Deutscher Basketball Bund
Deutscher Basketball Bund

Offizieller Hauptsponsor


Offizieller Ausrüster









Rollstuhlbasketball
Talente mit Perspektive

Drucken

Spielerporträt Mithat Demirel


Kleiner Mann ganz groß

Video: Mithat Demirel im Interview und in Aktion

Mithat Demirel (geb. 10.05.1978), Point Guard der Brose Baskets Bamberg, übernimmt diese Rolle auch in der deutschen Nationalmannschaft. Bei der WM 2002 hat er das bestätigt, was sich bei der EM 2001 schon angedeutet hatte: er war der beste deutsche Spielmacher. Er steuerte das Spiel seines Teams und machte Punkte, wenn es nötig war. Er hatte mit seinen 67 Punkten und 29 Assists in neun Spielen maßgeblichen Anteil an der Leistung des deutschen Teams und damit am Gewinn der Bronzemedaille. Bei der Europameisterschaft 2003 in Schweden stellte er ebenfalls eine feste Größe im Team der deutschen Nationalmannschaft dar. Mithat Demirel stand durchschnittlich 28 Minuten auf dem Feld und konnte dabei 13,5 Punkte und 3 Assists markieren.

Auch wenn Mithat Demirel mit seiner Körpergröße von "nur" 1,80 m international bisweilen Probleme bekommt, ist der Bundestrainer von den Fähigkeiten des Spielers überzeugt. Auch auf diversen Internet-Seiten wird dem Guard eine wesentliche Fähigkeit eines Spielmachers bescheinigt: Er könne "das Spiel lesen, entsprechend reagieren und das Tempo kontrollieren".

 

Mit dem Basketball begann der in Berlin geborene Sohn türkischer Eltern beim SSC Südwest Berlin, spielte anschließend beim TuS Neukölln in der Regionalliga, um 1996 zur Talentschmiede des TuS Lichterfelde zu gelangen. Schon ein Jahr später stand er - mit einer Doppellizenz weiter für Lichterfelde in der 2. Bundesliga spielend - im Team von ALBA Berlin, wo Mithat Demirel bisher insgesamt vier Deutsche Meisterschaften und zwei Pokalsiege feierte.

 

In der Saison 1999/2000 wechselte Demirel ins Ausland und spielte dank seines türkischen Passes bei Oyak Spor Bursa in der 1. türkischen Liga. Aufgrund finanzieller Probleme dieses Klubs kehrte er bereits im Januar 2000 nach Deutschland zurück und schloss sich Erstligist SSV Hagebau Weißenfels an. Schnell übernahm der quirlige und gewitzte Aufbauspieler eine tragende Rolle im Team und spielte beim mittlerweile in Mitteldeutscher BC umbenannten Klub seine bisher erfolgreichste Saison. Mithat Demirel stand knapp 31 Minuten im Schnitt auf dem Court, erzielte dabei zwölf Punkte und 4,3 Assists pro Partie. Werte, die seinen früheren Arbeitgeber ALBA Berlin aufmerksam werden ließen und in eine Verpflichtung für die Spielzeit 2001/2002 mündeten.

 

Dort fand er sich nach langen Verletzungsproblemen immer besser zurecht und bekam besonders am Ende der erfolgreichen Saison immer mehr Spielzeit, die er gut nutzte (insgesamt 25 Spiele mit 91 Punkten, Play Offs: 9 Spiele, 51 Punkte). Mithat Demirel spielt mit großer Intensität, hat sehr gute Fähigkeiten in der Ballbehandlung, kann hervorragend passen, verfügt über einen gefährlichen Distanzwurf auch von hinter der Dreipunkte-Linie und verteidigt sehr aggressiv.

Mit Alba Berlin gewann er in den Jahren 2002 und 2003 die deutsche Meisterschaft. Des Weiteren wurde er im Jahr 2003 in der Max-Schmeling-Halle zum Pokalhelden, als er im Alleingang innerhalb von 4,6 Sekunden die Kölner Mannschaft stehen ließ und den spielentscheidenden Korb erzielte. Unter anderem mit dieser Aktion spielte er sich in die Herzen vieler Basketballfans und wurde zum "Spieler des Jahres 2003" gewählt.

Seit dem 28. Mai 1999 (Länderspiel Deutschland - Russland in Helsinki) ist der Playmaker auch Mitglied im Kader der deutschen A-Nationalmannschaft und hat mittlerweile 83 Länderspiele absolviert (6 Punkte im Schnitt).

Im Sommer 2004 musste der Guard aus Verletzungsgründen für die Nationalmannschaft passen.

Bei der Europameisterschaft 2005 in Serbien und Montenegro zählte Mithat Demirel zu den Leistungsträgern im Team von Dirk Bauermann und erzielte im Durchschnitt 5,3 Punkte und 2,4 Assists und trug damit maßgeblich zum Gewinn der Silbermedaille bei.

Im Sommer wechselte der pfeilschnelle Guard von Alba Berlin zu Besiktas Istanbul. Mit seinem neuen Team spielte Mithat im ULEB-Cup, in dem er knapp vier Punkte pro Spiel und insgesamt 18 Assists beisteuerte. Auch die Saison kann als erfolgreich bezeichnet werden, wurde aber durch das knappe Ausscheiden im Halbfinale nicht mit dem Titelgewinn belohnt. Mithat hat sich fest in der türkischen Liga etabliert und wurde a
uch 2006 wieder für den Nationalmannschafts-Kader zur WM in Japan nominiert.

Beim Achten Platz der Weltmeisterschaft 2006 in Japan erzielte Mithat Demirel 3,6 Punkte im Durchschnitt. Besonders im Vorrunden-Krimi gegen Angola übernahm er Verantwortung und zeigte, wie wichtig er für das deutsche Team ist.

Bei der Eurobasket 2007 war Mithat zwar nicht als Point Guard gesetzt, brachte jedoch von der Bank kommend immer wieder neue Impulse ins Spiel der deutschen Nationalmannschaft. Im ersten Vorrundenspiel gegen die Tschechische Republik trumpfte der Aufbauspieler mit 18 Punkten groß auf und sicherte dem DBB-Team einen erfolgreichen Turnierstart.

Nachdem Demirel in vergangenen Spielzeiten in der Türkei gespielt hat, zog es ihn für die Saison 2007/2008 nach Italien, wo er bei dem Erstligisten Legea Scafati unterschrieb. Anfang Janaur 2008 wechselte der Playmaker zum Deutschen Meister Brose Baskets Bamberg, wo er einen Vertrag bis zum Saisonende erhielt. Die Saison in Bamberg verlief für Demirel enttäuschend, konnte er mit seinem neuen Verein den Titel nicht verteidigen. Zudem erlitt der Guard eine Augenverletzung, von der er sich bis zum Start des Sommerprogramms der Nationalmannschaft nicht erholen konnte. So musste er DBB-Bundestrainer Bauermann kurz vor Beginn des Trainingslagers auf Mallorca absagen.

Stand: 08.07.2008