Natalie Gohrke
Durch eine Chlorallergie zur Basketballkarriere
Natalie Gohrke (07.01.1983) denken kann, ist der Sport ein fester Bestandteil ihres Lebens. In den ersten Jahren ihrer athletischen Karriere rückte das Basketballspielen allerdings erst einmal in den Hintergrund. Zwar kam sie mit acht Jahren durch ihre Mutter zum ersten Mal mit dem Basketballsport in Berührung – genauer beim Mini-Training in Recklinghausen –, doch ihre Leidenschaft galt in erster Linie dem Wasserball. Hier hängte sich die gebürtige Hernerin richtig rein, eiferte ihrem großen sportlichem Vorbild, dem Bruder, nach und schaffte es schließlich als Torhüterin in die Jugendnationalmannschaft. Eine Chlorallergie beendete jedoch ihre Karriere im Wasser, so dass Natalie Gohrke mit 14 begann, sich voll und ganz auf das Basketballspielen zu konzentrieren. Ihre Freude an der „trockenen“ Jagd nach dem roten Leder wuchs stetig und mit ihr auch der Ehrgeiz.
Mit ihrem Heimatverein CityBasket Recklinghausen feierte die heute 27-Jährige in der Jugend große Erfolge: Zum einen wäre der Gewinn der Deutschen Meisterschaft in der A-Jugend im Jahre 2001 zu nennen, zum anderen die deutsche Vizemeisterschaft ein Jahr später ebenfalls mit der A-Jugend. Durch finanzielle Engpässe war CityBasket Recklinghausen gezwungen, nach der Saison 2001/2002 seine Bundesliga-Lizenz an die BG Dorsten zu verkaufen. Ihrem Trainer Donato Briganti folgte Natalie Gohrke nach Dorsten, um weitere Erfahrungen in der höchsten Liga Deutschlands sammeln zu können.
Bei den BG-Damen kam Natalie Gohrke vorerst nur sporadisch zum Einsatz. Unter ihrer neuen Trainerin Aleksandra Kojic konnte sie sich aber immer mehr Spielanteile erarbeiten. Vor allem im Fastbreak und beim Blocken liegen ihre Stärken. Mit ihrer Mannschaft sammelte Gohrke in den letzten Jahren einige Erfolge: In schönster Erinnerung bleibt ihr wohl der Pokalsieg in der Saison 2003/04. Für die Deutsche Meisterschaft reichte es allerdings nicht, die BG Dorsten unterlag im Play-Off-Finale den Wasserburgerinnen. Was den Senioren verwährt geblieben ist, gelang dagegen in der Jugend. Mit der U20 holte sich die 47-fache Nationalspielerin in der Saison 2002/03 die Deutsche Meisterschaft.
Die darauffolgende Saison lief alles andere als erfreulich: Die Titelaspirantinnen schieden bereits im Halbfinale gegen die klaren „Underdogs“ NB Oberhausen aus. Auch für Natalie Gohrke persönlich stand die Saison unter keinem guten Stern: Im Dezember 2004 verletzte sie sich bei einem Pokalspiel in Quakenbrück so schwer, dass sie am Knöchel operiert werden musste und erst im März wieder einsatzfähig war. Insgesamt war sie also nur bei zwölf Spielen dabei und steuerte im Schnitt 5,8 Punkte zum Gesamtresultat bei.
In der DBBL-Saison 20005/06 ging es nach der schweren Verletzung endlich wieder aufwärts. Natalie spielte in 31 Spielen und erzielte insgesamt 158 Punkte. In der DBBL-Hauptrunde belegte ihre Mannschaft den 3. Platz und verlor in den Playoffs erst im Finale gegen TV Wasserburg, mit 3:2. Einen Vize-Meistertitel nach dem Verletzungspech hätte Natalie Gohrke sich wohl selber nicht erträumt. Seit 2007 spielt die gelernte Tierarzthelferin und Studentin der Tierpsychologie bei den Blue Dolphins in Marburg.
Im Sommer 2005 erfolgte ihre erste Berufung in den Kader der A-Nationalmannschaft vom damaligen Bundestrainer Olaf Stolz. Ihr Debüt im Nationaltrikot gab sie dann am 18.07.2005 mit ihrem ersten Einsatz beim Vorbereitungsspiel auf die EM in der Türkei gegen die polnische Auswahl. Bei der Europameisterschaft in Italien 2007 stand Natalie erneut im Kader des Bundestrainers Imre Szittya. In insgesamt 63 Minuten brachte die athletische Spielerin konstant ihre Leistung. Und kommt mittlerweile auf 47 Einsätze in der DBB-Auswahl.
Stand: 06. April 2010