Deutscher Basketball Bund






Rollstuhlbasketball
Talente mit Perspektive
DSJ Jugendevent

Drucken

Universiade-Tagebuch


von Dominik Bahiense de Mello

TAG 1:

Anreise in zwei Gruppen zum Frankfurter und Münchener Flughafen ( Gruppen-Check-In)

Ich bin der erste in Frankfurt um 9:00 Uhr, weil ich meinen Leihwagen noch abgeben muss, den ich über das Wochenende hatte, und helfe Chris Faigle, die Taschen zum Gruppen Check-In zu bringen. Dabei laufen mir Keith Simmons, Derrick Allen und Ilian Evtimov über den Weg, mit denen ich mich noch unterhalte.

Die ersten Athleten treffen ein, und man macht sich bekannt. Nachdem meine Mannschaftskollegen so langsam eingetroffen sind, gehen wir zum Terminal, wo die amerikanische Wasserpolomannschaft sich mit leicht anzüglichen Dehnübungen mit dem deutschen Boden bekannt macht.

Im Flieger sitze ich neben einer deutschen Taekwondo-Kämpferin.

Bei der Ankunft in Belgrad fehlt David McCray’s Tasche, und die Chinesen und andere Nationen warten mit uns auf die Busse, die uns ins Dorf bringen sollen.

Als wir im Dorf eintreffen, teilen wir uns auf zwei Apartments auf. Ich bin im Achter-Apartment, welches in drei Zimmer aufgeteilt ist. Ich bin in einem Zimmer mit Lucca und David. Per, Oscar und Karsten teilen sich ein Dreier-Zimmer und Yannick und Maik haben ein Zweier-Zimmer.

Wir sind in einem Haus mit unseren Nachbarn aus der Schweiz, meinen „Landsmännern“ den Brasilianern und den Portugiesen. Die Häuser sind auf den Balkonen mit Flaggen behangen, sodass man sich schnell orientieren kann.

Wir fahren mit dem Shuttle-Service ( Golfwagen ) rüber zum Essen und treffen auf die ersten weiblichen Volunteers, die sich am Straßenrand für ihren Auftritt bei der Eröffnungsfeier vorbereiten.

Am Abend machen wir ein knackiges Fitnessprogramm auf der Tartanbahn um die Ecke, wo wir laufen, Liegestütze und Sit-Ups machen, um uns von der Reise zu lockern. Nach und nach treffen weitere Nationen ein, die wie Ameisen kreuz und quer durch das Dorf laufen.

Vor dem Hauptausgang des Dorfes gibt es Cafes, Internet-Hotspots und Bänke, die sich als Treffpunkt für die Athleten eignen. Die Stimmung ist gut, und man unterhält sich untereinander. Von außen wirkt alles wie eine große Partnertauschbörse ;-)

Wir gehen noch kurz in die Mall nebenan, wo wir uns mit Lebensmitteln eindecken ( Nervennahrung ).

TAG 2:

Am nächsten Morgen gehen wir gemeinsam zum Frühstück. Die Schlangen sind allerdings so lang, dass wir umdrehen und verzichten. Die Südafrikaner singen und tanzen bei jedem Einmarsch in die Kantine. Bei unserem ersten Teammeeting kurz danach bringen die Coaches Croissants für uns mit. Wir besprechen organisatorische Dinge und werden von einem ADH-Funktionär über die Regeln und Abläufe unterrichtet. Mittags steht ein Freundschaftsspiel mit den Australiern auf dem Programm. Ich kann aufgrund meiner Knöchelverletzung nur das erste Viertel spielen und Per, bedingt durch sein leichte Erkältung, nur ein paar Minuten. Der Rest der Mannschaft schlägt sich jedoch nach anfänglichen Schwierigkeiten wacker und holt den Sieg.

Am Abend steht der Botschafterempfang auf dem Plan, zu dem ein einheitlicher Dresscode vorgegeben wird. Die Frauen tragen schwarze Röcke und weiße Polos. Wir müssen uns der Öffentlichkeit in absolut lächerlichen 7/8 Hosen und weißen T-Shirts präsentieren. Wir fahren mit Bussen zum Botschafterhaus und werden mit alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken empfangen. Der Botschafter samt Frau und Tochter begrüßen uns. Es werden Häppchen angeboten und man schaut sich um. Im Garten sind Zelte aufgebaut und es wird gegrillt. Nach diversen Reden sollen sich die Athleten vorstellen, indem sie ihre jeweiligen Sportarten möglichst kreativ präsentieren. Die Taekwondoler machen beispielsweise eine Kampfvorführung. Da wir uns nur suboptimal vorbereitet haben, bleibt uns keine andere Wahl, als in die Offensive zu gehen. Per übernimmt das Mikrophon und weist auf unsere musikalische Ader hin. Wir machen einen Kreis, ich übernehme die Beat-Box und die Jungs stellen sich im Kreis mit ihrem jeweiligen Tanzstil vor. Nach anfänglicher Skepsis reißt es die Gäste von ihren Sitzen. Die Performance war ein voller Erfolg!!!

TAG 3:

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 8:30 Uhr. Fitnesstraining mit den Volleyballern steht auf dem Programm. Wieder geht es auf die Laufbahn, wo wir mit dem Coach der Volleyballer verschiedene Übungen machen. Wir feuern uns gegenseitig an und klatschen zusammen das Dorf wach. Nach dem Duschen geht es wieder zum Frühstück. Das organisatorische Problem wurde immer noch nicht behoben, trotzdem stellen wir uns an. Als wir zurückkommen, ziehen wir uns um und machen Mannschafts- und Einzelfotos. Danach geht es ab zum Training. Die Trainingshalle ist nicht besonders weit. Wir werden, wie immer von einer Polizeieskorte begleitet, und fahren auf dem Seitenstreifen an den stehenden Fahrzeugen vorbei. Die Halle von FMP (Basketballspieler-Ausbildungshochburg) ist nicht besonders groß, aber genau richtig für unsere Trainingseinheit. Wir trainieren eine knappe Stunde. Nach dem Abendessen gehen wir mit ein paar Nachzüglern zur Eröffnungsfeier in die Arena ( 3 min Fußweg ), wo die anderen Nationen schon warten. Wir haben einen Block ganz oben zugewiesen bekommen. Andere Nationen feiern sich, und wir lassen uns anstecken. Wir singen HUMBA und „wer nicht hüpft, der ist kein Deutscher“ und in der Arena geht die Welle um.

Die Stimmung ist gut. Die Zeremonie ist langweilig. Ein, zwei Reden, die Fahnenträger kommen rein, und wir feiern unseren deutschen Träger. Danach gibt es eine Lasershow, die wir uns aber nicht mehr angucken. Danach treffen sich wieder alle Internetuser vor dem deutschen Haus. Vor dem Schlafengehen machen einige von uns noch ein kleines Fitness-Workout.

TAG 4:

Heute Morgen ist die Abfahrt zum Training für 9:20 Uhr angesetzt, also lassen wir das Frühstück sausen. David ist immer zuerst wach und weckt uns mit unserem Teamsong, den er im I-Pod-Player laut abspielt. Wir machen uns fertig und auf zum Wurftraining. Das Training ist kurz und intensiv. Die Stimmung ist gut. Im Anschluss geht es zum Mittagessen. Danach haben wir Zeit für ein kleines Nickerchen. Wir fahren zu einer anderen Spielhalle. Der Rest ist bekannt. Wir verlieren das Spiel!!!