der Silbermedaille ruht letztendlich auch auf seinen Schultern und man darf zu Recht behaupten, dass Roller spätestens bei dieser EM der internationale Durchbruch gelungen ist.
In der BBL-Saison 2005/06 hielt Pascal den Skyliners die Treue. Die Saison seiner Mannschaft verlief alles andere als rund und entwickelte sich gegen Ende der Spielzeit zu einem handfesten Abstiegskampf. Auf Platz 14 gelang es den Skyliners, in der Liga zu verbleiben. Pascal erzielte in 20 Spielen 9,6 Punkte und vier Assists pro Spiel.
Bei der Weltmeisterschaft 2006 in Japan teilte sich Pascal Roller die Rolle als Back-Up-Aufbauspieler mit Mithat Demirel. Beim 8. Platz der deutschen Mannschaft kam er in sechs Spielen auf 4,6 Punkte im Durchschnitt.
Nach sieben Jahren in der Main-Metropole bekam er unverhofft die Chance, ins Ausland zu wechseln. Bei Angelico Biella in Norditalien unterschrieb er einen Ein-Jahres-Vertrag bis Ende Juni 2007 und wirbelte seitdem durch die italienische Eliteliga. Im Schnitt kam er auf knapp 7,0 Punkte und zeigte die gewohnt starke Trefferquote bei Freiwürfen von 91,3 Prozent. Mit dem 6. Tabellenplatz qualifizierte sich Roller mit Angelico Biella zwar für die Play-Offs, schied aber in der ersten Runde bereits aus. Das Kapitel Italien ist für Roller nun erstmal beiseite gelegt, denn mit den Skyliners aus Frankfurt, hat sein langjähriger Klub das Rennen gegenüber vielen anderen Interessenten gemacht.
In Frankfurt hatte Roller als Mannschaftskapitän eine entscheidene Rolle an den guten Leistungen des Clubs in der BBL. Zudem hat sich DBB-Bundestrainer Bauermann für das vorolympische Qualifikationsturnier auf das Point Guard Duos Hamann/Roller festgelegt.
Stand: 10.07.2008