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Spielerporträt Patrick Femerling:


Die Beständigkeit unter den Brettern

Video: Patrick Femerling im Interview und in Aktion

Patrick Femerling (geb. 04.03.1975) ist mit seinen imposanten 2,15 Metern Körperlänge weiterhin der dominierende deutsche und einer der besten europäischen Center-Spieler.

Bei der EM 2001 in der Türkei war er nach Dirk Nowitzki und Ademola Okulaja der drittbeste Korbjäger; in Indianapolis erzielte Femerling in neun Spielen immerhin 62 Punkte und erkämpfte sich 43 Rebounds. Mit seiner Reboundstärke hat der 115-Kilo-Brocken der Nationalmannschaft schon so manches Mal den Rücken frei gehalten. Auch bei der Europameisterschaft 2003 in Schweden war er einer der besten Rebounder (23 Rebounds) im Team. Aus dem aktuellen deutschen Kader ist Femerling mit 193 Einsätzen Rekordnationalspieler. Seine Defensiv-Qualitäten sind unumstritten, aber auch Offensivstatistiken können sich durchaus sehen lassen: 1.541 Punkte hat er bereits gesammelt.

Mit dem Basketballspiel begann Femerling erst im Alter von 15 Jahren in seiner Heimatstadt Düsseldorf. Zuvor betätigte er sich als Torwart im Fußball. Dann allerdings wurde der Trainer des Basketball-Zweitligisten ART Düsseldorf, Johannes Buchwald, auf den auffallend hochgewachsenen jungen Mann aufmerksam.

Innerhalb kürzester Zeit sorgte er in A-Jugend und Herren-Mannschaft für Furore, so dass im Sommer 1995 die Berufung in die U22-Nationalmannschaft folgte. Dies bestärkte ihn in seinem Entschluss, den Sport professionell zu betreiben und er beschloss, seine Karriere in der nordamerikanischen Collegeliga NCAA voranzutreiben. Die College-Wahl des talentierten Korbjägers fiel schließlich auf die Washington Huskies, was nicht zuletzt auf die Vermittlung von Ex-Husky und Nationalspieler Christian Welp zurückzuführen war. Nach einigen Umstellungsschwierigkeiten am College steigerte Femerling sich erheblich und trug seinen Teil zum Erfolg des Teams bei. So war es nicht weiter verwunderlich, dass der damalige deutsche Nationaltrainer Vladislav Lucic den Center im Jahre 1996 zum ersten Mal ins Nationalteam berief. Sein Debüt gab er schließlich am 14. Juni des selben Jahres.

Der erhoffte Sprung in die NBA blieb Patrick Femerling nach seiner College-Karriere allerdings verwehrt. Somit kehrte er 1998 nach Europa zurück und unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag bei ALBA Berlin, wo er mit der Mannschaft zwei deutsche Meisterschaften und einen Pokalsieg feierte. Daneben arbeitete er weiter hart an seinen Fähigkeiten und entwickelte sich, durch seine beachtliche Schnelligkeit und einen passablen Schuss aus der Halbdistanz für jeden Gegner schwer auszurechnen, zu einem Center von europäischem Kaliber. Dies hatte sich mittlerweile auch bei den Talentsuchern der millionenschweren Vereine aus den südeuropäischen Ligen herumgesprochen, so dass es Femerling nach Ablauf seines Vertrages an Angeboten nicht mangelte.

Den Zuschlag für die Saison 2000/01 bekam schließlich der griechische Spitzenklub Olympiakos Piräus, wo sich der Deutsche zunächst allerdings mit der Rolle des Back-Ups für Superstar Dino Radja, den ehemaligen Center der Boston Celtics, zufrieden geben musste. In der Saison 2001/02 spielte Patrick Femerling eine deutlich größere Rolle und machte mit guten Leistungen weiter auf sich aufmerksam. Sein neuer Verein hieß mittlerweile FC Barcelona, sein neuer Trainer dort ist ein alter Bekannter: Svetislav Pesic. Gemeinsam mit den Top-Stars Bodiroga, Navarro, Jasikevicius und Fucka gewann der Deutsche das Triple: Euroleague, Meisterschaft und Pokal. Auch in der Saison 2003/2004 konnten sich die Katalanen den Meistertitel sichern, woran der gebürtige Düsseldorfer nicht unerheblich beteiligt war. Femerling gehörte bei den fanatischen Barcelona-Anhängern zu den Publikumslieblingen.

Nach dieser erfolgreichen Saison macht sich Globetrotter Femerling nun aber auf den Weg in ein neues Abenteuer: Sein Verein für die Saison 2004/05 war Panathinaikos Athen. In seiner ersten Saison beim griechischen Meister musste sich Femerling erst einmal durchbeißen und das Vertrauen von Trainer Zeljko Obradovic gewinnen. Immerhin kam er durchschnittlich auf 16 Minuten Spielzeit und konnte mit 5,7 Punkten und 2,8 Rebounds im Schnitt gute Akzente setzen. Mit dem Gewinn der griechischen Meisterschaft, dem Pokal und dem dritten Platz im Europapokal gab es für Femerling und seine Teamkollegen gleich drei gute Gründe zum Feiern. Femerling selbst erlebte das Finale aber fast ausschließlich von der Bank, da er sich im Halbfinale eine Zerrung zugezogen hatte. „Ich war nicht hundertprozentig fit. Aber ich denke, dass ich trotzdem meinen Anteil an dem Titel habe,“ so Femerling.

Bei der anschließenden Europameisterschaft 2005 in Serbien und Montenegro war Patrick Femerling mit durchschnittlich 8,3 Punkten der zweitbeste Scorer des deutschen Teams und hatte damit maßgeblichen Anteil am Gewinn der Silbermedaille.

Auch in der darauffolgenden Saison 2005/06 hielt Patrick Femerling den Griechen die Treue. Während der Saison laborierte Femerling an einer Verletzung, konnte daher nur an elf Spielen teilnehmen, in denen er aber wichtige 54 Punkte und 35 Rebounds beisteuerte. Die Belohnung für sein Engagement war ein weiterer griechischer Meisterschaftstitel, der zusätzliche Gewinn des griechischen Pokals und das Erreichen des Viertelfinales in der Europaliga.

Zwar sorgte Patrick Femerling auch bei der Weltmeisterschaft 2006 in Japan wieder für Entlastung unter den Körben, dennoch konnte er an seine gute Leistung aus dem Vorjahr nicht ganz anknüpfen. Er kam auf auf 6 Punkte und 3,1 Rebounds pro Spiel.

Die darauf folgende Spielzeit 2006/2007 verbrachte Femerling beim spanischen Spitzenclub CSF Sevilla. Dort demonstrierte er seine Präsenz unter den Körben, was er mit durchschnittlich 8 Punkten und 5 Rebounds untermauerte. Dennoch verpassten Femerling und sein Team mit dem Erreichen des 13. Tabellenplatzes das Minimalziel Play-offs. Trotz der sportlich eher enttäuschenden Saison blickt Patrick Femerling gern auf die Zeit in Spanien zurück.

In seiner alten Heimat erzielte der deutsche Mannschaftskapitäm bei den Europameisterschaften 2007 durchschnittlich 3,9 Punkte pro Spiel und sicherte sich 2,7 Rebounds. Mit dem Erreichen des 5. Platzes bei der Eurobasket kann auch Patrick Femerling den Traum von der Olympiade in Peking 2008 weiter träumen.

In der kommenden Saison 2007/08 heißt es auch für Patrick Femerling: back to the roots. Neben zahlreichen Kollegen aus der Nationalmannschaft wird der Center wieder in Deutschland auf Korbjad gehen. Femerling kehrt zu ALBA Berlin zurück, mit denen er bereits 1999 und 2000 Deutscher Meister wurde.
Als Kapitän und dominierender Spieler unter dem Korb führte Patrick Femerling ALBA Berlin zur langersehnten achten Deutschen Meisterschaft. Um sich von den Strapazen der langen Saison erholen zu können, gewährte DBB-Bundestrainer Dirk Bauermann Deutschlands Rekordnationalspieler eine Woche Pause, damit er ab dem ersten DBB-Länderspiel in Halle/Westfalen voll angreifen kann.

Nach den Olympischen Spielen 2008 in Peking trat Patrick Femerling nach 209 Länderspielen aus der deutschen Nationalmannschaft zurück.
Doch schon im Sommer 2009 kehrte er zunächst als "Aushilfe" zurück in den deutschen EM-Kader, um dann seine beste EM mit folgenden Statistiken zu spielen: 6 Spiele, 9,3 Pkt. im Schnitt, 3,8 Reb. im Schnitt. Dirk Bauermann sagte nach der EM 2009 über ihn: "Bei der Beurteilung von Patrick gehen mir die Superlative aus. Auf und abseits des Feldes hat Patrick großartig agiert und war spielerisch so stark wie schon lange nicht mehr. Das war ganz großer Sport! Mit seiner Erfahrung als Spieler und Mensch war er aus der Mannschaft nicht wegzudenken. Er war austrainiert und dennoch frisch und hat viel Spaß ausgestrahlt. Ich glaube, dass es ihm sehr gut getan hat, mehr Bälle im Angriff bekommen zu haben und das Gefühl gebraucht zu werden."

Während der bereits begonnenen Saison 2009/2010 fand Femerling mit Antalya BSB einen neuen Verein in der türkischen Liga, wo er sich gleich wieder gut einfügte.


Stand: 10. November 2009