Kayseri

Kayseri ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Kayseri in Kappadokien in der Türkei. Die Provinzhauptstadt Kayseri am Nordfuß des 3916 m hohen Vulkans Erciyes Dağı und am Ostrand der Kayseri Ovası gehört zu den lohnenswertesten Zielen der Türkei. Obwohl Kayseri heute eine bedeutende Industrie besitzt und damit für Touristen zunächst wenig attraktiv ist, trugen die prächtige Bergkulisse, das malerische Bild der teilweise erhaltenen Altstadt und der Reichtum an sehenswerten Baudenkmälern mit dazu bei, daß die Stadt in neuerer Zeit von Reisenden immer häufiger besucht wurde.
Für Besucher sind aber die Reste der Altstadt vor allem um die zitadelle südlich des Cumhuriyet Meydanı empfehlenswert, denn hier konzentrieren sich auf relativ gegen Raum zahlreiche Bauten aus der Seldschuken- und Osmanenzeit, die man sich am besten auf einem eindrucksvollen Rundgang erschließen kann. Seit seinem Bestehen war der Ort bedeutender Verkehrsmittelpunkt und zentraler Marktort Inneranatoliens. Son konnte die Industriealisierung und die Anlage höchst moderner Stadtviertel in den letzten Jahrzehnten gut voranschreiten. Kayseri ist zudem bekannt als wichtige Teppichstadt.
Kurzinfos:
Fläche: 16.917 km²
Bevölkerung: 976.985 (1997)
Verkehrskennzeichen: 38
Telefonvorwahl: 352
Kayseri Geschichte
Der Standort der heutigen Stadt war noch bis ins 4. Jh. mit Salzseen und malariagefährdeten Sümpfen durchsetzt, die z.T. erst im letzten Jahrhundert endgültig drainiert wurde. eine städtische Siedlung entstand erst um 150 v. Chr. 77 v. Chr. wurde sie vom Armenier Tigranes erobert, der ihre Bewohenr nach Tigranocerta (Silvan) im nördlichen Mesopotamien umsiedelte. Erst nach der Eroberung dieses Ortes durch Pompeius konnte die deportierte Bevölkerung nach Eusebeia zurückkehren. Nach dem Tode des 41 v. Chr. von Antonius eingestzten letzten kappadokischen Königs Aruhelanus wurde die Stadt 17 v. Chr. unter dem späteren römischen Kaiser Tiberius römisch und erhielt den Namen Caeserea (Kaisereia). Nach der Teilung Kappadokiens unter Kaiser Valens war Caeserea die Hauptstadt von Cappadochia prima.
Wie dem ersten Brief des Apostels Paulus an "die erwähnten Fremdlinge hin und her in Pontus, Galatien, Kapadozien, Asien und Bithynien" (1.Petr. 1,1) zu entnehnmen ist, fand das Christentum früh Anklang bei den Bürgern der Stadt. Zu beginn des 3. Jh.s war Caeserea ein Mittelpunkt christlich-theologischer Bildung. Keimzelle der heutigen Stadt war ein im 4. Jh. gegründetes Kloster. Die neue Siedlung wuchs rasch, während die alte viertel (Reste sind noch erkennbar). Nach unruhigen Zeiten ging die Stadt um 1077 dem byzantinischen Reich verloren. 1082 kam sie in den Bestiz der Dansichmendiden, während des 1. Kreuzzuges (1096-1099) vorübergehend auch in den der Kreuzfahrer unter Gottfried von Bouillon. Seit der Mitte des 12. Jh.s erlebte Kayseri wieder eine Zeit hoher Blüte unter der Herrschaft der Seldschuken. Nach weiteren Eroberungen wurde sie von den Mongolen regiert. Das anschließend osmanische Kayseri wurde 1401 unter Timur erneut mongolisch und ab 1468 endgültig osmanisch. Eine lange Friedenszeit ermöglichte eine Aufwärtsentwicklung als Provinzstadt. Um 1900 der Bau der Neustadt nördlich der Zitadelle.
Kayseri Sehenswürdigkeiten
Wer den bedeckten Basar von Istanbul kennt, mag nicht unbedingt zu Unrecht behaupten, der Kapalı Çarşı von Kayseri sei provinziell. Dennoch steht er mit an der Spitze traditioneller Basarbauten in der Türkei. Nach Fertigstellung der laufenden Restaurierungsarbeiten verspricht es eine durchaus sehenswerte Anlage zu werden. Vor allem fehlen in diesem Basar bislang noch die sonst so typischen "Touristenläden" - der Basar von Kayseri ist einkaufstätte der einheimischen Bevölkerung.
Çifte Medrese
Die Çifte Medrese Koranschule hinter der Kurşunlu Cami ist ein stark zerstörter Hospital- und Schulbau von 1206- 1208. Er enthält eine der ersten medizinischen Hochschulen Anatoliens.
Honat- Hatun Külliyesi
Eine der aufwendigsten Stiftungsanlagen der Stadt ist der Honat- Hatun- Komplex nordöstlich der Zitadelle. Er besteht aus einer Moschee mit der Türbe der Stifterin, einer Medrese, die heute als (ethnographisches) Museum dient, einer Armenküche, einem Brunnen und einem Bad, alles nach feinster seldcshukischer Manier ornamentiert. Erbaut wurde die Anlage im Jahre 1237 von Mahperi (Honat) Hatun, die auch zahlreiche Karawansereien stiftete.
Kayseri Kalesi
Der Altstadtbereich schließt sich südlich der Zitadelle an, war ummauert (Reste noch vorhanden) und enthält neben der İç Kale (innere Burg) wichtige Moscheen, Karawansereien und traditionelle Geschäftsviertel mit dem bedeckten Basar (s. zuvor). Die Zitadelle in dem von Justinian angelegten mittelalterlichen Stadtkern (6.Jh.) wurde 1210- 1226 von den Seldschuken großzügig ausgebaut und von den Osmanen (1466) als Kaserne benutzt. Die gesamte Anlage der inneren Burg hat man in jüngster Zeit restauriert und mit einem kleinen Geschäftsteil für touristische Artikel ausgestattet.
Döner Kümbet
Mit Recht bezeichnet man Kayseri als die Stadt der Mausoleen, ihre Zahl ist beträchtlich. Ihr Aussehen und ihre Herkunft haben diese Grabbauten aus der Tradition der innerasiatischen Totenzelte, in denen die mumifizierte Leichen mehrere Monate lagen, eher sie begraben wurden. Eine Auswahl der wichtigsten Türben und Kümbetbauten mag hier genügen: Der schönste der Grabbauten ist das sogenannte Döner Kümbet an der Straße nach Talaş etwa 1 km südlich der Zitadelle. Der reich verzierte Bau mit dem Spitzdach entstand 1267 für die seldschukische Prinzessin Şah Cihan Hatun.
Ulu Camii
Unmittelbar südlich hinter dem bedeckten Basar steht an einem kleinen Platz mit einem Brunnen für rituelle Waschungen die Große Moschee, die bereits 1136 erbaut und 1189 erneuert wurde. Es ist eine von einem massiven Minarett überragte Pfeilerhallenmoschee mit vier Säulenreihen und einer erhöhten Kuppel über der Mittelvierung. Südlich neben der Großen Moschee folgt die Melik Gazi Medresesi (1432) und unweit davon die bedeutendere, um 1430 errichtete Hatuniye Medresesi, für deren Säulenvorhalle u.a. ionische und korintische Kapitelle verwendet wurden. Beide Bauten entstanden unter den Karamanen.
Kayseri Informationen
Touristeninformation
Tel. (352) 222 39 03- 231 92 95
Fax: (352) 222 08 79
Kayseri im Internet
www.kayseri.net, www.kaynet.net, www.erciyes.net, www.kayseri-bld.gov.tr, www.kayserihaber.com.tr,
www.kayseri.gov.tr