Polen: Geschichtlicher Abriss

Polen, dessen Name sich vom westslawischen Stamm der Polanen ableitet, ist als Herzogtum im frühen 10. Jahrhundert von Posen und Gnesen aus gegründet worden.
966
Der Piasten-Herzog Mieszko, der erste geschichtliche Herrscher Polens, nimmt den christlichen Glauben an
1000
Pilgerfahrt Ottos III. zum Grab des Heiligen Adalbert, Errichtung des Erzbistums Gnesen
14. Jh.
polnisch-litauische Personalunion unter Wladyslaw Jagiello (1386)
15. Jh.
Sieg der Polen und Litauer bei Tannenberg (Grunwald) über den Deutschen Ritterorden (15. Juli 1410)
2. Hälfte 15./16. Jh.
Wirtschaftliche, kulturelle und politische Blüte Polens ("Goldenes Zeitalter");
Lubliner Union: Litauen gibt Selbständigkeit auf (1569)
17. Jh.
1683 – König Jan Sobieski rettet Wien vor den Türken
"Sachsenzeit": August II. (der Starke) und August III. Könige von Polen (1697 - 1763)
18. Jh.
1. Teilung Polens: Westpreußen an Preußen, Galizien an Habsburg, Weißrussland an Russland (1772)
Verabschiedung der ersten Verfassung Europas (1791)
2. Teilung Polens (1793) und Koœciuszko-Aufstand (1794)
3. Teilung Polens (1795): Warschau wird bis 1806 preußisch
19. Jh.
Bildung des Herzogtums Warschau (1807 - 1815)
"Königreich Polen" in Personalunion mit Russland (1815)
November-Aufstand (1830-31)
Januar-Aufstand (1863-1864)
1918
Pilsudski wird als Staatschef des unabhängigen Polens anerkannt (11.11.)
1919
Versailler Vertrag legt die Westgrenze Polens fest
1919/1920
Polnisch-sowjetischer Krieg (Schlacht bei Warschau – „Wunder an der Weichsel“) führt zur Festlegung der Ostgrenze Polens im Frieden von Riga (1921)
1926
Staatsstreich Pilsudskis; Einführung eines autoritären Regimes
1934
Nichtangriffspakt mit Deutschland
1939
01.09.: Deutscher Überfall auf Polen; 17.09.: Einmarsch der Roten Armee in Ostpolen
1943
Aufstand im Warschauer Ghetto mit etwa 60.000 Opfern (April/Mai)
1944
Warschauer Aufstand mit etwa 200.000 Opfern (01.08.-02.10.)
1945
Potsdamer Abkommen (02.08.): Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie unter polnischer Verwaltung, kommunistisch geführte Regierung
1950
Anerkennung der Oder-Neiße-Linie im Görlitzer Abkommen durch die DDR
1956
Posener Aufstand (28./29.06.)
1970
Arbeiterunruhen in Stettin
Warschauer Vertrag zwischen Bundesrepublik Deutschland und Polen (07.12.)
1972
Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Bundesrepublik Deutschland (14.09.)
1980
Streiks/Solidaritätsstreiks, ausgehend von Danzig; Gewerkschaft „Solidarnoscz" erzwingt die Danziger Vereinbarungen
1981
Verhängung des Kriegsrechts (13.12.1981 bis 22.07.1983)
1989
Nach erneuten Streiks Gespräche am Runden Tisch; (Wieder-)Zulassung von "Solidarnoscz", halbfreie Parlamentswahlen (4.6.)
Tadeusz Mazowiecki wird erster nichtkommunistischer Regierungschef
1990
Deutsch-polnischer Grenzbestätigungsvertrag (14.11.);
Lech Walêsa wird zum Staatspräsidenten gewählt
1991
Deutsch-polnischer "Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit"
1999
Aufnahme in die NATO (12.03.)
2003
Polen stimmt in Referendum dem EU-Beitrittsvertrag zu (8. Juni)
2004
Polen wird Mitglied der Europäischen Union (1. Mai)
2005
Wahlniederlage der Linken (25.9.05), „Recht und Gerechtigkeit“ bildet Minderheitsregierung (31.10.05)
Wahl von Lech Kaczyñski zum Staatspräsidenten (28.10.)
2006
„Recht und Gerechtigkeit“ bildet am 4.5. eine Regierungskoalition mit den Parteien „Selbstverteidigung“ und „Liga der Polnischen Familien“